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	<title>Blockchain Archive - Nerdwärts.de</title>
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	<description>Digitaler Wandel &#38; Digitale Bildung</description>
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	<title>Blockchain Archive - Nerdwärts.de</title>
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		<title>Plattformökonomie ohne Plattform: Wie DAOs die Industrie 4.0 effizienter gestalten könnten.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2025 10:42:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Einsatz von Blockchain und Smart Contracts ermöglicht auch den Aufbau und Betrieb dezentraler autonomer Organisationen, sogenannter DAOs, die auf Grundlage eines zuvor fixierten Regelsystems automatisiert Entscheidungen treffen und an den Märkten als eigenständige Institution agieren können. Während DAOs in anderen Bereichen – in der Finanzwirtschaft und in der Creator-Economy – bereits regelmäßig zum Einsatz [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2025/12/plattformoekonomie-ohne-plattform-wie-daos-die-industrie-4-0-effizienter-gestalten-koennten/">Plattformökonomie ohne Plattform: Wie DAOs die Industrie 4.0 effizienter gestalten könnten.</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Der Einsatz von Blockchain und Smart Contracts ermöglicht auch den Aufbau und Betrieb dezentraler autonomer Organisationen, sogenannter DAOs, die auf Grundlage eines zuvor fixierten Regelsystems automatisiert Entscheidungen treffen und an den Märkten als eigenständige Institution agieren können. Während DAOs in anderen Bereichen – in der Finanzwirtschaft und in der Creator-Economy – bereits regelmäßig zum Einsatz kommen, ist im industriellen Umfeld eine entsprechende Nutzbarmachung bislang kaum zu verzeichnen. Dabei bietet gerade die Vernetzung durch das „Internet der Dinge“ hierfür sinnvolle Anknüpfungspunkte. Der Beitrag befasst sich mit den möglichen wirtschaftlichen Adaptionsansätzen und lotet potenzielle Geschäftsmodelle aus, die sich aus der Errichtung von DAOs in der „Industrie 4.0“ ergeben könnten.</strong></p>



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<span id="more-2100"></span>



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<p>Die vermutlich erstmalig bei der Kryptowährung Bitcoin – mit dem Rückgriff auf die <a href="https://nerdwaerts.de/2018/11/blockchain-ohne-mining-wie-der-blick-auf-bitcoin-blockchain-unnoetig-verkompliziert/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blockchain</a>-basierten Verfahren zur Verifzierung von Transaktionen &#8211; zum Einsatz gekommene „Distributed-Ledger-Technology“ („DLT“) hat sich heute auch jenseits finanzwirtschaftlicher Szenarien etabliert – etwa bei der Fixierung von „Eigentumsrechten“ an digitalen Gütern (NFTs) oder auch im Rahmen der Diskussion um ein zu errichtendes dezentrales „Web3“. Besonders vielversprechend erscheint der Rückgriff auf DLT im Rahmen industrieller Prozesse im Rahmen der „<a href="https://nerdwaerts.de/?s=Industrie+4&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Industrie 4.0</a>“. Eine große Zahl an entsprechenden „Blockchain-Projekten“ wurde in den vergangenen Jahren losgetreten. Häufig geschah dies allerdings mit der Umsetzung in Form von „Private Blockchains“, eigentlich einer Negierung des auf Dezentralisierung beruhenden DLT-Prinzips, welches ja eben gerade auf die Ausschaltung mächtiger Gatekeeper im System zielt. Andere Ansätze, beispielsweise im Supply-Chain-Bereich, nutzten die Technologie zur „fixierten“ Dokumentierung von Übergabepunkten, wobei hier in den allermeisten Fällen eine herkömmliche zentrale Datenbank vermutlich die bessere und effizientere Lösung gewesen wäre. Man kann wohl behaupten, dass das Potenzial der DLT bislang im Industrieumfeld noch nicht voll ausgeschöpft worden ist. Und womöglich bedarf es hier weiterführender Denkansätze und Strategien, die den aktuellen Entwicklungsstand aufnehmen und gezielt auf neue Anwendungsszenarien übertragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Automatische Exekution von Verträgen: Smart Contracts</h2>



<p>Im Rahmen von industriellen und ökonomischen Prozessen wird seit geraumer Zeit bereits auf sogenannte „<a href="https://nerdwaerts.de/?s=Smart+Contracts&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Smart Contracts</a>“ zurückgegriffen: Darunter versteht man technische Transaktionsprotokolle, welche die Einhaltung zuvor definierter Vertragsbestimmungen überwachen sowie autonom und mechanisiert die vereinbarten Konsequenzen ausführen. Die Anwendung des hier zugrundeliegenden, der Computerprogrammierung entlehnten IFTTT-Prinzips („if this … then that…“, „Wenn-Dann-Kausalität“) basiert auf der Annahme, dass sich zuvor definierte – und legitimierte – Entscheidungsmuster auf spätere Situationen anwenden lassen (vgl. „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Code_and_Other_Laws_of_Cyberspace" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Code is Law</a>“). Die nachfolgende Exekution anstehender Entscheidungen kann dann idealerweise autonom erfolgen, ohne dass es eines weiteren menschlichen Eingreifens zwingend bedürfte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">DAOs als institutionalisierte Smart Contracts</h2>



<p>Durch ein integriertes System aus einer Vielzahl dieser Smart Contracts ist es möglich, ganze Organisationen mit autonomen,<a href="http://: https://blog.ethereum.org/2015/12/04/ethereum-in-practice-part-2-how-to-build-a-better-democracy-in-under-a-100-lines-of-code/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> vollständig mechanisierten, dezentralen Entscheidungsstrukturen abzubilden</a>, sogenannte „Decentralized Autonomous Organisations“ (DAOs). Während auf diese Organisationsformen in der Vergangenheit vor allem in der Finanzwirtschaft, für Fonds und für die Tätigung von Investitionen zurückgegriffen wurde, haben sich inzwischen auch weitere Einsatzfelder für DAOs <a href="https://www.alchemy.com/blog/types-of-daos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">entwickelt</a>. Zum Teil weisen diese eher einen genossenschaftlichen Charakter auf, wie etwa die „Creator-DAOs“, beispielsweise „Friends-With-Benefits“, eine DAO, die im Wesentlichen verschiedene Freelancer aus dem Digitalumfeld zusammenführt und deren Talente gebündelt auf die Märkte bringt. Aber auch die Verfolgung und Finanzierung politischer Ziele können Zweck einer DAO sein, wie etwa die „Assange-DAO“, die US-$ 53 Mio. für die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange <a href="https://de.cointelegraph.com/news/53-million-raised-for-assange-showed-the-power-of-daos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">einsammelte</a>.</p>



<p>Die Steuerung von DAOs erfolgt automatisiert auf Basis von Bedingungen, welche die Mitglieder bzw. Teilhaber durch ein <a href="http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3082055" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Abstimmungsverfahren</a> im Vorfeld von Entscheidungssituationen festlegen. Meist wird über eingebrachte Vorschläge mittels &nbsp;nach kumulierten Eigentumsrechten und Kapitaleinlagen gewichteten Stimmen und unter der Maßgabe der Einhaltung eines bestimmten Quorums entschieden, wenngleich auch <a href="https://medium.com/daostack/voting-options-in-daos-b86e5c69a3e3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">andere Stimmrechtsprinzipien (z.B. nach erworbener Reputation) denkbar sind</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">DAOs in der Industrie 4.0</h2>



<p>Das Prinzip der DAOs ließe sich gut auf die Anforderungen der Industrie 4.0 übertragen. Wenn DAOs Organisationsformen zur mechanisierten Abwicklung von standardisierten Abläufen repräsentieren, so läge eine Chance in der Institutionalisierung der Prozesse des (Industrial) Internet of Things und der Ermöglichung dezentraler, direkter Transaktionen zwischen den einzelnen vernetzten „Dingen“, Geräten und Maschinen. Die DAO könnte hier gewissermaßen als Klammer und strukturgebender Rahmen dienen, der, auf Basis eines Systems ineinandergreifender Smart Contracts, eine „autonome Ordnung der Maschinen“ sicherstellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blockchain 3.0: Gerichtete Azyklische Graphen</h2>



<p>Schon seit längerem wird an der dafür notwendigen technischen Basis gearbeitet: Während man von der Bitcoin-Blockchain manchmal als „Blockchain 1.0“ und von Ethereum, aufgrund des zugrundeliegenden, jedwede Art von Smart Contracts ermöglichenden „General Purpose“-Ansatzes, von „Blockchain 2.0“ spricht, hat sich mit der DAG-Technologie („Directed Acyclic Graph“) eine neue Stufe der Weiterentwicklung etabliert, die in der Vergangenheit auch mit „Blockchain 3.0“ <a href="https://ieeexplore.ieee.org/document/8758979" target="_blank" rel="noreferrer noopener">bezeichnet wurde</a>. Derartige Ansätze, wie sie beispielsweise in unterschiedlicher Ausprägung von IOTA, IOTChain, Byteball oder DAGCOIN vertreten werden, zielen vor allem auf das „Internet der Dinge“, um dort Transaktionen zwischen einzelnen Maschinen und Geräten dezentral abzubilden. Für diese Vorgänge ist weder die Zeit noch die notwendige Energie für ein aufwändiges Mining- und Validierungsverfahren vorhanden. Zudem gestalten sich die Anforderungen an die Manipulationssicherheit hier weit weniger kritisch als dies bei einem digitalen Geldsystem wie Bitcoin der Fall ist. Damit kann es grundsätzlich gelingen, einige der Kinderkrankheiten der vorangegangenen Blockchain-Protokolle über Bord zu werfen.</p>



<p>Weniger formal streng als die vorangegangenen Ansätze, ermöglichen die „Gerichteten Azyklischen Graphen“, eine Blockchain-ähnliche Struktur, in der weiterhin die Transaktionen transparent, chronologisch und unveränderbar in einem Netzwerk gespeichert werden. Statt eines komplexen Mining-Verfahrens wird die Validierung der Transaktionen aber durch andere Maßnahmen incentiviert, etwa indem Teilnehmer nur dann Transaktionen selbst durchführen können, wenn sie zuvor selbst mehrere Transaktionen anderer Teilnehmer überprüft und freigegeben haben. Gleichzeitig eliminiert man damit typische Probleme der Distributed-Ledger-Technologie, wie etwa den hohen Verbrauch an Energie- und Zeitressourcen beim Mining, und man umgeht gleichzeitig auch das „51%-Problem“, wonach, sobald ein einzelner Akteur mehr als die Hälfte der „Mining-Macht“ im System erreicht hat, er dieses dominieren kann und damit die Dezentralität letztlich „aushebelt“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">M2M-Austausch im Internet der Dinge</h2>



<p>Wenn Maschinen eigenständig miteinander kommunizieren und in der Lage sind, dabei unabhängig vom menschlichen Eingriff Transaktionen untereinander auszuführen, birgt dies erhebliches Veränderungspotenzial. Im Wege von Machine-to-Machine-Payment (M2M) könnte eine Maschine die notwendigen Vorprodukte autonom im „Internet der Dinge“ einkaufen und erhielte bei Übergabe des durch sie erstellten fertigen Produktes eine entsprechende Gutschrift. Auf diese Weise entstünde eine dezentrale, unabhängige Konto- und Transaktionsverwaltung der einzelnen „Dinge“ untereinander.</p>



<p>Eine Industrie-DAO, die verschiedene maschinelle Systeme unter einem institutionellen Dach vereint, würde die heutige betriebliche Organisation auf den Kopf stellen. Im Binnenverhältnis führte dies zu einer deutlich fortgeschritteneren Automatisierung. Fertigung und Logistik wären keine losgelösten Einheiten mehr, sondern würden zu integrierten Abläufen verschmolzen – bestehende fixierte Strukturen würden zu interdependenten Prozessen. Das alte Versprechen des „Internets der Dinge“, von den sich selbst wartenden und eigenständig Nachschub beschaffenden Maschinen könnte damit endlich auch organisatorisch eingelöst werden. Buchführung und Controlling stünden nun eigene maschinenspezifischen Kosten- und Leistungsträger sowie eigene Profitcenter je Einheit zur Verfügung. Management und betriebliche Steuerung hätten damit direkten und ungefilterten Zugriff auf die internen Wertschöpfungsprozesse. Nach außen verkörperte eine entsprechende DAO eine eigene, „souveräne“ Instanz, die prinzipiell als unabhängige Schnittstelle fungiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Organisation von Industriekooperation durch DAOs</h2>



<p>Aber auch eine Kooperation bei Fertigung und Logistik verschiedener Teilhaber ließe sich damit realisieren, indem die jeweiligen Beteiligten auf Grundlage eines zuvor abgestimmten Regelwerkes ihren individuellen Beitrag am Gesamtprozess – maschinelle Ressourcen und arbeitsteilige Leistungen – einbringen. Dadurch entstünden neue Organisationsformen, die auch neue Geschäftsmodelle, innerhalb und außerhalb dieser dezentralen Organisationen ermöglichten. Ab einer kritischen Größe der DAO – also ausreichend eingebrachter und verfügbarer Kapazitäten – führt die Dezentralität zu einer hohen Flexibilität in der Ressourcenplanung auf der Seite potenzieller Nachfrager. Verschiedene in einer DAO organisierte Anbieter dieser maschinellen Ressourcen könnten über Smart Contracts und entsprechende Regelwerke ihre Kapazitäten dem Markt institutionalisiert zur Verfügung stellen. Denkbar wäre dabei auch die Einführung automatisierter Auktionen, wie sie aus dem Werbeflächenhandel im <a href="https://nerdwaerts.de/2016/01/targeting-big-data-programmatic-advertising-als-antwort-auf-die-fragmentierung-der-zielgruppen-zielgruppenfragmentierung-und-mediaplanung-im-digitalen-zeitalter-57/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Programmatic Advertising</a>, insbesondere bei Google oder auch bei Facebook, bekannt sind. Dabei werden die Preise maschinell, eigenständig auf Basis der erhobenen Marktdaten und Kapazitätsauslastungen, und <a href="https://nerdwaerts.de/2020/11/media-planung-programmatic-advertising-und-ki/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dynamisch ermittelt</a>. Die auf dieser Grundlage zustande gekommenen Transaktionen würden in einem Distributed Ledger fixiert und das entsprechende Entgelt dann nach Vertragserfüllung automatisch dem „Kontobuch“ der jeweiligen Leistungseinheit gutgeschrieben. Ohne Rückgriff auf einen Intermediär, der für seine Tätigkeit der Marktorganisation ein Entgelt beanspruchen könnte, hätte man damit eine Wertschöpfungsorganisation für die Industrie geschaffen – eine Plattformökonomie ohne Plattform.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer Wirtschaftssektor autonomer Maschinen?</h2>



<p>Ausgestattet mit einem eigenen Budget und einer autonomen Kapazitätserfassung wären einzelne Geräte und Maschinen damit zudem in der Lage, selbsttätig am Wirtschaftskreislauf teilzunehmen. Diese „Automatisierung der Automation“ könnte in letzter Konsequenz sogar in einer autonomen „Maschinenwirtschaft“ münden, in der intelligente Industriesysteme untereinander Prozesse und Güterströme eigenständig organisieren und abwickeln. Ein neuer, eigener Wirtschaftssektor wäre geboren.</p>



<p>Die damit verbundenen Auswirkungen wären sehr weitreichend. Unabhängig von ihrer Bewertung gewännen viele in der Vergangenheit diskutierte – und oft verworfene – Konzepte und Ideenansätze eine neue Relevanz. Denn auf einmal würden Themen wie die „Besteuerung von Maschinen“ und auch das „Bedingungslose Grundeinkommen“ eine ganz andere Aktualität und womöglich auch Plausibilität besitzen.</p>



<p>Dies setzt allerdings voraus, dass „Blockchain“ und das DLT-Konzept breiter gedacht werden als bisher. Die Chancen und neue Geschäftsmodelle in diesem Kontext liegen in der effizienten Kooperation der Marktteilnehmer – und nicht in betrieblichen Insellösungen.&nbsp;</p>



<p></p>



<p><strong>Mehr zum Thema: Vortrag/Keynote von Prof. Dr. Andreas Wagener: &#8222;Willkommen in der Matrix! Wie KI und Blockchain in der Industrie 4.0 zusammenwachsen&#8220;:    </strong></p>



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<p><strong>Der neueste Vortrag von Andreas Wagener: &#8222;Von Cyborgs und Digitalen Lebewesen: Wie generative KI&amp;VR menschliches Leben (und Sterben) verändern&#8220;:  </strong></p>



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<p>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>.</p>

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			</item>
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		<title>Zeit für Utopien: Solarpunk – eine erstrebenswerte Zukunft mit KI und Nachhaltigkeit</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2025/09/zeit-fuer-utopien-solarpunk-eine-erstrebenswerte-zukunft-mit-ki-und-nachhaltigkeit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 07:16:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es scheint so, als sei Optimismus angesichts der aktuellen Weltlage unangebracht. Aber vielleicht brauchen wir gerade deshalb wieder mehr positive Narrative?&#160;Jenseits aller politischen Sichtweisen ist unbestreitbar, dass die technischen Entwicklungen der letzten Jahre, insbesondere auch im Kontext der Digitalisierung, in der Lage sind, die gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen maßgeblich zu beeinflussen. Neben den vielen diskutierten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2025/09/zeit-fuer-utopien-solarpunk-eine-erstrebenswerte-zukunft-mit-ki-und-nachhaltigkeit/">Zeit für Utopien: Solarpunk – eine erstrebenswerte Zukunft mit KI und Nachhaltigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Es scheint so, als sei Optimismus angesichts der aktuellen Weltlage unangebracht. Aber vielleicht brauchen wir gerade deshalb wieder mehr positive Narrative?&nbsp;Jenseits aller politischen Sichtweisen ist unbestreitbar, dass die technischen Entwicklungen der letzten Jahre, insbesondere auch im Kontext der Digitalisierung, in der Lage sind, die gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen maßgeblich zu beeinflussen. Neben den vielen diskutierten dystopischen Szenarien gibt es aber auch positive, ausdrücklich lebensbejahende Ansätze. Als zunehmend prominent werdendes Beispiel sticht dabei die Vision des Solarpunk heraus. KI kann dabei eine wichtige Rolle spielen.</strong></p>



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<span id="more-2424"></span>



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<p>Solarpunk kann als positives Zukunftsszenario begriffen werden, das sich konstruktiv mit dem ökologischen und ökonomischen Status Quo auseinandersetzt und der Überzeugung folgt, dass technologischer Fortschritt und ökologische Regeneration miteinander vereinbar sind. Anstatt angesichts düsterer Entwicklungsprojektionen in Schockstarre zu verfallen, wird versucht, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie eine lebenswerte Post-Carbon-Gesellschaft tatsächlich aussehen könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Steampunk, Cyperpunk – Solarpunk</strong></h2>



<p>Der Begriff des Solarpunk <a href="https://republicofthebees.blogspot.com/2008/04/from-steampunk-to-solarpunk.html">orientiert sich an dem ähnlich gelagerten Phänomen des Steampunks</a>, welches wiederum seinen Ursprung in den dystopischen Narrativen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cyberpunk">Cyberpunks</a> hat. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Steampunk">Steampunk</a> steht für eine alternative Zukunft (oder Welt), in der Dampftechnologie wie auch andere Entwicklungen aus der „Viktorianischen Ära“ – viele Steampunk-Szenarien sind im angelsächsischen Kulturraum im zeitlichen Kontext des 19. Jahrhunderts angesiedelt – nicht durch ölbasierte Technologien verdrängt wurden. Elektrizität spielt hier meist allenfalls als aufkommende, aber noch nicht realisierte Technikvision eine Rolle.</p>



<p>Der Wortteil „punk“ kann dabei verschiedene Bedeutungen haben. Einerseits wird auf die dem Erzählkosmos oft zugrundeliegenden „do-it-yourself“-Ansätze angespielt, andererseits – und hier lassen sich Überschneidungen mit dem Cyberpunk ausmachen – betont dies einen gewissen disruptiven Charakter, nämlich eine Haltung, welche der jeweils vorherrschenden Gesellschaftsform tendenziell kritisch gegenübersteht oder diese gänzlich ablehnt.</p>



<p>Wie beim Cyberpunk, der vor allem auf die Science-Fiction-Werke von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/William_Gibson">William Gibson</a> (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neuromancer-Trilogie">Neuromancer</a>,&#8230;) zurückzuführen ist und in der Regel eine symbiotische Verbindung von Mensch und digitalen Systemen umschreibt, werden die sozialen Rahmenbedingungen als zumindest beengend, aber mitunter auch als autoritär oder sogar totalitär skizziert. Ebenfalls lässt sich bei beiden Genres regelmäßig Kapitalismuskritik als Leitthema ausmachen – die Ressourcen sind in den Narrativen meist in wenigen Händen gebündelt, wodurch Machtungleichgewichte entstehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Solarpunk als eigenständiges Phänomen</strong></h2>



<p>Während Cyberpunk eigentlich immer dystopische Züge trägt und Steampunk oft als eskapistische und „<a href="https://www.re-des.org/es/ein-solarpunk-manifest-deutsch/">retro-futuristische</a>“ Gegen- bzw. Alternativkultur betrachtet wird, setzt Solarpunk mit seinem ausdrücklich positiven und aktiv gestaltenden Selbstverständnis einen Kontrapunkt als hoffnungsvolle Vision für eine nachhaltige Zukunft. Solarpunk ist dabei gleichzeitig ästhetische Bewegung, literarisches Genre wie auch soziale Philosophie, die an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft angesiedelt ist. Im Kern steht die Überzeugung, dass eine nachhaltige, gerechte und lebenswerte Zukunft nicht nur möglich, sondern bereits im Entstehen begriffen ist. Trotz des Bestandteils &#8222;Solar&#8220;, umfasst der Begriff Solarpunk weit mehr als nur Photovoltaik. Es geht dabei vielmehr um ein ganzes Ökosystem nachhaltiger Ansätze.</p>



<p>Kern des Solarpunk-Denkens ist das Prinzip der&nbsp;<strong>regenerativen Kultur</strong>, das auf drei Säulen ruht:</p>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li><strong>Technologische Souveränität</strong>: Dezentrale erneuerbare Energiesysteme ersetzen fossile Infrastrukturen, wobei Solarenergie aufgrund ihrer potenziellen Dezentralität als Symbol für Autarkie und Partizipation dient.</li>



<li><strong>Ökosoziale Gerechtigkeit</strong>: <a href="https://utopia.de/ratgeber/solarpunk-science-fiction-zukunft-und-utopische-bewegung_445579/">Gefordert</a> wird der Abbau hierarchischer Machtstrukturen zugunsten gemeinschaftlicher Entscheidungsprozesse und als fair empfundener Ressourcenverteilung.</li>



<li><strong>Ästhetische Transformation</strong>: Sterile Ästhetik „kapitalistischer Urbanität“ soll durch „grüne“ Architektur abgelöst werden, dabei werden oft Kombinationen von <a href="https://www.re-des.org/es/ein-solarpunk-manifest-deutsch/">Elementen des Art-Nouveau </a>mit <a href="https://utopia.de/ratgeber/solarpunk-science-fiction-zukunft-und-utopische-bewegung_445579/">sichtbar </a><a href="https://solar-punk.org/2024/11/22/wie-sieht-der-wandel-aus/">ausufernder Vegetation</a> an den Häuserfronten als stilprägend postuliert.</li>
</ol>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-1.jpg" alt="" class="wp-image-2439" srcset="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-1.jpg 1024w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-1-300x225.jpg 300w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-1-768x576.jpg 768w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-1-624x468.jpg 624w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Solarpunk-Siedlung (erstellt mit Grok)</em></figcaption></figure>



<p>Die Existenz von Solarpunk in der Lebenswirklichkeit beginnt somit bereits mit dem „Solar-Balkonkraftwerk“. Sie zeigt sich ferner in einschlägigen innovativen Architekturprojekten. Sie weist aber auch einen klaren Technik- und Digitalisierungsbezug auf, einerseits in Bezug auf dezentrale und kollektive Aspekte, wie der Verwendung von Open-Source-Hardware und -Software oder auch <a href="https://nerdwaerts.de/2018/11/blockchain-ohne-mining-wie-der-blick-auf-bitcoin-blockchain-unnoetig-verkompliziert/">Blockchain</a> als <a href="https://nerdwaerts.de/2025/03/governance-of-things-ki-und-daos-in-der-politik/">„demokratischer“ Technologie</a>, die schon lange als Instrument der Organisation dezentraler Energiemärkte <a href="https://nerdwaerts.de/2018/11/willkommen-in-der-matrix-wie-ki-und-blockchain-in-der-industrie-4-0-zusammenwachsen/">diskutiert</a> wird. Andererseits dürfte gerade in jüngerer Zeit <a href="https://nerdwaerts.de/?s=KI">Künstliche Intelligenz</a> (KI) und insbesondere <a href="https://nerdwaerts.de/2024/10/von-cyborgs-und-digitalen-lebewesen-wie-generative-kivr-menschliches-leben-und-sterben-veraendern/">generative KI</a> als „Ermächtigungstechnik“ in diesem Kontext an Bedeutung gewinnen.</p>



<p>Im Mittelpunkt steht meist die Überzeugung, dass Technologie nicht zwangsläufig umweltschädlich oder entfremdend sein muss, sondern als Werkzeug ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit dienen kann. Insbesondere den potenziellen Fähigkeiten „digitaler“ Technologien, bürgerliche Ermächtigung und Unabhängigkeit von zentralen kommerziellen Akteuren zu ermöglichen, kommt dabei eine große Bedeutung zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>KI und Solarpunk</strong></h2>



<p>Anwendungsbeispiele von KI mit Bezug zu <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Solarpunk">Solarpunk</a> finden sich vor allem bei der Aufbereitung und Verwertung lokal gesammelter Daten. Durch Sensoren lassen sich etwa dezentral relevante Informationen zu Mikroklimata erfassen, wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit. Daraus könnten dann mittels KI standortspezifische Pflanzempfehlungen generiert werden. Flankiert durch personalisierte Apps, wäre somit auch Gartenbau nicht nur entlang lokaler Gegebenheiten, sondern auch entsprechend individueller Ernährungsgewohnheiten und Geschmacksprofilen denkbar.</p>



<p>Aus der Verknüpfung der gesammelten Daten mit den individuellen Profilen können Musterabgleiche erfolgen, anhand derer Vorschläge für die Bepflanzung unterbreitet werden. Analog sind Handreichungen für die individualisierte Optimierung der Ausrichtung von Solarpaneelen oder bei der Steuerung und Verwaltung von Miniwindkraftwerken denkbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Blockchain und Solarpunk</strong></h2>



<p>Wichtig ist dabei, dass diese Daten an verschiedenen Stellen dezentral gesammelt, verarbeitet und verwaltet werden. Dafür gibt es bereits, oft <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Blockchain">Blockchain</a>-basiert,<a href="https://nerdwaerts.de/2018/12/der-weg-zur-roboterautonomie-wie-ki-und-blockchain-die-maschinengesellschaft-erschaffen-koennten/"> erste Anwendungen</a>. Diese soll es ermöglichen, via <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Distributed+Ledger">Distributed-Ledger-Technologie</a> eigene KI-Assistenten für derartige <a href="https://nerdwaerts.de/2018/01/industrie-5-0/">Anwendungsfälle </a>aufzusetzen (z.B. <a href="https://www.virtuals.io/about">Virtuals</a>) oder verschiedene Machine-Learning-Ansätze dezentral miteinander zu verknüpfen (<a href="https://bittensor.com/about">Bittensor/TAO</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Intelligente Ressourcennutzung</strong></h2>



<p>Schon länger sind Konzepte derartiger dezentraler Netzwerke bei der Energieerzeugung und -distribution bekannt. Dabei speisen die lokalen, „privaten“ Erzeuger ihren selbsterzeugten Strom nicht einfach bei Ihrem Versorger gegen die festgelegte staatliche Vergütung ein, sondern würden damit in die Lage versetzt, den Strom direkt auf den Märkten anzubieten oder intelligent, über <a href="https://www.bmwk-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2019/05/Meldung/direkt-erklaert.html">Smart Grids</a> zu „parken“.</p>



<p>Die Administration der eingesetzten Technik dürfte zunehmend komplexer werden. Um Skaleneffekte und Effizienzsteigerungen zu erzielen, bietet sich eine Vernetzung der einzelnen dezentralen Stellen an. Dabei besteht die Gefahr eines Trade-Offs zwischen der Zentralisierung von Verfügungsmacht, die der Solarpunk-Idee zugrundeliegenden Idee autonomer Dezentralität entgegensteht, und der Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit der Systeme.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Solarpunk mit eigenem Betriebssystem</strong></h2>



<p>Um diesen Widerspruch aufzulösen und dennoch lokale wie globale Vernetzung zwischen einzelnen „Solarpunk“-Ansätzen zu ermöglichen, gibt es inzwischen erste technische Lösungsansätze, die ebenfalls auf KI und maschinelles Lernen zurückgreifen. Das Projekt der <a href="https://www.regenvillages.com/">ReGen-Villages</a> hat die Errichtung ökologisch nachhaltiger und energieautarker Siedlungen zum Ziel. Ein „<a href="https://www.uni-weimar.de/uploads/tx_showcase/05_ReGen_Villages.pdf">Betriebssystem</a>“, das sogenannte VillageOS, dient dazu, auf lokale Vorgänge reagieren zu können und entsprechend optimierte, automatisierte Anpassungen vorzunehmen. Somit soll es beispielsweise Wasserzyklen und Stromnutzung koordinieren, um auf diese Weise die bestmögliche Bewirtschaftung sicherzustellen. Dabei werden permanent Daten <a href="https://www.uni-weimar.de/uploads/tx_showcase/05_ReGen_Villages.pdf">gesammelt</a>, um sie für das Training von KI-Modellen nutzbar zu machen. Ziel ist es, dass das Betriebssystem somit in die Lage versetzt wird, Muster als Planungsgrundlagen abzuleiten und daraus Entscheidungen für die weitere städtebauliche und architektonische Entwicklung treffen können.</p>



<p>Das Konzept soll global ausgerollt werden, wobei die Vernetzung der einzelnen Standorte als wichtiges Erfolgskriterium betrachtet wird. Das „Betriebssystem“ braucht entsprechend für neue Siedlungen nur „installiert“ zu werden. Gleichzeitigt vergrößert sich damit sukzessive die Datenbasis, was zu verbesserten Musterprognosen führen sollte, die für das lokale Ressourcenmanagement der Standorte herangezogen werden. <a href="https://www.regenvillages.com/">Ziel ist eine KI-basierte, autonome Steuerung sämtlicher technischer Prozesse</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Generative KI und 3D-Technik für Solarpunk-Anwendungen</strong></h2>



<p>Neben der Ausführung dieser operativen Maßnahmen, soll KI auch bei der Planung und Weiterentwicklung des Systems <a href="https://singularityhub.com/2024/12/29/inside-villageos-a-simcity-like-tool-for-regenerative-living-spaces/">Verwendung finden</a>. Dabei greift man auf KI-gestütztes <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Generative_Gestaltung">Generatives Design</a> mittels sprachgestützter Dateneingabe und erstellter 3D-Karten  (via <a href="https://www.unrealengine.com/de">Unreal Engine</a> und <a href="https://cesium.com/">Cesium</a>) zurück. Ein Bewohner oder „Anwender“, der beispielsweise die Wasserversorgung verbessern möchte, kann per „Prompting“ Ziele wie „Maximierung der Regenwasserspeicherung“ oder „Verringerung des Abflusses“ vorgeben. Die Software soll dann durch die Verknüpfung mit den angelegten Datenbanken den besten Standort für ein Wasserreservoir auf einem realen Grundstück ermitteln. Das Gleiche gilt für die Planung von Wohn- und Energiesystemen oder die Auswahl geeigneter klimaresistenter Pflanzen und deren Anbauorte.</p>



<p>Aktuell befindet <a href="https://www.regenvillages.com/">ReGen</a> laut Website mit seinem VillageOS in der praktischen Pilotphase und erprobt die Anwendungen an ersten Standorten. Auch wenn es sich hier um ein Investmentprojekt handelt, zeigt es ganz gut, wohin die Entwicklung gehen könnte. Die Realisierung der Solarpunk-Ideen wird in der Praxis auf derartige Technik zurückgreifen müssen, wenn eine großflächige Bewegung initialisiert werden soll. Der immer niedrigschwelligere Rückgriff auf KI und andere „digitale“ Technologien könnte hier für eine neue Dynamik sorgen.</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
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</figure>
</div></div>



<p>                        </p>



<p><strong>Mehr zum Thema: Vortrag/Keynote von Prof. Dr. Andreas Wagener: &#8222;Von Cyborgs und Digitalen Lebewesen: Wie generative KI&amp;VR menschliches Leben (und Sterben) verändern&#8220;:    </strong></p>



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<p><em>
Mehr Informationen zum Thema KI im Marketing finden Sie im Buch von <a href="https://nerdwaerts.de/keynotes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wagener</a> <a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;crid=3LEYA68C1IHK9&#038;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&#038;dib_tag=se&#038;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&#038;qid=1728994048&#038;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&#038;sr=8-1&#038;linkCode=ll1&#038;tag=nerdwaerts-21&#038;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&#038;language=de_DE&#038;ref_=as_li_ss_tl">Künstliche Intelligenz im Marketing</a>, Haufe, Freiburg, 2023</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3LEYA68C1IHK9&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&amp;qid=1728994048&amp;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=nerdwaerts-21&amp;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl"><img loading="lazy" decoding="async" width="345" height="466" src="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2024/10/Kuenstliche-Intelligenz-im-Marketing-2023.jpg" alt="" class="wp-image-2211" style="width:248px;height:auto" srcset="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2024/10/Kuenstliche-Intelligenz-im-Marketing-2023.jpg 345w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2024/10/Kuenstliche-Intelligenz-im-Marketing-2023-222x300.jpg 222w" sizes="auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px" /></a></figure>



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<p></p>
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		<title>Governance of Things: KI und DAOs in der Politik</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2025/03/governance-of-things-ki-und-daos-in-der-politik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2025 10:33:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nach einer Studie des spanischen Center of the Governance of Change würde ein Viertel der Befragten Europäer es bevorzugen, dass politische Entscheidungen eher von einer KI als von Politikern aus Fleisch und Blut getroffen werden würden. Damit würde der Endpunkt einer Entwicklung zunehmender Mechanisierung gesellschaftlicher Prozesse beschrieben, die vor allem durch den Rückgriff auf Technologien [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2025/03/governance-of-things-ki-und-daos-in-der-politik/">Governance of Things: KI und DAOs in der Politik</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Nach einer Studie des spanischen Center of the Governance of Change würde ein Viertel der Befragten Europäer es bevorzugen, dass politische Entscheidungen eher von einer KI als von Politikern aus Fleisch und Blut getroffen werden würden. Damit würde der Endpunkt einer Entwicklung zunehmender Mechanisierung gesellschaftlicher Prozesse beschrieben, die vor allem durch den Rückgriff auf Technologien wie Maschinelles Lernen und Blockchain möglich wird.</strong> <strong>Führt dies zu mehr in Verwaltung und Staat oder befinden wir uns damit auf dem Weg in eine Dystopie?</strong></p>



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<span id="more-2121"></span>



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<p>Schon seit längerem diskutieren die Sozialwissenschaften den Einfluss der Digitalisierung auf die gesellschaftliche Entscheidungsfindung. Aufgrund des zunehmenden Rückgriffs auf Algorithmen und Verfahren des maschinellen Lernens im Rahmen von „<a href="https://nerdwaerts.de/2022/03/transparenz-und-verantwortung-das-legitimationsproblem-algorithmischer-entscheidungen-in-der-politik/">Algorithmic Governance</a>“ und des „Automated Decision Making“ (ADM) in der praktischen Politik ergeben sich Fragestellungen im Bereich der Legitimation und ethischen Vertretbarkeit derartiger Vorstöße (Wagener 2021). Ähnlich verhält es sich mit Anwendungsszenarien für die Distributed-Ledger-Technologie, etwa dem Konzept der „Liquid Democracy“ (Bastgen / Winkler, 2013) mit dem die Behebung von Leistungsdefiziten der repräsentativen Demokratie durch die Implementierung von Automatismen zur Umsetzung des Wählerwillens bis hin zu einer <a href="https://blog.ethereum.org/2015/12/04/ethereum-in-practice-part-2-how-to-build-a-better-democracy-in-under-a-100-lines-of-code/">„Imperativierung“ des Mandats</a> verbunden werden (van de Sande, 2015)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Smart Contacts und DAOs</h2>



<p>Im Rahmen von industriellen und betriebswirtschaftlichen Prozessen werden über „Smart Contracts“ schon seit geraumer Zeit auf Grundlage logischer „Wenn-Dann“-Kausalitäten vorab getroffene Vereinbarungskonsequenzen automatisiert exekutiert. Durch ein integriertes System aus einer Vielzahl dieser Smart Contracts ist es möglich, ganze Organisationen mit autonomen, vollständig mechanisierten, dezentralen Entscheidungsstrukturen abzubilden, sogenannte „Decentralized Autonomous Organisations“ (DAOs).</p>



<p>Eine Übertragung dieses Prinzips auf die Politik, insbesondere auf staatliche Institutionen, erscheint grundsätzlich denkbar. Im Zusammenspiel mit dem Einsatz von Algorithmen, maschinellem Lernen und KI könnten leistungsfähige autonome Systeme geschaffen werden, welche die Art und Weise der gesellschaftlichen Entscheidungsfindung sowie die Beschaffenheit des Staates grundsätzlich revolutionieren würden. Ein entsprechender Einsatz dieser Technologien in der politischen Sphäre wirft jedoch neue Fragen hinsichtlich Legitimation und Repräsentation auf. Somit erwüchse für die Gesellschafts- und Politikwissenschaften &#8211; in Anlehnung an den vielzitierten Begriff des „Internet of Things“ &#8211; die Aufgabe, die Leitlinien einer möglichen Implementierung dieser „Governance of Things“ und deren demokratieverträgliche Ausgestaltung zu skizzieren und zu bewerten: Welche Herausforderung für die Demokratie bestehen demnach und wie können wir uns diesen stellen? Inwieweit ist es legitim, die technischen Errungenschaften auszubauen und den digitalen Wandel voranzureiben? Und wie können dabei bürgerliche Partizipation und nicht zuletzt ein menschliches Antlitz der Staatlichkeit gewährleistet werden? Schließlich münden derartige Überlegungen zwangsläufig in der grundsätzlichen Frage nach der Relevanz der menschlichen Willensbildung im digitalen Zeitalter: Welche Zukunft ist wünschenswert und welche Entwicklungen führen uns in eine Dystopie?</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Algorithmic Governance und AI Governance</h2>



<p>Seit einiger Zeit wird unter dem Begriff der „<a href="https://nerdwaerts.de/?s=Algorithmic+Governance">Algorithmic Governance</a>“ (Yeung, 2018; Katzenbach / Ulrich, 2020) verstärkt der Einsatz datenbasierter, „digitaler“ Technologie als Ergänzung oder auch als vollständiger Ersatz menschlicher politischer Entscheidungen diskutiert. In Anlehnung an Laurence Lessigs (Lessig 1999) Diktum „Code is Law“ (auch: „Law is Code“, vgl. Hassan / de Filippi, 2017), ließe sich diese Vorgehensweise als die Automatisierung der Ausführung vorab definierter (staatlicher) Regeln beschreiben. Die Anwendung des hier zugrundeliegenden, der Computerprogrammierung entlehnten „Wenn-Dann“-Prinzips („if this … then that…“, „IFTTT“) basiert auf der Annahme, dass sich zuvor definierte – und legitimierte – Entscheidungsmuster auf spätere Situationen anwenden lassen. Die nachfolgende Exekution anstehender Entscheidungen kann dann idealerweise autonom erfolgen, ohne dass es eines weiteren menschlichen Eingreifens zwingend bedürfte.</p>



<p>Der Rückgriff auf KI – verstanden als der Einsatz von autonomen, selbstlernenden Systemen – verändert die Rahmenbedingungen algorithmischen Regierens nochmals grundlegend.&nbsp; Denn sofern solche intelligenten Systeme eigenständig hinzulernen, ihre Entscheidungen also nicht mehr zwingend den vorab menschlich definierten Mustern und Regeln entsprechen, sondern diese, aufbauend auf den verarbeiteten Erkenntnissen, autonom agieren und eigene Maßstäbe anlegen – man spricht dann i.d.R. von „<a href="https://nerdwaerts.de/?s=AI+Governance">AI Governance</a>“ (Kuziemski und Misuraca 2020) -, stellt sich die Frage, wie diese Prozesse im demokratischen Staat legitimiert werden können. Dabei handelt es sich keinesfalls um ein rein theoretisches Problem. Derartige Systeme kommen bereits regelmäßig in der staatlichen und politischen Praxis zum Einsatz, etwa in der Arbeitsmarkt- und -innenpolitik, bei der Polizeiarbeit oder der Unterfütterung juristischer Vorgänge.<a id="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a> Eine Kombination mit DLT-basierten Verfahren findet zwar in aller Regel nicht statt, wäre aber grundsätzlich möglich.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Distributed-Ledger: Blockchain, Smart Contracts und DAOs</h2>



<p>Der Rückgriff auf DLT-Verfahren geht in erster Linie auf die Kryptowährung Bitcoin zurück, wo die „Blockchain“ für die dezentralisierte, transparente und unveränderbare Erfassung der Daten zu den Transaktionen zwischen den Netzteilnehmern verwendet wird. Eine Transaktion muss immer durch die anderen Netzwerkteilnehmer bestätigt werden. Das Ergebnis wird unveränderlich im „Ledger“ (Kontobuch) gespeichert und die somit neu gebildete Blockchain an die Teilnehmer verteilt.</p>



<p>Ganz wesentlich ist dabei, dass die Dezentralität der Organisation zur Ausschaltung der vermittelnden zentralen Stelle, des „Intermediärs“ (beispielsweise eine überwachende staatliche Institution, wie eine Zentral- und Notenbank, oder ein zentrales Finanzsystem), führt. Dies wird nicht nur als effizient und kostenrelevant betrachtet – schließlich „verdient“ der Mittelsmann nun nicht mehr an einer Transaktion und die Blockchain-Peers können diesen Kostenvorteil unter sich aufteilen –, sondern verändert auch das Machtgefüge. Nicht selten wird sogar von einer „Demokratisierung“ <a href="https://dupress.deloitte.com/dup-us-en/focus/tech-trends/2016/blockchain-applications-and-trust-in-a-global-economy.html">gesprochen </a>(Piscini et al, 2016), da die „Legitimation“ von Transaktionen dann nicht mehr durch eine zentrale Autorität erfolgt, die womöglich ihre eigenen Interessen im Visier hat, sondern durch die Masse der Netzwerkmitglieder.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Smart Contracts und IFTTT</h2>



<p>Aus der ursprünglichen Blockchain-Logik heraus entwickelten sich auch jenseits finanzwirtschaftlicher Szenarien Anwendungsbereiche für die DLT. Unter „Smart Contracts“ versteht man technische Transaktionsprotokolle, welche die Einhaltung zuvor definierter Vertragsbestimmungen überwachen sowie autonom und mechanisiert die vereinbarten Konsequenzen ausführen – ebenfalls nach dem IFTTT-Prinzip und analog zum „Code-is-Law“-Diktum. Menschliches Eingreifen, etwa bei Verletzungen der Vertragsrechte durch eine Partei, ist damit nicht mehr notwendig.</p>



<p>Durch ein System aus einer Vielzahl dieser Smart Contracts ist es möglich, ganze institutionelle Organisationen mit autonomen Entscheidungswegen abzubilden – die bereits eingangs erwähnten DAOs. Diese werden bereits seit einiger Zeit im Finanzbereich erprobt und etabliert, um als eigenständige Akteure, losgelöst von menschlichen Eingriffen, am Wirtschaftskreislauf teilzunehmen (van de Sande, 2015). Die Steuerung von DAOs erfolgt automatisiert auf Basis von Bedingungen, welche die Mitglieder bzw. Teilhaber durch ein Abstimmungsverfahren im Vorfeld von Entscheidungssituationen festlegen (Chopan, 2022). Meist wird über eingebrachte Vorschläge durch in der Regel nach kumulierten Eigentumsrechten und Kapitaleinlagen gewichtete Stimmen unter der Maßgabe der Einhaltung eines bestimmten Quorums entschieden, wenngleich auch andere Stimmrechtsprinzipien (z.B. nach erworbener Reputation) <a href="https://medium.com/daostack/voting-options-in-daos-b86e5c69a3e3">denkbar sind</a> (Arsenault, 2020).</p>



<h2 class="wp-block-heading">DAOs in der Politik</h2>



<p>Grundsätzlich scheint damit auch eine Übertragung des Prinzips der DAOs auf die Politik denkbar, was insbesondere in den USA immer wieder durch entsprechende Forderungen unterfüttert wird (Sergeenkov 2022). Unter dem Stichwort der „Liquid Democracy“ werden darunter unterschiedliche Ausprägungen der Mandatsgebundenheit, meist mit dem Fokus auf einer stärkeren individuellen, direkten bürgerlichen Partizipation, diskutiert. Eines der kursierenden Konzepte ist das „Delegated Voting“ (Nitsche, 2014). Nach diesem Prinzip können die Wahlberechtigten flexibel bestimmen, ob sie ihr Stimmrecht in einer spezifischen Entscheidungssituation selbst ausüben oder an einen Delegierten übertragen, etwa weil jener über die in diesem Fall notwendige Expertise verfügt. Der entsprechende Delegierungsvorgang wird dazu in einer Blockchain dokumentiert. Ferner könnten aber auf diese Weise auch imperative Mandate kreiert und überwacht werden. In der Kombination mit Smart Contracts ist es denkbar, einen Automatismus zu erzeugen, der den aggregierten Wählerwillen zwingend zur Umsetzung bringt, indem die eigentliche Ausübung des Mandats gar nicht mehr im Verfügungsbereich des Delegierten liegt, sondern die in der Blockchain festgehaltene inhaltliche Bindung zu einer nicht mehr beeinflussbaren Mechanisierung der Abstimmung führt. In vielen Demokratien stünde dies allerdings wohl im Widerspruch mit dem als unerlässlich betrachtetem Prinzip des freien Mandats, das den Abgeordneten nur seinem eigenen Gewissen unterwirft (Seckelmann 2014). In letzter Konsequenz müsste ein solches Verständnis von Demokratie dazu führen, dass – sofern die technische Umsetzbarkeit dieser aufwändigen Verfahren gegeben ist – es eigentlich gar keiner Delegierter mehr bedarf, da sich sämtliche Entscheidungsprozesse dezentralisieren ließen (Waldmann, 2016).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Politische DAOs als intelligente, selbstlernende Systeme</h2>



<p>Der Hauptvorwurf gegenüber dem Delegated Voting zielt auf eine zu geringe Praxisnähe und mangelnde Effizienz. Schließlich sei es kaum möglich, die Vielzahl an Themen und unterschiedlichen Delegierten zu überblicken und zu koordinieren.&nbsp; Als problematisch erachtet wurde auch die Einbindung der durch Stimmkumulation entstehenden „Superdelegierten“ in ein System von Checks&amp;Balances sowie deren Verantwortlichkeit gegenüber den Wählern (Seckelmann 2014).</p>



<p>Der Einsatz von DLT wäre dabei gleichwohl durchaus geeignet, die grundsätzlichen Probleme von Stimmdelegierungen zu reduzieren, denn eine Einbettung in ein digitales System könnte einerseits zu mehr Übersichtlichkeit beitragen, andererseits würde gerade der Vermerk des individuellen Abstimmungsverhaltens der Delegierten in einer allgemein zugänglichen und unveränderbaren „Blockchain“ zu mehr Transparenz und Zurechenbarkeit („Accountability“) führen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Komplexe Entscheidungsumfelder als Problem politischer Systeme</h2>



<p>In der Tat dürfte ein Hauptproblem heutiger politischer Systeme und der jeweiligen Entscheidungsträger in der zunehmenden Komplexität politischer Entscheidungen sowie – zumindest in der westlichen Welt &#8211; in der allgemein wachsenden gesellschaftlichen Fragmentierung und Polarisierung bestehen. Damit drängt sich die Frage auf, inwiefern tradierte, rein menschliche geprägte Entscheidungsprozesse noch zeitgemäß sind – angesichts der stetig wachsenden Leistungsfähigkeit in diesem Kontext anwendbarer digitaler Technologien. Und: Führen menschliche Entscheidungsspielräume nicht immer auch zwangsläufig zu einem „Bias“, einer menschlich induzierten „Unwucht“, die eine Seite gegenüber einer anderen aufgrund tradierter Verhaltensmuster bevorzugt?</p>



<p>Vieles spricht dafür, dass sich durch den Einsatz digitaler Technologien zumindest ein Teil dieser Probleme beheben ließe, da der politische Entscheidungsprozess auf diese Weise eine radikale Rationalisierung erfahren würde (Owen 2015; Atzori, 2017). Während der formale Abstimmungsprozess sowie die Fixierung der getroffenen Entscheidung über DLT und Smart Contracts abzubilden wären, könnten der Rückgriff auf KI und Methoden des maschinellen Lernens dazu dienen, die Entscheidungsgrundlagen bereitzustellen, um dann eine „absolut rationale Willensbildung“ durch das System sicherzustellen (Atzori 2015). KI wäre somit für den Entscheidungs-Input relevant; für die Entscheidungsausführung, den Output, könnte auf DLT-Methoden zurückgegriffen werden. In einem solchen System bedarf es dann keiner „intermediären“ Mandatsträger mehr, die womöglich den streng rationalen Entscheidungsprozess durch menschliche Einflussnahme verzerren würden. Es entstünde eine absolut autonome politische Organisation – eine „Staats-DAO“ –, die den Wählerwillen durch vorgelagerte Abstimmungen aggregiert und aufwändig zu klärende Detailfragen, ausgehend von dieser somit geschaffenen Datenbasis, durch den Einsatz iterativer Lernmethoden autonom beantwortet. Die Wähler gäben also durch ihr Abstimmungsverhalten die Richtlinien und Rahmenbedingungen vor, für die Umsetzung in die praktische Politik, für die der Einzelne im Zweifelsfall ohnehin nicht die notwendige Kompetenz besäße, trüge jedoch die KI die Verantwortung und berechnet aus den vorliegenden Daten die richtige und vernünftigste Entscheidung, basierend auf Mustererkennungen (via „Unsupervised Learning“) und der Maxime der Optimierung des vorab definierten Gemeinwohls (etwa über die Methode des „Reinforcement Learnings“)<a href="#_ftn2" id="_ftnref2">[2]</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die nächste Stufe: Directed Acyclic Graphs (DAG)</h2>



<p>Was im gesellschaftlichen Kontext nach purer Science-Fiction klingen mag, ist im industriellen Umfeld bereits deutlich weiter entwickelt. Über sogenannte „DAGs“ („Directed Acyclic Graphs“), die für manche die nächste Entwicklungsstufe der DLT markieren, lassen sich typische Probleme der DLT, wie etwa der hohe Verbrauch an Energie- und Zeitressourcen, durch die Abkehr von den komplexen Mining-Verfahren wie sie von Bitcoin und Ethereum bekannt sind, beheben. Derartige Ansätze, wie sie beispielsweise in unterschiedlicher Ausprägung von IOTA, IOTChain oder DAGCOIN vertreten werden, zielen bislang vor allem auf das „Internet der Dinge“, wo Transaktionen &#8211; transparent, chronologisch und unveränderbar &#8211; zwischen einzelnen Maschinen und Geräten dezentral abgebildet werden sollen.</p>



<p>Wenn Maschinen eigenständig miteinander kommunizieren und in der Lage sind, dabei unabhängig vom menschlichen Eingriff Transaktionen untereinander auszuführen, führt dies zu erheblichen Veränderungspotenzial: Eine Prozessorganisation, in der intelligente Industriesysteme untereinander Prozesse und Güterströme eigenständig abwickeln, welche Arbeitsschritte zwischen Maschinen koordiniert und für einen finanziellen Ausgleich zwischen den beteiligten Systemen und Geräten entsprechend ihrer Beteiligung an der Wertschöpfung sorgt und all dies entsprechend transparent auf einem Distributed Ledger vermerkt, ermöglicht in letzter Konsequenz eine autonome, sich selbst steuernde Maschinenwirtschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blockchain in Kombination mit KI als Zwischenschritt zur generellen Künstlichen Intelligenz</h2>



<p>Im Moment wird oft davon ausgegangen, dass wir eine „generelle Künstliche Intelligenz“, die dem Menschen auch in seiner Vielfältigkeit gleichkommt, nur schwer erzeugen können. Die meisten KI-Systeme sind auf sehr spezifische Probleme trainiert und daher auch entsprechend in ihrer Leistungsfähigkeit darauf beschränkt. Der Rückgriff auf DLT als Element der Prozessorganisation könnte dann jedoch die Grundlagen für eine arbeitsteilige Ökonomie künstlicher Intelligenzen liefern: Stellt eine KI ihren spezifischen Arbeitsschritt fertig, so wäre es dann möglich, die Übergabe der jeweiligen Teilleistung zur Weiterarbeitung in einem Distributed Ledger zu vermerken und über einen Smart Contract an die nächste zuständige Einheit zu übergeben. Somit würde sichergestellt, dass alle notwendigen Teilschritte eingeleitet und lückenlos abgearbeitet werden.</p>



<p>Dieses Prinzip &#8211; KI sorgt für die Findung von Entscheidungen, die DLT für die Koordination der daraus resultierenden Handlungen – könnte grundsätzlich auch in einer politischen DAO abgebildet werden. Politische Fragestellungen ließen sich durch ein führendes intelligentes System in Einzelprobleme aufspalten, die von der spezifischen KI zu bearbeiten wären. Die Sicherstellung der Übergabeprozesse zwischen den KIs untereinander aber eben auch die „Operationalisierung“ des Wählerwillens und dessen Einspeisung in das System erfolgte auf Basis von DLT (Wagener 2018).&nbsp;</p>



<p>Zweifelsohne müssen natürlich für ein politisches System weitaus strengere Standards hinsichtlich der technischen Verlässlichkeit gelten, als für die Abbildung von Wertketten. Und in der Tat gilt die DAG-Technologie bislang nicht als völlig ausgereift. Ungeachtet dessen wirft ein entsprechender perspektivischer Einsatz in der gesellschaftlichen Entscheidungsfindung erhebliche Fragen nach der Gewährleistung von Legitimation und Repräsentation im politischen System auf. Diesem Aspekt widmet sich der folgende Abschnitt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Frage nach Legitimation, Repräsentation und Partizipation.</h2>



<p>Die Legitimationsdefizite, ebenso wie der Mangel an bürgerlichen Partizipationsmöglichkeiten an einer weitgehend autonom agierenden politischen DAO liegen auf der Hand und ergeben sich bereits immanent aus ihrer Konstruktion: Es bedarf schon eines großen Vertrauens in die Technik und den technologischen Fortschritt, um hierin eine positive Perspektive für Staatlichkeit und Repräsentation festmachen zu können. Gleichwohl ist die Vision einer „Staats-DAO“ kein bloßes Phantasieprodukt. Die Idee die operativen politischen Prozesse an eine autonom agierende Entität auszulagern, trifft durchaus, vor allem in den USA, tatsächlich auch auf Zustimmung:</p>



<p>Die Vorteile eines solchen Systems werden zu allererst in der Effizienzsteigerung gesehen, die hierbei für die staatliche Entscheidungsfindung und -ausführung durch die Automatisierungszuwächse zu erwarten wären. Ähnliche oder identische Entscheidungsfragen müssten nicht immer wieder neu verhandelt, sondern könnten durch die einmalige Festlegung auch für die Zukunft verbindlich geregelt werden. Des Weiteren ließen sich Verwaltungsentscheidungen versachlichen, da das einmal gefundene Regelsystem für alle Betroffenen gleichermaßen zur Anwendung käme, ungeachtet möglicher persönlicher Präferenzen der Entscheider „vor Ort“. Damit ginge dieser Argumentation folgend ein Zuwachs an Fairness und Gleichberechtigung einher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Libertäre Motive als Treiber</h2>



<p>Für die Anhänger sind darüber hinaus vor allem libertäre Motive maßgebend (Tapscott / Tapscott 2016, 199). DLT wird als bewusst technokratisches Instrument betrachtet, das den staatlichen und überstaatlichen Institutionen, die ohnehin dazu tendieren würden, ihre Befugnisse zu überschreiten, entgegengesetzt werden kann ((Tapscott / Tapscott, 2016, 201). &nbsp;Viele dieser „Techno-Libertarians“ sind der Meinung, dass zentrale Koordination und der Staat Produkte einer überkommenen patriarchalen und hierarchisch-autoritären Grundeinstellung sind, die es zu überwinden gilt (Atzori 2015, 24; Sergeenkov 2022; Roberts 2022)&nbsp; Charakteristisch ist die Übertragung von marktwirtschaftlichen Funktionsweisen auf politische Leistungsprozesse. Der Staat als Organisationsform wird wie ein Unternehmen betrachtet, das funktionieren und liefern muss, wenn es weiter die Gunst seiner „Kunden“, den Bürgern, genießen will. Geschieht das aus Sicht des Einzelnen nicht, so wird es als logische Konsequenz angesehen, dass dieser in höchster Flexibilität seine Loyalität aufkündigt und sich „Alternativangeboten“ zuwendet (Tarkowski Tempelhof 2012).&nbsp; Möglichst freie und ungezügelte Marktwirtschaft gilt als <a href="https://www.wsj.com/articles/the-capitalist-cure-for-terrorism-1412973796">Hauptgarant politischer Stabilität</a> (de Soto 2014). Es sei keine Option, Menschen „qua Geburt“ in ein politisches System zu „zwingen“, ihnen damit bereits „von Beginn an“ ihre Freiheit zu entziehen (Tarkowski Tempelhof 2012). Stattdessen müsse man das Prinzip auf den Kopf stellen und größtmöglicher Selbstbestimmung den Weg ebnen. Die Gestaltungsprinzipien der DLT, welche die politische Macht auf ihren eigentlichen Ausgangspunkt direkt zurückübertragen, werden hierfür als perfektes Vehikel identifiziert. Die damit ebenfalls einhergehende Technisierung politischer Systeme zielt auf eine ganz bewusste „Entmenschlichung” der Politik. Menschliche Schwächen ließen sich nicht durch Checks &amp; Balances allein auffangen. Die durch den DLT geschaffene Entscheidungstransparenz in Verbindung mit dem durch die Smart Contracts induzierten Exekutiv-Automatismus würden Korruption und Vetternwirtschaft hingegen unmöglich machen (Woods, 2015). Grundsätzlich ist es nicht so, dass man sich gegen Demokratie als solche wendet. Typisch ist jedoch ein archaisches, teilweise auch äußerst schlichtes Demokratieverständnis. Entscheidungen werden als absolut begriffen und in schwarz und weiß, in ein binäres System von Einsen und Nullen, gegliedert. Mehrheitsentscheidungen sind dabei stets verbindlich, unabhängig von den Inhalten und ihrer Legitimität (van de Sande, 2015).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hobbes 2.0?</h2>



<p>Ein Großteil dieser Argumentation erinnert an klassische Gesellschaftsvertragsmodelle wie Hobbes‘ Leviathan (Hobbes 1909). Demnach sollte der Staat eher als effiziente Maschine zur Sicherstellung der Marktinteressen der Bürger fungieren (König 2020), die bürgerlichen Individuen müssen sich dabei nicht gegenseitig, sondern lediglich auf die Funktionsfähigkeit dieses Staatswesens vertrauen.</p>



<p>Auch ein anderer Klassiker der Gesellschaftstheorie scheint dabei im Hintergrund zu wirken: Jean Jacques Rousseaus „volonté générale“, der „wahre Volkswille“, der mit dem Gemeinwohl übereinstimmt und auf das allgemein Beste ausgerichtet ist. Dieser kann im Gegensatz zum Willen jedes einzelnen, aber auch im Widerspruch zum empirisch feststellbaren Willen aller („volonté des tous“) stehen (Rousseau 1762, Fetscher 1971). Die Idee eines „volonté générale“, so ließe sich argumentieren, wäre somit prädestiniert für den Einsatz von KI, die ja aufgrund ihrer hohen Rationalität und Rechenkapazität in der Lage ist, auch schwierige Entscheidungssituationen abzubilden. Gerade letztere scheinen doch schließlich in Zeiten zunehmender politischer Komplexität und sozialer Fragmentierung klassische repräsentative Demokratien zunehmend an ihre Grenzen zu führen. KI könnte dabei maßgeblich zu einer versachlichten Ermittlung dieses rousseauschen Volkswillens beitragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schöne neue Welt?</h2>



<p>Der Mehrheit der beschriebenen Argumentationsansätze ist gemein, dass sie ein hohes Augenmerk auf die „Output“-Seite des politischen Systems, weniger auf dessen „Input“-Seite legen. Gerade aber die Beschaffenheit einer KI-gefütterten DAO wirft die Frage nach dem rechtmäßigen Zustandekommen von Entscheidungen auf. Die binäre Absolutheit der Entscheidungen der DLT-Logik wird flankiert durch eine unstetes, sich qua Definition autonom immer weiter entwickelndes „Gehirn“, das die Detailentscheidung treffen muss: Während Maßnahmen auf Grundlage herkömmlicher Algorithmic Governance ihre Rechtmäßigkeit aus diesem zuvor abgestimmten, „festverdrahtetem“ Regelsystem beziehen, justieren sich KI-Systeme auf Grundlage ihres Lernfortschrittes permanent eigenständig neu. Dies mag legitim erscheinen, sofern zumindest die Ziele, anhand derer dies geschieht, Ausfluss eines am Staatszweck orientierten (demokratischen) Verfahrens sind. Gleichwohl ist für die Erreichung politischer Ziele in der Demokratie auch die Art und Weise ihres Zustandekommens relevant. Zieldefinitionen, anhand derer ein lernendes System sich ausrichtet, können schließlich stets nur quantitativer Natur sein. Die Auswirkungen einer solchen politischen Zieloptimierung weisen jedoch immer auch eine qualitative Dimension auf, deren Tragweite ein Algorithmus nie erfassen kann. Beispielsweise ist es sicherlich möglich, einem System eine bestimmte „optimale“ Budgetallokation als Ziel vorzugeben, die Frage, ob diese dann im Ergebnis im Einklang mit einem wie auch immer definierten Gemeinwohl steht, ist eine ganz andere und kann weder in der Praxis technisch noch in der Theorie legitim durch eine KI beantwortet werden, sondern verbleibt zwangsläufig Gegenstand der menschlichen Domäne.</p>



<p>Auch die angestrebte „Entmenschlichung“ politischer Entscheidungen ist vor diesem Hintergrund kritisch zu sehen. Gerade dann, wenn diese nicht mehr unter Berücksichtigung individueller Situationen getroffen werden, sind Verzerrungen und soziale Härten zu erwarten. Auch stellen sich Fragen nach den Verantwortlichkeiten im Einzelfall – und zwar sowohl politisch als auch rechtlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Internet of Things zur Governance of Things</h2>



<p>De Facto sind Algorithmen, digitale Prozesse und Entscheidungsmechanismen bereits heute schon nicht mehr rein technisch-rationale Konstrukte. Sie repräsentieren auch immer den Einfluss derjenigen, die an ihrer Entstehung beteiligt sind, sowohl politisch als auch technisch. Insofern können sie als eine Art „Amalgam“ aus Mensch und Code verstanden werden. In dieser Auffassung spiegelt sich das Grundprinzip der Denkschule des „Neuen Materialismus“ wider. Demnach erschiene es zunehmend unangebracht, zwischen Menschen und Nichtmenschen, Leben und nicht lebendiger Materie und auch zwischen Akteuren und Strukturen zu unterscheiden. Vielmehr vermischen sich Menschen und Computeralgorithmen zu „sozio-materiellen Assemblagen“ (Kim 2020), wodurch neue Handlungsfähigkeiten und daraus resultierende Wirkungsweisen entstehen.</p>



<p>Dem vielzitierten „Internet of Things“ müssten demnach Überlegungen zu einer <em>Governance of Things</em> an die Seite gestellt werden. Die menschlichen Systementwickler diktierten dabei nicht die Funktionsweise des Algorithmus, die Befähigung und Notwendigkeit von Governance entstünde aus dem Zusammenwirken von Algorithmus und Systementwicklern, explizit etwa beim menschlich induzierten Training mit KI-Daten und der daraus resultierenden autonomen Lernentwicklung des Systems. Dieser Vorgang beinhaltet laufende Interaktionen und Iterationsschleifen zwischen beiden „Parteien“ und führt damit zu einer Verselbständigung dieser „Amalgambildung“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Governance of Things als Ende des Menschenzeitalters?</h2>



<p>Angesichts der Bedeutung, die Algorithmen und digitale Automatismen heute in unserem Alltag einnehmen, ließe sich die Auffassung vertreten, dass damit womöglich bereits das Ende des Anthropozäns eingeläutet worden ist und wir nun am Anfang eines „posthumanen“ Zeitalters stünden. Entsprechend werden schließlich auch unter dem Aspekt der „Singularität“ die gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen diskutiert, sollten intelligente Systeme eines – nicht allzu fernen – Tages die menschliche Leistungs- und Adaptionsfähigkeit übertroffen haben (Bostrom 2014).</p>



<p>Jedoch solange diese Stufe noch nicht erreicht scheint, müssen wir uns im hier und jetzt mit dem menschlichen Einfluss auf menschliche Probleme und ihre potenziellen Lösungsansätze selbst befassen. Politik und gesellschaftliche Prozesse sind auch in Zeiten zunehmender Komplexität zuallererst Gegenstand zwischenmenschlicher Verhandlungen. Daher sollten wir uns der Demokratie willen dieser Verantwortung höchstpersönlich und nicht verschanzt hinter einer Mauer aus Einsen und Nullen stellen. Denn bislang bleiben die Blockchain-Adepten eine klare Antwort schuldig, wie eine digital gesteuerte Gesellschaft Konflikte und gesellschaftliche Insuffizienzen reguliert, und zwar jenseits von Marktkriterien, die letztlich nichts anderes als das Recht des Stärkeren propagieren. Die Welt ist in der Tat komplex, und eine angemessene Politik muss situativ abwägend und mit ethischer Erdung erfolgen, sie bedarf einer im doppelten Sinne „humanen“ Partizipation. In diesem Verständnis ist der traditionelle demokratische Staat eben mehr als ein störender Mittelsmann, er ist die Summe seiner Teile, ein Abbild der Gesellschaft und seiner Bürger.</p>



<p>Technologie spielt bereits heute in der politischen Willensbildung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Zuwachs ihres Stellenwertes wird sich nicht vermeiden lassen und kann natürlich auch positive Effekte haben. Unzweifelhaft ist der Grat zwischen Utopie und Dystopie sehr schmal an dieser Stelle. Ganz entscheidend ist jedoch, dass der Mensch und damit die Menschlichkeit nicht ihren Haupteinfluss auf politische Entscheidungsbildung verlieren, auch wenn wir bereits heute einen Machtverlust zu Gunsten von Technologie zu verzeichnen haben. Daher muss für die demokratische Politik im digitalen Zeitalter gelten: “Governance by Things“ benötigt eine gute, im doppelten Sinne menschliche “Governance of (these) Things“.<strong><br></strong></p>



<p><em>Der Artikel entstand auf der Basis eines Vortrages und entsprechenden Conference Papers zum Panel &#8222;Blockchain Imaginaries: Techno-utopianism, dystopias, and the future-imagining of Web 3.0&#8220; anlässlich der Tagung &#8222;Anthropology, AI and the Future of Human Society&#8220;  des Royal Anthropological Institutes, London</em>.</p>



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<p><strong>Literatur:</strong></p>



<p>Arsenault, Eric (2020): Voting Options in DAOs. In: Medium 15.12.2020.<a href="https://medium.com/daostack/voting-options-in-daos-b86e5c69a3e3">https://medium.com/daostack/voting-options-in-daos-b86e5c69a3e3</a></p>



<p>Atzori, Marcella (2015): Blockchain Technology and Decentralized Governance: Is the State still necessary? In: SSRN Electronic Journal, January 2015, S. 1-37</p>



<p>Bastgen, Sarah / Winkler, Katrin (2013): Liquid Democracy – Participation Model of the 21st century? in: Römmele, Andrea / Schober, Hendrik (Ed.): The Governance of Large-Scale Projects, Baden-Baden, S. 111-131.</p>



<p>Bostrom, Nick (2014): Superintelligence. Paths, Dangers, Strategies. Oxford.</p>



<p>Chohan, Usman W. (2022)., The Decentralized Autonomous Organization and Governance Issues (December 4, 2017, revised 2022). <a href="http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3082055">http://</a><a href="http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3082055">dx.doi.org/10.2139/ssrn.3082055</a></p>



<p>Hassan, Samer/ Filippi, Primavera de (2021): The Expansion of Algorithmic Governance: From Code is Law to Law is Code. Institut Veoli, https://tinyurl.com/24w2m6yu</p>



<p>Hobbes, Thomas (1909): Hobbes’s Leviathan: Reprinted from the Edition of 1651. Oxford, https://tinyurl.com/2e72z5ny</p>



<p>Katzenbach, Christian/ Ulbricht, Lena (2019): Algorithmic Governance. In: Internet Policy Review, Nr. 4, doi: 10.14763/2019.4.1424</p>



<p>Kim, Eun-Sung (2020): Deep Learning and Principal-agent Problems of Algorithmic Governance: The New Materialism Perspective. In: Technology in Society, Vol. 63, 101378, doi: 10.1016/j.techsoc.2020.101378</p>



<p>König, Pascal D. (2020): Dissecting the Algorithmic Leviathan: On the Socio-Political Anatomy of Algorithmic Governance. In: Philosophy &amp; Technology<strong>, </strong>Nr. 3,467–485, doi: 10.1007/s13347-019-00363-w</p>



<p>Kuziemski, Maciej/ Misuraca, Gianluca (2020) AI Governance in the Public Sector: Three Tales from the Frontiers of Automated Decision-making in Democratic Settings. In: Telecommunications Policy, Nr. 6, 101976, DOI: 10.1016/j.telpol.2020.101976</p>



<p>Lessig, Lawrence (1999): Code and Other Laws of Cyberspace. New York.</p>



<p>Nitsche, Andreas (2014): Liquid Democracy – what the noise is all about, in: http://www.liquid-democracy-journal.org/issue/1/The_Liquid_Democracy_Journal-Issue001-01Liquid_Democracy.html</p>



<p>Owen, Taylor (2015): Disruptive Power. The Crisis of the State in the Digital Age, New York</p>



<p><a href="https://dupress.deloitte.com/dup-us-en/authors/p/eric-piscini.html">Piscini</a>, Eric /<a href="https://dupress.deloitte.com/dup-us-en/authors/g/joe-guastella.html">Guastella</a>, Joe /<a href="https://dupress.deloitte.com/dup-us-en/authors/r/alex-rozman.html">Rozman</a>, Alex /<a href="https://dupress.deloitte.com/dup-us-en/authors/n/tom-nassim.html">Nassim</a>, Tom (2016): Blockchain: Democratized Trust. In: https://dupress.deloitte.com/dup-us-en/focus/tech-trends/2016/blockchain-applications-and-trust-in-a-global-economy.html</p>



<p>Roberts, Jeff J. (2022): How Andrew Yang Aims to Change Washington With a DAO. In: Decrypt.com, https://decrypt.co/95173/andrew-yang-decrypt-podcast-lobby-3-dao</p>



<p>Rubio, Diego / Lastra, Carlos (2019), European Tech Insights 2019, Madrid: Center for the Governance of Change. <a href="https://docs.ie.edu/cgc/European-Tech-Insights-2019.pdf">https</a><a href="https://docs.ie.edu/cgc/European-Tech-Insights-2019.pdf">://</a><a href="https://docs.ie.edu/cgc/European-Tech-Insights-2019.pdf">docs.ie.edu/cgc/European-Tech-Insights-2019.pdf</a></p>



<p>Rousseau, Jean-Jacques&nbsp;(1762): Der Gesellschaftsvertrag oder Die Grundsätze des Staatsrechtes. Amsterdam, English translation by Henry John Tozer 1895 , https://oll.libertyfund.org/title/cole-the-social-contract-and-discourses</p>



<p>van de Sande, Alex (2015): Ethereum in Practice: How to build a better democracy in under a 100 lines of code. In: <a href="https://blog.ethereum.org/2015/12/04/ethereum-in-practice-part-2-how-to-build-a-better-democracy-in-under-a-100-lines-of-code/">https://blog.ethereum.org/2015/12/04/ethereum-in-practice-part-2-how-to-build-a-better-democracy-in-under-a-100-lines-of-code/</a></p>



<p>Seckelmann, Margrit (2014): Wohin schwimmt die Demokratie?, in: DÖV 2014, S. 1-13, S. 6.</p>



<p>Sergeenkov, Andrey (2022): Decentralized Autonomous Parties — The future of democracy. https://cointelegraph.com/news/decentralized-parties-the-future-of-on-chain-governance</p>



<p>De Soto . Hernando (2014): The Capitalist Cure for Terrorism. In:WSJ.com, Oct. 10. 2014, <a href="https://www.wsj.com/articles/the-capitalist-cure-for-terrorism-1412973796">https://www.wsj.com/articles/the-capitalist-cure-for-terrorism-1412973796</a></p>



<p>Tapscott, Don / Tapscott, Alex (2016): Blockchain Revolution, New York</p>



<p>Tarkowski Tempelhof, Susanne (2012): To be governed by TED, in: TedxTalks 2012, https://www.youtube.com/watch?v=owrXnfEGzhs </p>



<p>Wagener, Andreas (2018): Politische Disruption: Die Digitalisierung der Politik und die libertäre Technologie der Blockchain. In:&nbsp; Liebold, Sebastian u. a. (Ed.) Demokratie in unruhigen Zeiten. Baden-Baden, 387–396.</p>



<p>Wagener, Andreas (2021): KI als Staatsprinzip. Leitlinien demokratischer Legitimation von AI Governance. In: SWS-Rundschau (61.Jg.) Heft 4/2021, S. 369 – 390</p>



<p>Waldmann, Steve R. (2016): A parliament without a parliamentarian. In: Interfluidity.com, http://www.interfluidity.com/v2/6581.html </p>



<p>Woods, Tyler (2015): How the blockchain could built a better democracy, In: https://technical.ly/brooklyn/2015/12/22/blockchain-democracy/</p>



<p>Yeung, Karen (2018) Algorithmic Regulation: A Critical Interrogation. In: Regulation &amp; Governance, Nr. 4, 505–523, DOI: 10.1111/rego.12158</p>



<p>Dieser Artikel ist die deutsche Version eines Papers und Vortrages auf der Jahrestagung des <em>Royal Anthropological Institute 2022: Anthropology, AI and the Future of Human Society. </em><em>Panel des King’s College, London: P28b: Blockchain Imaginaries: Techno-utopianism, dystopias, and the future-imagining of Web 3.0.</em></p>



<p>Die Originalversion findet sich <a href="https://opus4.kobv.de/opus4-hof/frontdoor/index/index/searchtype/authorsearch/author/Andreas+Wagener/docId/129/start/1/rows/10">hier</a>. </p>



<p><em><u>Citation:</u></em> Wagener. Andreas (2022). Governance of Things: AI &amp; DAOs in Politics &#8211; Utopia or Dystopia? <em>Conference Paper: The Royal Anthropological Institute, London: RAI2022: Anthropology, AI and the Future of Human Society. Panel: P28b: Blockchain Imaginaries: Techno-utopianism, dystopias, and the future-imagining of Web 3.0</em> <a href="https://doi.org/10.57944/1051-129">https://doi.org/10.57944/1051-129</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a id="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> als Überblick: Algorithmwatch, <a href="https://algorithmwatch.org/de/stories/">https://algorithmwatch.org/de/stories/</a></p>



<p></p>



<p><strong>Mehr zum Thema: Vortrag/Keynote von Prof. Dr. Andreas Wagener: &#8222;Willkommen in der Matrix! Wie KI und Blockchain in der Industrie 4.0 zusammenwachsen&#8220;:    </strong></p>



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<p><strong>Der neueste Vortrag von Andreas Wagener: &#8222;Von Cyborgs und Digitalen Lebewesen: Wie generative KI&amp;VR menschliches Leben (und Sterben) verändern&#8220;:  </strong></p>



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<p><em>
Mehr Informationen zum Thema KI im Marketing finden Sie im Buch von <a href="https://nerdwaerts.de/keynotes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wagener</a> <a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;crid=3LEYA68C1IHK9&#038;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&#038;dib_tag=se&#038;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&#038;qid=1728994048&#038;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&#038;sr=8-1&#038;linkCode=ll1&#038;tag=nerdwaerts-21&#038;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&#038;language=de_DE&#038;ref_=as_li_ss_tl">Künstliche Intelligenz im Marketing</a>, Haufe, Freiburg, 2023</em></p>



<p>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>.</p>
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		<title>Live-Kommunikation im Metaverse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2023 10:34:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn bei Meta die Einführung holprig erscheint und Microsoft und andere Firmen ihre Strategien auf den Prüfstand stellen: Das viel diskutierte Metaverse ist schon da &#8211; jedenfalls in einzelnen Bereichen, wie etwa bei Events, Messen und Kundenveranstaltungen. Welche Ansätze gibt es? Was ist Erfolg versprechend? Messen und Events gehören seit jeher zum klassischen Kanon [&#8230;]</p>
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<p><strong>Auch wenn bei Meta die Einführung holprig erscheint und Microsoft und andere Firmen ihre Strategien auf den Prüfstand stellen: Das viel diskutierte Metaverse ist schon da &#8211; jedenfalls in einzelnen Bereichen, wie etwa bei Events, Messen und Kundenveranstaltungen. Welche Ansätze gibt es? Was ist Erfolg versprechend?</strong></p>



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<span id="more-2094"></span>



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<p>Messen und Events gehören seit jeher zum klassischen Kanon der Live-Kommunikation. Schon in der Vergangenheit, lange vor der Debatte über das <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/">Metaverse</a>, erweiterten digitale Adaptionen dieser tradierten Kommunikationskanäle das verfügbare Marketing-Instrumentarium. Auch heute noch gibt es zahlreiche Anbieter „virtueller Messen“, die versuchen, das Messeerlebnis der physischen Welt online nachzubilden. Die Vorteile dieser Ansätze scheinen auf der Hand zu liegen: der Aufwand für alle Beteiligten reduziert sich erheblich – kein zeitintensiver und teurer physischer Standaufbau mehr, die Reisekosten entfallen, es bestehen Möglichkeiten zur besseren Messbarkeit und der automatisierten Lead-Generierung, und alle Beteiligten sparen Zeit und Kapazitäten. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Herkömmliche Ansätze digitaler Live-Kommunikation</h2>



<p>Viele dieser Konzepte waren dennoch meist nur bedingt von Erfolg gekrönt. Gründe dafür sind einerseits darin zu sehen, dass es sehr oft nicht gelang, den Messebesuch in der entsprechenden, gewohnten Intensität zu inszenieren, insbesondere die Umsetzung der direkten Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Ansprechpartnern gestaltete sich schwierig. Zum anderen bestand ein Hauptproblem der virtuellen Messen in der Plattformschwäche: Es bedarf eines langen Atems, um hier einen Standard zu etablieren, der ein entsprechendes Trafficaufkommen und ausreichende Besucherzahlen gewährleistet. Abgesehen von den großen Messemarken &#8211; die zwar stets eine digitale Verlängerung ihrer physischen Aktivitäten anstreben – aber gleichzeitig eine Selbst-Kannibalisierung fürchten, dürfte dies nur wenigen (potenziellen) Anbietern vorbehalten bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Metaverse: neue Möglichkeit der Immersion in der Live-Kommunikation?</h2>



<p>Das <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/">Metaverse</a> mit seiner neu erfahrbaren Virtualität und der zumindest perspektivisch hohen „Immersion“, könnte dazu beitragen, diese typischen Probleme zu lösen oder wenigstens abzumildern. Überträgt man das Geschehen in eine echte 3D-Umgebung mit entsprechenden Endgeräten, ist sogar eine haptische Wahrnehmung möglich – Meta hat mit Reskin <a href="https://tinyurl.com/4azf44a9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eine künstliche Haut entwickelt</a>, die u.a. die Aktivierung des Tastsinns in virtuellen Umgebungen ermöglichen soll. Auch die Plattformproblematik ließe sich gewissermaßen „qua Defintion“ auflösen: ein umfassendes Metaverse, ein einheitlicher Standard oder zumindest eine Bündelung in wenigen virtuellen Welten – wie z.B. in Decentraland oder Metas Horizon – könnte der bisherigen Fragmentierung entgegenwirken und der gezielten Zuführung von Nutzerströmen dienen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Events im Metaverse &#8211; Gamification und Kundenbindung</h2>



<p>In der Tat hat die Diskussion um das <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Metaverse</a> den Fokus auf den virtuellen Messen neu geschärft: einerseits in Form der bekannten „Stand-Alone“-Angebote, andererseits inszeniert innerhalb bestehender geschlossener virtueller Welten. Im April 2022 fanden etwa die „Paris NFT Days: Beyond“ auf Decentraland <a href="https://tinyurl.com/26xenudx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">statt</a>, als Spiegelung des gleichzeitig in der analogen Realität angesetzten Events. Wie oft auch in der physischen Welt, v<a href="https://tinyurl.com/muh6ary3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ermietete der Eigentümer der Immobilie die Ausstellungsfläche an den Veranstalter, der wiederum dort die Standflächen an die Aussteller vermarktete</a>. Dabei machte man sich nicht nur die bestehende Nutzerbase von Decentraland nutzbar, sondern konnte zudem auf die weitere verbundene und etablierte Infrastruktur zurückgreifen, wie die standardmäßige Walletverknüpfung beim Sign-In. Die Tickets wie auch die Messestände waren als NFTs konzipiert. Die Besucher konnten am Automaten ein sogenanntes <a href="https://tinyurl.com/5ha2nv84" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„POAP“ (Proof of Attendance Protocol)</a> „ziehen“, mit dem man für sich, aber auch nach außen die Teilnahme dokumentiert. Diese Tokens können zum Beispiel als Beleg für den Erwerb bestimmter erforderlicher Kompetenzen verwendet werden, etwa als Voraussetzung, um einem spezifischen Discord-Kanal beitreten zu dürfen. Ferner bestand die Möglichkeit, kostenfreie, handelbare „Wearables“, ein virtuelles T-Shirt und eine Mütze als NFT, zu erhalten. Dieser durch die NFTs geschaffene „Mehrwert“ <a href="https://tinyurl.com/muh6ary3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">könnte einen Zusatzanreiz darstellen</a>, um zu einer Messeteilnahme zu motivieren).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Entertainment-Events im Metaverse</h2>



<p>Neben Messen und Konferenzen – so wurde das begleitende Tagungsprogramm der NFT-Days auch live in die virtuelle Umgebung <a href="https://tinyurl.com/muh6ary3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gestreamt</a> – bieten sich Veranstaltungen mit Entertainmentbezug für die Nutzbarmachung im Rahmen von Marketingaktivitäten an. Bereits 2019 trat der US-amerikanische Musikproduzent und DJ Marshmello live, „digital“ auf der Online-Game-Plattform Fortnite im Rahmen eines Konzertes vor 10 Mio. „virtuell“ anwesenden Zuschauern auf. 2020 konnte Travis Scott diesen Rekord auf 27,7 Millionen unique User ausbauen. Im gleichen Jahr spielte ein virtualisierter Lil Nas X auf Roblox und generierte dabei 33 Millionen <a href="https://tinyurl.com/yc6sjtbs" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Views</a>. Inzwischen gibt es neben diesen – meist zweidimensionalen – &nbsp;Spiele-Plattformen auch eine ganze Reihe von virtuellen 3D-Event-Locations– von Metas VR-Plattform Venues bis hin zum auf Events spezialisierten Anbieter Ceek, die eine entsprechende Bandbreite an Marketingmaßnahmen ermöglichen. Diese können vom Sponsoring – von Konzerten oder im eSport-Bereich – bis hin zur Durchführung eigener Events – als Kundenveranstaltung oder als virtuelle Adaption des Konzeptes herkömmlicher Roadshows – reichen.&nbsp; Dabei beschränken sich die Aktivitäten nicht allein auf das Event selbst. Mit der Begleitung und Nachbereitung sowohl innerhalb der jeweiligen virtuellen Welten, als auch außerhalb von diesen, lässt sich eine Verlängerung der Maßnahmen erwirken. Schließlich ermöglicht die virtuelle Durchführung die automatische Aufzeichnung und „Konservierbarkeit“ der Veranstaltung, was die weitere Nutzbarmachung – Verwendung für die spätere Lead-Generierung gegen Registrierung, Erstellung von Snippets für die Kommunikation sowie die friktionslose Platzierung und Bewerbung auf anderen Kanälen, wie etwa Youtube – stark vereinfacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Metaverse &#8222;Fashion-Week&#8220;</h2>



<p>Im Frühjahr 2022 lud die Plattform Decentraland zur ersten “Metaverse Fashion Week”. Marken wie Tommy Hilfiger, Dolce&amp;Gabbana und Philipp Plein nutzten das Event, um sich und ihre Produkte vor 108.000 „Unique Attendees“ zu präsentieren. Die Art und Weise sowie die Zielrichtung der Auftritte unterschieden sich dabei teilweise recht deutlich: Während etwa Dolce&amp;Gabbana einen klassischen Catwalk inszenierte, sich dabei aber auf rein virtuelle „Wearables“ konzentrierte, die nur von Avataren im Netz getragen werden können, zeigte das Modelabel Etro hingegen einen virtuellen Ausblick auf seine kommende physische Kollektion, die von 20 digitalen Models präsentiert <a href="https://tinyurl.com/5e3u4rtx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wurde</a>. Im Rahmen der Fashion Week fanden zudem viele Einzelevents und Verkaufsveranstaltungen statt. Anders als bei herkömmlichen, physischen Modeschauen, nutzte man die Möglichkeiten des direkten und parallelen B2C-Vertriebs: Tommy Hilfiger bot streng limitierte virtuelle Outfits, angelehnt an die aktuelle Frühlingskollektion, direkt zum Erwerb als NFT an. Eine „Umwandlung“ in „physische Kleidungsstücke“ zu einem späteren Zeitpunkt wurde auf Wunsch ebenfalls angeboten. Verschiedene Marken nutzten zudem den Kontext der Fashion Week für den Vertrieb in zeitlich begrenzten virtuellen „Pop-Up-Stores“, in denen zum Beispiel NFTs bestehender physischer Produkte vermarktet <a href="https://tinyurl.com/vsz55nnh" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wurden</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Limitierungen von Events im Metaverse</h2>



<p>Die Fashion Week zeigte auch potenzielle Probleme und Limitierungen von Live-Events im Metaverse auf: Derzeit sind aufgrund der technischen Herausforderungen – Rechenkapazitäten, ausreichend schnelle und belastbare Internetverbindungen – die Darstellungsmöglichkeiten im virtuellen Raum noch ausbauwürdig. Einerseits muss die visuelle Qualität, gemessen am heutigen Entwicklungsstand der Computergrafik, als rückständig bezeichnet werden. Das limitiert gerade bei Mode und Luxusgütern die Optionen der Umsetzung und Nutzbarmachung. Andererseits wies Decentraland, ressourcenbedingt, ab einer bestimmten Teilnehmerzahl Neuankömmlingen, neue, zusätzliche Räume zu, so dass diese mitunter den Eindruck hatten, alleine am Event teilzunehmen, <a href="https://tinyurl.com/vsz55nnh" target="_blank" rel="noreferrer noopener">was der emotionalen Wirkung der Inszenierungen gleichfalls abträglich gewesen sein dürfte</a>. Des Weiteren wurde deutlich, dass, wie in der physischen Realität, auch in der virtuellen Welt Vorkehrungen getroffen werden müssen, um „unerwünschte“ Interaktionen und Grenzüberschreitungen zu verhindern. So konnte sich im Rahmen der Fashionshow von Etro das Publikum ungehindert der Bühne nähern und sogar in das Geschehen eingreifen – was in Anbetracht der Unzufriedenheit mancher Teilnehmer mit dem Dargebotenen auch geschah und <a href="https://tinyurl.com/mr2cphpx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Abläufe massiv störte</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alte Ansätze in neuer Umgebung als Erfolgsmodell im Metaverse?</h2>



<p>So sehr der Rückgriff auf virtuelle Technologie im Rahmen der Live-Kommunikation sich anbieten mag, ist doch fraglich, ob sich das volle Potenzial des Metaverse tatsächlich dadurch erschließen lässt, dass bestehende Ansätze einfach aus dem physischen in den virtuellen Kontext übertragen werden. Ein gängiger Vorbehalt gegenüber der virtuellen Live-Kommunikation besteht in den letztlich doch beschränkten Interaktionsmöglichkeiten mit dem menschlichen Gegenüber, in dem, im Vergleich mit dem analogen „Original“, doch wiederum unzureichenden zwischenmenschlichen Austausch – der ja als vielleicht der wichtigste Vorteil, gegenüber anderen, insbesondere „Above-the-Line“-Kommunikationsansätzen betrachtet wird. Insofern ist zu überlegen, ob überhaupt eine bloße virtuelle „Kopie“ herkömmlicher Maßnahmen zielführend ist. Womöglich bedarf es stattdessen einer grundsätzlich anderen Konzeption der Live-Kommunikation, um im virtuellen Raum erfolgreich zu sein, eine Konzeption, die gar nicht erst versucht, menschliche Interaktion zu simulieren, sondern die sich voll auf die neuen Optionen, den uns der technologische Fortschritt der letzten Dekade beschert hat, konzentriert. Der Einsatz von <a href="https://nerdwaerts.de/?s=KI&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">KI</a> und <a href="https://nerdwaerts.de/2019/06/maschinelles-lernen-und-ki-im-marketing-lernmethoden-und-ihre-einsatzmoeglichkeiten-im-marketing/">maschinellem Lernen</a> ermöglicht inzwischen einen hohen Automatisierungsgrad digitaler Systeme und Anwendungen. Gleichzeitig haben die Entwicklungen der Rechenkapazitäten zu einer exponentiellen Evolution in der digitalen grafischen Darstellung geführt, die entsprechende „lebensechte“ Abbildungen ermöglichen. Vielleicht sind damit im Metaverse auch gar nicht mehr „echte“ Menschen aus Fleisch und Blut im Zentrum des Interesses. Stattdessen könnten „<a href="https://nerdwaerts.de/?s=Virtual+beings&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">virtuelle Lebewesen</a>“ womöglich den eigentlichen Mehrwert bieten. </p>



<p>Mit diesem Aspekt beschäftigt sich dieser Artikel auf diesem Blog: </p>



<p></p>



<p><strong>Mehr zum Thema: Vortrag/Keynote von Prof. Dr. Andreas Wagener: &#8222;Künstliche Intelligenz im Marketing: Künstliche Kreativität, VR &amp; DNA-Targeting.&#8220;:    </strong></p>



<iframe loading="lazy" width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/SSeDo6Lt85c" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen=""></iframe>
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<p><em>
Mehr Informationen zum Thema KI im Marketing finden Sie im Buch von <a href="https://nerdwaerts.de/keynotes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wagener</a> <a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;crid=3LEYA68C1IHK9&#038;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&#038;dib_tag=se&#038;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&#038;qid=1728994048&#038;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&#038;sr=8-1&#038;linkCode=ll1&#038;tag=nerdwaerts-21&#038;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&#038;language=de_DE&#038;ref_=as_li_ss_tl">Künstliche Intelligenz im Marketing</a>, Haufe, Freiburg, 2023</em></p>



<p>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>.</p>
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		<title>Virtual Commerce im Metaverse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2023 15:54:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn noch Uneinigkeit herrscht, was eigentlich genau unter dem &#8222;Metaverse&#8220; zu verstehen ist und welche Zielvision sich auf diesen Märkten durchsetzen wird, bieten sich in den entstehenden virtuellen Welten bereits jetzt zahlreiche Möglichkeiten im eCommerce tätig zu werden. Die verschiedenen Optionen sollen hier dargestellt und zusammengefasst werden. Gemäß einer als für den deutschen Markt [&#8230;]</p>
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<p><strong>Auch wenn noch Uneinigkeit herrscht, was eigentlich genau unter dem &#8222;Metaverse&#8220; zu verstehen ist und welche Zielvision sich auf diesen Märkten durchsetzen wird, bieten sich in den entstehenden virtuellen Welten bereits jetzt zahlreiche Möglichkeiten im eCommerce tätig zu werden. Die verschiedenen Optionen sollen hier dargestellt und zusammengefasst werden.</strong></p>



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<span id="more-2096"></span>



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<p>Gemäß einer als für den deutschen Markt repräsentativ deklarierten <a href="https://tinyurl.com/3mwwds36" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie von Deloitte</a> können 55% der Befragten sich grundsätzlich vorstellen, Güter im <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Metaverse&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Metaverse</a> zu erwerben. Da der Begriff des <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Metaverse</a> noch nicht abschließend geklärt ist &#8211; eine Einordnung zu den verschiedenen Begriffsdimensionen und Erscheinungsformen findet sich hier &#8211; erscheint diese Zahl doch erstaunlich hoch. Diese legt nahe, dass sich Unternehmen, die neue Absatzkanäle suchen oder sicherstellen wollen, dass Sie bei diesem Trendthema nicht abgehängt werden, mit eingehender dem Thema des &#8222;V-Commerce&#8220; befassen müssen. Dieser Beitrag versucht daher die bisherigen Ansätze zu erfassen und zu bewerten. </p>



<p>Im Prinzip lassen sich die Commerce-Aktivitäten im <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Metaverse</a>-Kontext &#8211; wir folgen einem breiteren Ansatz &#8211; in drei Kategorien untergliedern</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Virtuelle Verkaufsflächen</strong></li>



<li><strong>Die Kombination von virtueller und physischer Sphäre</strong></li>



<li><strong>Die Erschaffung eigener Welten zur Kundenbindung und Markenbildung</strong></li>
</ol>



<p>Diese sollen im Folgenden jeweils kurz beschrieben und erläutert werden:</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Metaverse im eCommerce nutzen: Virtuelle Verkaufsflächen</h2>



<p>In der Tat bieten virtuelle Welten wie The Sandbox oder Decentraland den Kauf von „Immobilien“ in ihrer Sphäre an, die als Verkaufsflächen genutzt werden können, wobei die Preise sich – wie in der physischen Welt – streng nach marktwirtschaftlichen Kriterien bemessen und, je nach Lage, <a href="https://nonfungible.com/market-tracker/decentraland." target="_blank" rel="noreferrer noopener">nicht selten in die Millionen gehen</a>. Samsung hat seine Verkaufsfiliale in Manhattan in Decentraland nachgebaut, die mit dem Nutzeravatar virtuell <a href="https://www.samsung.com/us/explore/metaverse-837x/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">besucht werden kann</a> und die Metaverse-Plattform CEEK hat am Beispiel H&amp;M die <a href="https://tinyurl.com/tj9wcam3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie eines „begehbaren“ Stores</a> errichtet, in dem potenzielle Kunden die Ware in Augenschein nehmen und erwerben können. Auch <a href="https://metamalls.io/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ganze Malls sollen im virtuellen Raum entstehen</a>, die einer Vielzahl von Geschäften an zentralisierter Stelle Platz bieten. Daneben gibt es Ansätze, die losgelöst von bestehenden Plattformen existieren sollen, sich aber auch leicht zu einem späteren Zeitpunkt auf diesen integrieren lassen, wie etwa der<a href="https://showroom.babylist.com/los-angeles/#/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> „virtual in-person pop-up Crib-Store“ der Firma Babylist</a>, die dort Kinderwagen und Babyausstattung feil bietet. Dabei steht selten nur ein Abbild eines physischen Ladengeschäfts im Mittelpunkt der Konzepte. Meist können auch virtuelle Produkte oder Ergänzungen zum bestehenden analogen Programm erworben werden. Des Weiteren dienen die Auftritte der Vermittlung weiterführender marken- und produktbezogener Inhalte sowie der Durchführung von Verkaufsaktionen und Events.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Shopping im Facebook-Metaverse?</strong></h2>



<p>Doch auch denjenigen, die derartige Investitionen scheuen, eröffnen sich Perspektiven, um am Handel im <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Metaverse</a> zu partizipieren. Denn ebenso die Plattformbetreiber selbst denken an den Aufbau von Retailstrukturen – analog der bekannten Funktionsweise der App-Ökonomie. Meta etwa <a href="https://tinyurl.com/387s6sdu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">plant </a>als Intermediär den Vertrieb von virtuellen und physischen Produkten zu organisieren und von den Anbietern und „Creators“ entsprechende Provisionen (25% auf der eigenen VR-Plattform Horizon) aus den Verkäufen zu erheben. Relevant in diesem Kontext ist ein Facebook-Patent aus dem Jahr 2019. Demnach beabsichtigt Meta, Angebote in virtuellen Shops zu personalisieren – maßgeschneidert zum individuellem Nutzerprofil. Analog den programmatischen Werbeverkaufssystemen bei klassischen Facebook-Anzeigen könnten Werbetreibende über ein normiertes Interface Gebote für die Ausspielung ihrer Produkte festlegen und die anvisierten Zielgruppen anhand hinterlegbarer Merkmale zusätzlich <a href="https://patents.google.com/patent/US10192403B2/en?oq=10192403." target="_blank" rel="noreferrer noopener">targetieren</a>. Damit wäre Meta in der Lage, sein bisheriges Erfolgskonzept auch für das Shopping im Metaverse fortzuschreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Das Metaverse als Kombination von virtueller und physischer Sphäre</h2>



<p>Ein Produkt, das in beiden Sphären nutzbar wäre, würde einen weiteren Schritt in der Realisierung der Zielvisionen eines „echten“ <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/">Metaversums</a> beschreiben. Die Möglichkeit, digitale Abbilder von analogen Produkten zu erzeugen, eröffnet neue Formen der Angebotskombination aus physischen und virtuellen Elementen. Insbesondere im Fashionumfeld bietet sich dies als verkaufsstrategische Vorgehensweise an. Der Modekonzern Zara hat 2022 eine „Metakollektion“ auf den Markt gebracht, deren Teile sowohl im „physischen“ Umfeld als auch im <a href="https://zepeto.me/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zepeto-Metaverse</a> <a href="//tinyurl.com/2p8z383y" target="_blank" rel="noreferrer noopener">getragen werden können</a>. Die Linie umfasst sowohl Textilien als auch Kosmetikprodukte. Ähnliche Ansätze sind bei Balenciaga und Gucci zu verzeichnen. Balenciaga kooperierte dabei mit Fortnite und ermöglichte die Ausstattung der Fortnite-Avatare mit Balenciaga-Mode gegen die Bezahlung in der Plattformwährung V-Bucks. Nutzer, die in ihrem neu erworbenen Outfit spielten, konnten Fotos ihrer Charaktere einsenden, die dann auf virtuellen Plakatwänden in Fortnite zu sehen waren – gewissermaßen als Testimonial. Dabei blieb die Nutzererfahrung nicht auf das rein virtuelle beschränkt. Auf dem „echten“ Times Square bewarb Balenciaga die Aktion mit den virtuellen Protagonisten seiner Kampagne und führte die physische Kundschaft zu seinem „Bricks&amp;Mortar“-Store in New York, wo das <a href="https://tinyurl.com/tdnttnm9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">physische Abbild der Kollektion erworben werden konnte</a>. Gucci hat eine limitierte Handtaschen-Kollektion aufgelegt, die auf der Roblox-Plattform sowie in der physischen Realität zeitlich eng begrenzt erworben werden konnte. Dabei waren die virtuellen Versionen mitunter teurer als jene im Analogen, im Falle etwa der „Dionysus“-Tasche USD 4.115 gegenüber USD 3.400. Denjenigen, denen es gelang, eine der wenigen digitalen Taschen zu erwerben, dürften sich zwar über potenziell höhere Wiederverkaufswerte freuen. Dennoch ist die Nutzung der Tasche allein auf Roblox beschränkt, es handelt sich dabei auch nicht um ein <a href="https://nerdwaerts.de/?s=NFT&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">NFT</a>: Die Eigentumsfestschreibung erfolgte nicht auf einer Blockchain, sondern lediglich <a href="https://tinyurl.com/4d7vuj5h" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zentral im Roblox-Interface</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>NFTs als Treiber des V-Commerce im Metaverse?</strong></h2>



<p>Auch wenn diese Aktivitäten derzeit natürlich noch stark auf das Branding großer Modemarken gerichtet sind, eröffnet die Verknüpfung von virtuellen und physischen Produkten, zweifelsohne neue Perspektiven für den Handel. Insbesondere auch kleinere Unternehmen könnten dies als kostengünstigen Ansatz für sich nutzbar machen. Dezentralisierung durch DLT und NFT<a href="https://nerdwaerts.de/2022/01/algorithmic-governance-ki-und-algorithmen-in-der-politik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> wird immer auch mit Demokratisierung verbunden</a> und im Schatten der beschriebenen Entwicklungen <a href="https://tinyurl.com/e9uch8ys" target="_blank" rel="noreferrer noopener">haben auch zahlreiche kleinere Unternehmen und einzelne, unabhängige Designer sich auf diesen Märkten positioniert</a>. Die Eintrittsbarrieren für den NFT- Fashion-Markt sind schließlich eher niedrig, und auch mit geringen finanziellen Mitteln ist es möglich, eine virtuelle Modekollektion zu kreieren und feilzubieten. Der Brückenschlag in die physische Welt lässt sich daraus dann deutlich leichter vollziehen. Die junge <a href="https://www.vollebak.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Modemarke Vollebak</a> verkauft Kleidung via NFTs in ihrem virtuellen Geschäft auf der Metaverse-Plattform Decentraland. Gegen Aufpreis lässt sich auch eine physische Version erwerben und der digitale „Direct-to-Avatar“ -Vertriebsweg wird damit bei Bedarf zu einem „Production-on-Demand“-Kanal weiterentwickelt, was die Investitionsrisiken klassischer, „analoger“ Prozesse minimiert. Dabei lässt sich über AR (s.o.) auch eine virtuelle Anprobe simulieren, und aus dem „Try-before-buy“ wird zusätzlich ein „Try-before-Prodcution“.</p>



<p>Ferner lassen sich auf diese Weise aber auch ausschließlich virtuell existierende Produkte mit der physischen Welt verweben. Auf der <a href="https://nerdwaerts.de/?s=eCommerce&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eCommerce</a>-Plattform <a href="https://www.spatial-port.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Spatialport</a> können einzigartige Luxusuhren als virtuelle Güter erworben werden, deren Hauptzweck darin besteht, ein Foto des Besitzers über AR mit der erworbenen Uhr am Handgelenk digital „anzureichern“ und dieses dann beispielsweise über Social Media zu verbreiten. Die Rechte an dem exklusiven Gut werden über ein NFT fixiert. Der Startpreis für jede Uhr lag bei etwa USD300 (0,1 ETH zum damaligen Kurs).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kombinationen aus virtuellen und physischen Produktangeboten</strong></h2>



<p>Aber auch aus anderen Bereichen, jenseits des Fashionsegments ist es möglich, Kombinationen aus virtuellen und physischen Produktangeboten zu kreieren: Das NFT-Projekt Aisthisi vermarktet Olivenöl in Verbindung mit digitaler Kunst. Wer ein NFT-Werk der partizipierenden Künstler erwirbt, erhält damit auch ein Anrecht auf ein physisches Gut – in diesem Fall eine Flasche Olivenöl. Diese ist mit einem Etikett des jeweiligen Kunstwerks versehen. <a href="https://aisthisi.art/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das NFT ist nach Erhalt der physischen Ware wieder frei handelbar</a>. Im Prinzip kann diese Form der „Handelssymbiose“ auch auf andere Produktkombinationen übertragen werden. Damit ließe sich ebenso für KMU und Einzelunternehmen eine werthaltige Strategie zur Absatzförderung verfolgen, ohne große institutionelle Hürden. Der Konsumentennutzen ist dabei nicht auf eine einzelne Eigenschaft reduziert, sondern erschließt sich aus einer Mehrzahl von möglichen Kaufmotiven, etwa der Verknüpfung von Konsum- und Investitionsgut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Die Erschaffung eigener Welten zur Kundenbindung und Markenbildung</h2>



<p>Eine weitere Handlungsoption besteht in der Nutzung des <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Metaverses </a>für Kundenbindung und Markenbildung im Rahmen eigener „Sub-Welten“. Wie beschrieben, erlauben viele Metaverse-Plattformen eigene Repräsentanzen. Vielleicht die bislang konsequenteste Nutzbarmachung dieses Ansatzes ist Nike auf Roblox mit seiner umfangreichen Adaption eines „markenbasierten Themenparks“, dem „<a href="https://www.roblox.com/nikeland" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nikeland</a>“ gelungen. Der Zugang dazu ist nach dem Roblox-Login kostenlos. Eine Vielzahl von Spielen sind frei nutzbar. Entsprechend der CSR-Strategie von Nike und im Einklang mit dem Markenkern, soll dies junge Nutzer dazu ermutigen, an immersiven Fitnesserlebnissen teilzuhaben. AR-Technologie wird genutzt, um das virtuelle Erlebnis in die physische Welt zu übertragen und soll dabei helfen Zugangsbarrieren abzubauen. Dies bildet den Rahmen, um auch weitere Markenbotschaften sowie Neuigkeiten aus der Produktpalette zu transportieren und Produkt-Showrooms zu präsentieren. Die Spiel-Avatare können virtuell mit bekannten Nike-Produkten ausgestattet werden. Ferner findet Cross-Promotion mit von Nike gesponserten Sportlern statt, die dort auftreten und auch eigene Kollektionen bewerben. 2022 „<a href="https://tinyurl.com/4snvptfs" target="_blank" rel="noreferrer noopener">trainierte</a>“ beispielsweise NBA-Star LeBron James auf dem Nikeland-Basketballfeld Avatare, die während des Events und danach virtuelle Produkte gewinnen konnten . Umgekehrt gibt es auch in der physischen Sphäre eine Entsprechung des Nikelands in Nike‘s New Yorker Flagship Store. Im dortigen Kinderbereich können AR-Anwendungen genutzt werden, etwa über <a href="https://lens.snapchat.com/b3c6157d851c4dfaab215e6d4f6033f3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Snapchat-Linsen</a>, um das virtuelle Spielerlebnis aus dem rein digitalen Nikeland in eine physische, virtuell angereicherte Umgebung zu verlagern.</p>



<p>Laut Nike konnten bis zum ersten Quartal 2022 bereits fast 7 Mio. Besucher in Nikeland <a href="https://tinyurl.com/3mrb694v" target="_blank" rel="noreferrer noopener">verzeichnet werden</a>. Daraus resultierte angeblich auch ein nennenswerter <a href="https://tinyurl.com/2p8d3ft3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag zum aktuellen Umsatzwachstum</a>. Selbst wenn der Aufwand, der für eine derartige erfolgreiche Umsetzung unzweifelhaft sehr hoch und insofern sowie angesichts der bestehenden Markenstärke von Nike nur schwer kopierbar ist, zeigt sich doch, dass das Metaverse und die Verknüpfung von virtueller und physischer Welt durchaus geeignet sein können, um ein gezieltes Branding, Kundenbindung und ein markengerechtes Absatzmarketing zu betreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen im Metaverse</h2>



<p>Ohne Zweifel sind wir von der Zielvision eines „parallelen“, ubiquitären Metaversums noch weit entfernt. Gleichwohl wäre es aus unternehmerischer Sicht fahrlässig, die hochdynamische Entwicklung und die damit einhergehenden Investitionen in den Markt zu ignorieren. Je nach Branche mögen die Chancen und Risiken eines Engagements womöglich sehr unterschiedlich sein. Und auch der fehlende gemeinsame terminologische Nenner erschwert die Findung der angemessenen strategischen Herangehensweise. Zu warten, bis eines Tages tatsächlich ein untrennbares Verwachsen der virtuellen und physischen Sphäre vollzogen ist, wie es in den Science-Fiction-Romanen und Filmen beschrieben wird, wäre allerdings kurzsichtig und würde die Veränderungen, die bereits heute an den Märkten vollzogen sind, ignorieren. Es ist nicht zu bestreiten, dass zumindest auf den zweidimensionalen virtuellen Plattformen bereits ein neuer Marktkosmos entstanden ist. Eine Reduzierung der Thematik auf Welten, die sich zwingend nur mit VR-Brillen besuchen lassen, würde die anvisierbare Zielgruppe nur unnötig verengen. Anders als sonst in der Digitalökonomie, etwa bei Suchmaschinen und eCommerce-Plattformen sowie in den Sozialen Medien, ist der Markt aktuell noch sehr fragmentiert, der „Kuchen“ noch nicht verteilt. Statt einer zentralen Anlaufstelle für alles was unter dem Begriff Metaverse subsumiert wird, gibt es verschiedene Anbieter, auf verschiedenen Ebenen, die unterschiedliche Teilleistungen erbringen. Umso wichtiger ist es aus Unternehmenssicht, die richtige Plattform zu finden, die einerseits am besten zu den eigenen Zielen und Produkten passt, andererseits aber auch genügend Reichweite verspricht. Selbst wenn im Moment Fortnite das vielleicht am besten entwickelte System im virtuellen Raum besitzt, ist es für die meisten Unternehmen, jenseits der großen Marken, illusorisch, hier einen marktfähigen Ansatzpunkt zu finden. Auf Minecraft oder Roblox hingegen bieten sich womöglich ebenso kleineren Anbietern Chancen aufgrund ihrer dezentraleren Konzeptionen, die auch die Nutzerschaft als kreative Kraft von Beginn an miteinbezogen haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Blockchain und DLT eigentlich nicht notwendig</strong></h2>



<p>Auch wenn NFTs in aller Munde sind, zeigt sich doch in der Praxis, dass viele erfolgreiche Adaptionen virtueller Güter sehr gut ohne die aufwändige und derzeit noch wenig nachhaltige DLT ausgekommen sind. Daher gilt hier: nur dort, wo es wirklich notwendig ist, wo anbieterunabhängige Wertanlagen geschaffen werden sollen, deren Rückverfolgung zu den Voreigentümern und „Kreatoren“ wirklich einen „Mehrwert“ versprechen, macht es Sinn, auf Blockchain und Tokens zurückzugreifen. Gleichwohl bietet gerade dieses Umfeld erhebliche Chancen für einzelne Künstler und Designer, für kleinere Unternehmen, die hier, wie gezeigt, ohne größeres Investitionsrisiko Produkte unter Marktbedingungen testen oder Wege zu gänzlich neuen Märkten beschreiten können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die richtige Kommunikation im Metaverse</strong></h2>



<p>Auch hinsichtlich der Kanäle zur Kommunikation über die jeweiligen Tätigkeiten gilt es abzuwägen: Roblox, Minecraft oder Fortnite und auch andere, eigenständige Open-World-Games sind über „Let’s Plays“ von einschlägigen Influencern, auf Twitch oder Youtube gut kommunikativ verankert. Ebenso erreichen Youtube-Kanäle, die sich allein mit Neuigkeiten zu einzelnen Gaming-Plattformen beschäftigen, mitunter erstaunliche Reichweiten. Daneben bietet das Sponsoring von eSports in diesen Umfeldern eine Handlungsoption für eine zielgerichtete kommunikative Begleitung der Aktivitäten. Während für diesen Kontext also ein eingeführter Instrumentenkasten existiert, erscheint die Kommunikation jenseits der Gamingwelt noch als Stückwerk. Für alles, was sich dem <a href="https://nerdwaerts.de/2022/11/dimensionen-des-metaverse-eine-begriffsbestimmung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Metaverse</a> im engeren Sinne widmet &#8211; NFTs, Web3 und alle weiteren DLT-basierten Betätigungsfelder &#8211; hat sich Discord als „Verlautbarungskanal“ sowie zur Community-Organisation <a href="https://discord.com/invite/x-metaverse" target="_blank" rel="noreferrer noopener">etabliert</a>, was entsprechend Berücksichtigung in der Kommunikationsstrategie finden sollte. Wie schon beschrieben, eröffnen die virtuellen Welten, deren Zugang ja meist nur durch Registrierung und die damit verbundene ausdrückliche Zustimmung zu wie auch immer gearteten Datenschutzvereinbarungen möglich ist, umfangreiche Personalisierungsoptionen. Auch wenn man als Werbungtreibender nur auf bestehende Plattformen zurückgreift, bieten sich hier tiefgreifende Ansatzpunkte. Als Beispiel kann auch hier Fortnite mit seinen zahlreichen Markenkooperationen angeführt werden: Das Manga-Franchise Naruto ermöglicht den Nutzern spezifische Ausstattungsgegenstände in Fortnite zu erspielen. Für die Teilnahme an diesen zusätzlichen „Challenges“ ist jedoch eine weitere Registrierung notwendig. Somit hat das Engagement der Marke nicht nur einen Brandingeffekt, sondern dient ebenso dem massenhaften Datenmining unter den Millionen Fortnite-Spielern. Das Onboarding läuft dabei einfach und friktionsfrei, per einfachem Click werden die bereits im Stammspiel hinterlegten Daten <a href="//tinyurl.com/3kdpwfdt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">übernommen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gelten im Metaverse andere soziale Regeln?</strong></h2>



<p>Im Kontext der Kommunikation ist ferner zu beachten, dass im Metaverse womöglich andere Regeln und Verhaltenskodizes gelten könnten. Meta hat bereits Vorkehrungen getroffen, um virtueller sexueller Belästigung vorzubeugen. So sollen sich Avatare im Virtuellen nur bis auf einen <a href="https://tinyurl.com/463bn68m" target="_blank" rel="noreferrer noopener">festgelegten Mindestabstand</a> nähern können. Auch was als rechtmäßiges oder strafbares Handeln im virtuellen Metaverse zu verstehen ist, müsse (noch) verhandelt werden, wird insbesondere aus den USA gefordert. Tendenziell dürfte das Metaverse damit vermutlich eher „woke“ und weniger anarchische Spielwiese für das Ausleben ungezügelter Freiheiten sein. Der oft modernistische Gestus der aktuellen Diskussion kann aber auch als leistungsfähiges Vehikel für bestimmte aktuelle Themen genutzt werden: Nachhaltigkeit und ebenso soziale Anliegen, wie sie z.B. NIKE mit seinem Nikeland verfolgt, lassen sich, sofern einige Grundregeln der CSR befolgt werden, derzeit vermutlich gut und glaubhaft in diesem Kontext transportieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erfolgssteuerung der Metaverse-Aktivitäten</strong></h2>



<p>Schließlich sollte das Engagement in einem wie auch immer gearteten Metaverse entsprechend gesteuert und auf Erfolgswirksamkeit überprüft werden. <a href="https://tinyurl.com/3md2jtnk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Womöglich unterscheiden sich jedoch die erfolgsrelevanten Metriken</a> von den bisher im Digitalen Marketing erprobten Kennzahlen wie „Likes“, „Shares“ und „Conversions“. Das Metaverse ermöglicht neue Formen des „Engagements“, die sich auch im Monitoring und Controlling jenseits reiner Absatzzahlen widerspiegeln sollten. Dazu zählen etwa die Messung des Community Engagements im entsprechenden Discord-Stream, der „Share of Voice“ der Postings in einschlägigen virtuellen wie auch traditionellen digitalen Communities sowie die Ermittlung der erfolgreichen zugrundeliegenden Content-Arten. Ebenso kann die Auswertung der öffentlich geführten Chats in den jeweiligen Welten im Rahmen eines semantischen „Conversation Minings“ werthaltige verhaltensökonomische Einblicke <a href="https://tinyurl.com/4zskd9n3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gewähren</a>. Und auch die Verbreitung virtueller Güter bietet Ansatzpunkte für die Kennzahlenerhebung und -steuerung. Deren „Marktdurchdringung“ lässt sich erheben, indem der Absatz je Nutzer und die Nutzerzahlen insgesamt gegenübergestellt werden. Und in Bezug auf NFTs dürften der Verkauf über Zweitmärkte – jeweils geld- und stückbewertet – sowie die entsprechende Preisentwicklung zu wichtigen Indikatoren werden.</p>



<p>All dies weist daraufhin, dass Marketing und Vertrieb im Metaverse angesichts dieser neuen Anforderungen auch angepasste oder neue Strukturen und Prozesse benötigen. Für alle potenziellen Marktteilnehmer gleichermaßen – groß wie klein – gilt daher: halbherzige Vorstöße dürften kaum Erfolg versprechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ist das Metaverse nur ein Hype?</h2>



<p>Immer wieder werden Zweifel daran geäußert, ob dem Metaverse wirkliche eine nachhaltige Entwicklung beschieden ist oder ob die aktuelle Diskussion und die daraus erzeugte Aufmerksamkeit nicht bloß ein „Hype“ ohne wirkliches Fundament seien. Zunächst scheint es aus heutiger Sicht sehr unwahrscheinlich, dass tatsächlich ein ubiquitäres, die Standardschranken einzelner Plattformen überwindendes Netz entstehen könnte, das virtuelle und physische Welt immersiv vereint. Treiber hinter den Entwicklungen sind bereits am Markt etablierte Unternehmen mit autarken ökonomischen Interessen. Ein Monopolisierungssog – bei dem natürlich fraglich ist, ob dieser überhaupt wünschenswert wäre – zeichnet sich ebenso wenig ab wie eine breite Kooperation der Wettbewerber. Insofern dürfte die Vision eines distribuierten Web3, welches auch die Verfügungsmacht in einem solchen Netz dezentralisieren würde, nur schwer zu realisieren sein. Vor allem aber scheint es schwer vorstellbar, dass man als Mensch aus Fleisch und Blut tatsächlich große Teile seines Alltags in der Virtualität verbringen möchte, bei allem Spaß, den das punktuell bereiten mag. Worin bestünde der Nutzenzuwachs dadurch? Wer den namensgebenden Roman Stephenson’s heute, mehr als 30 Jahre nach Erscheinen, liest, dem dürfte auffallen, wie nah die dort skizzierte Version des Metaversums an den aktuellen Vorstellungen und Konzepten dazu liegt. Bereits damals beschrieb Stephenson die Verwendung virtueller Markenartikel und digitaler Mode durch individualisierte Avatare, in allen ihren Ausprägungen und Konsequenzen &#8211; übrigens nicht als erstrebenswert erscheinende Zielvision, sondern als Dystopie. Umso erstaunlicher ist es, dass das Werk als eine Art Blaupause für die Verschmelzung von physischer und virtueller Welt betrachtet wird.</p>



<p>Allerdings wäre es nicht das erste Mal, dass wir auf gelernte und tradierte Denkmuster als Erklärungsmodell zukünftiger Entwicklungen zurückgreifen – und damit zu falschen Schlüssen gelangen. Auch das WWW, die sozialen Medien und die Digitalisierung als solches wurden bereits in der Vergangenheit mit zahlreichen <a href="https://tinyurl.com/y76ut3rb" target="_blank" rel="noreferrer noopener">falschen Prognosen</a> bedacht. Warum sollte es diesmal anders sein?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Budgets follow Eyeballs &#8211; auch im Metaverse</strong></h2>



<p>Vieles deutet daraufhin, dass wir uns zur Beurteilung der Marktchancen nicht auf enge definitorische Zielkorridore oder prosaische Zukunftsbeschreibungen verlassen sollten. Der technische Fortschritt bei den Endgeräten, den VR-Brillen, lässt sich ebenso wenig linear vorausbestimmen wie die Adaptionsbereitschaft jüngerer Generationen oder auch die Auswirkungen externer Faktoren, wie den Klimawandel, geopolitische Krisen oder eine Pandemie.</p>



<p>Insofern erweist sich der pragmatische Blick auf das bereits erreichte und realisierte womöglich als die vielversprechendere Herangehensweise. Tatsache ist nun mal, dass viele Menschen, in erster Linie jüngere, vielleicht nicht ihren kompletten Alltag, aber doch einen erklecklichen Teil ihrer Zeit bereits jetzt in nicht-physischen Welten verbringen. „Budgets follow Eyeballs“ ist ein bewährtes Diktum der Digitalwirtschaft, und in der Tat <a href="https://tinyurl.com/bddx6f3a" target="_blank" rel="noreferrer noopener">überschreiten </a>die Investitionen in Verbindung mit einem wie auch immer gearteten Metaverse bereits jetzt jene in die „Schlüsseltechnologie“ KI.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Metaverse als Ausdruck einer sich wandelnden Gesellschaft?</h2>



<p>Dass Menschen bereit sind, für nicht-materielle Sachgüter, die in der physischen Sphäre eigentlich keinen Wert besitzen, Geld auszugeben – auch jenseits der gehypten BoredApeYachtclub- und Cryptopunk-NFTs, kann ebenfalls als Fingerzeig für eine gesellschaftliche Entwicklung außerhalb erwarteter Muster gelten. Wer tiefer in die beschriebenen Welten eintaucht, wird schnell feststellen, dass dem eigentlich vielstrapazierten Begriff der „Identität“ im Virtuellen eine besondere Adaption zu Teil wird: Der Wille zur persönlichen Abgrenzung und Individualität ist hier als realisiertes Massenphänomen zu beobachten. Die virtuelle Sphäre hat sich bereits zu einer Projektionsfläche für Wünsche, Werte und Haltungen entwickelt, die über die Möglichkeiten in der analogen Realität deutlich hinausgehen – und wofür die Nutzer und Nutzerinnen auch bereits heute bereit sind, zu bezahlen. Das allein kann schon als Vorbote einer sich verändernden Lebenswirklichkeit begriffen werden. Letztlich ist das „Metaverse“ nur ein Symbol dieses Wandels.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p></p>



<p><strong>Mehr zum Thema: Vortrag/Keynote von Prof. Dr. Andreas Wagener: &#8222;Künstliche Intelligenz im Marketing: Künstliche Kreativität, VR &amp; DNA-Targeting.&#8220;:    </strong></p>



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<p><em>
Mehr Informationen zum Thema KI im Marketing finden Sie im Buch von <a href="https://nerdwaerts.de/keynotes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wagener</a> <a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;crid=3LEYA68C1IHK9&#038;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&#038;dib_tag=se&#038;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&#038;qid=1728994048&#038;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&#038;sr=8-1&#038;linkCode=ll1&#038;tag=nerdwaerts-21&#038;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&#038;language=de_DE&#038;ref_=as_li_ss_tl">Künstliche Intelligenz im Marketing</a>, Haufe, Freiburg, 2023</em></p>



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		<title>Dimensionen des Metaverse: eine Begriffsbestimmung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2022 17:25:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum eine Begrifflichkeit im Kontext des digitalen Marketings dürfte in jüngerer Zeit so viel Aufmerksamkeit erhalten haben, wie der Terminus des „Metaverse“. Das damit beschriebene Zusammenwachsen von virtueller und physischer Welt ermöglicht neue Geschäftsmodelle und &#8211; so glauben viele &#8211; wird die Bedingungen an den digitalen Märkten auf den Kopf stellen. Noch immer ist allerdings [&#8230;]</p>
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<p><strong>Kaum eine Begrifflichkeit im Kontext des digitalen Marketings dürfte in jüngerer Zeit so viel Aufmerksamkeit erhalten haben, wie der Terminus des „Metaverse“. Das damit beschriebene Zusammenwachsen von virtueller und physischer Welt ermöglicht neue Geschäftsmodelle und &#8211; so glauben viele &#8211; wird die Bedingungen an den digitalen Märkten auf den Kopf stellen. Noch immer ist allerdings nicht klar, was genau unter diesem Buzzword nun eigentlich zu verstehen ist &#8211; was zur Folge hat, dass vielen der Themenkomplex noch als sehr abstrakt erscheint. Dabei sind viele der damit verbundenen Visionen bereits Realität. Dieser Beitrag versucht sich in einer &#8222;entmystifizierenden&#8220; Begriffsbestimmung und -abgrenzung.</strong></p>



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<span id="more-2085"></span>



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<p>Der Begriff „Metaverse“ geht, ebenso wie die heute einschlägige Verwendung der Bezeichnung „Avatar“ für ein menschliches Abbild im digitalen Raum, auf den Autor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neal_Stephenson">Neal Stephenson</a> und dessen Science-Fiction-Roman „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Snow_Crash" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Snow Crash</a>“ zurück. Damals, im Jahr 1992, deutlich dystopisch angelegt, prägte Mark Zuckerberg den Begriff auf ein neues weltumspannendes, virtuelles Netzwerk um, in welchem &#8211; das nun in „Meta“ umbenannte – Facebook, in Verbindung mit den eigenen VR-Brillen von Oculus Rift, als soziales Netzwerk auch in der virtuellen Sphäre eine weiterhin gewichtige Rolle einnehmen soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Metaverse: bisher keine eindeutige Definition</h2>



<p>Eine eindeutige, allgemein anerkannte Definition für den Terminus „Metaverse“ existiert allerdings bislang nicht. Viele Unternehmen, die in dieser frühen Phase in eigene virtuelle Plattformen investieren, versuchen hier eine eigene Deutungshoheit zu erlangen &#8211; die Firma NVIDIA spricht etwa vom „<a href="https://www.nvidia.com/de-de/omniverse/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Omniverse</a>“. Eine gewisse Stilbildung erfolgte durch die theoretischen <a href="https://tinyurl.com/ymfkkhkc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vorarbeiten Matthew Balls</a>, auf den sich auch Mark Zuckerberg bezogen hatte, und die entsprechend häufig in diesem Kontext zitiert werden. Zusammenfassend ließe sich das Metaverse demnach als eine komplett funktionsfähige Parallelwelt im virtuellen „Raum“ beschreiben: Diese kann nicht beliebig an- oder ausgeschaltet werden, sie ist „persistent“, wie die „echte“ Welt. Auch wenn man nicht aktiv oder anwesend &#8211; „online“ &#8211; ist, läuft das Geschehen für alle weiter – in „Echtzeit“. Dieses Metaversum würde über ein eigenes Wirtschaftssystem verfügen, in dem man kaufen, verkaufen, arbeiten und investieren kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Es bedarf einer weitergefassten Definition für das Metaverse</h2>



<p>In diesem Verständnis spiegelt sich jedoch eine – nicht zuletzt technisch – aktuell noch nicht realisierbare Zielvision wider, die nah an der skizzierten Welt aus Stephensons Science-Fiction-Roman liegt und eine enge Verflechtung von physischer Welt und virtueller Dreidimensionalität suggeriert. Gleichwohl wird der aktuelle Stand digitaler Entwicklungen bereits ebenfalls unter dem Begriff des Metaverse diskutiert. Das „immersive“ Eintauchen in virtuelle Welten mit entsprechenden <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Virtual+Reality&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">VR</a>-Brillen, aber auch bereits 2D-Erfahrungen in digitalen „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Open-World-Spiel" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Multiplayer-Open-World</a>“-Spielen oder auf Plattformen wie Roblox, Minecraft, Decentraland und Sandbox zählen genauso zu diesem Kosmos wie die schon seit längerem praktizierte Handelbarkeit virtueller Güter. Selbst wenn damit bislang kein ubiquitäres und standardübergreifendes Gesamtgebilde geschaffen wurde – wie es einer engen Metaverse-Definition entspräche, so lassen sich als gemeinsamer Nenner dieser Entwicklungen eine tiefergehende Digitalisierung ausmachen. Diese erlaubt potenziell all das, was im Analogen möglich ist, ebenso im Digitalen. Sie ist in der Lage, Erlebnisse im digitalen Raum als zunehmend eigenständig und losgelöst von den physischen Gegebenheiten zu inszenieren. Angestrebt wird die Ebenbürtigkeit des Digitalen. Zumindest hierin besteht Deckungsgleichheit mit der Endvision der enger gefassten Definition vom Metaverse.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die 4 Dimensionen des Metaverse</h2>



<p>Dennoch werden in der Diskussion sehr unterschiedliche Aspekte miteinander verwoben, Technologien – wie <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Virtual+Reality&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">VR </a>oder <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Blockchain&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blockchain</a>/NFTs – auf der einen Seite und weiter fortschreitende Immersion auf der anderen. In der Tat lassen sich verschiedene Dimensionen in der Metaverse-Entwicklung als Kategorien erfassen, die gleichfalls die Handlungsfelder von Unternehmen entsprechend abstecken:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Gaming und digitale Umgebungen in 2D</strong></li>



<li><strong>Digitale Realitäten in 3D</strong></li>



<li><strong>Virtuelle Güter und NFTs</strong></li>



<li><strong>Web3</strong></li>
</ul>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2022/11/Metaverse-JPG-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="582" src="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2022/11/Metaverse-JPG-1-1024x582.jpg" alt="Dimensionen des Metaverse" class="wp-image-2134" srcset="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2022/11/Metaverse-JPG-1-1024x582.jpg 1024w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2022/11/Metaverse-JPG-1-300x170.jpg 300w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2022/11/Metaverse-JPG-1-768x436.jpg 768w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2022/11/Metaverse-JPG-1.jpg 1301w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dimensionen des Metaverse</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Auch schon Metaverse: Gaming und digitale Umgebungen in 2D </h2>



<p>Die 2003 gegründete virtuelle Community SecondLife gilt inzwischen als früher Vorläufer der heutigen Metaverse-Ansätze. Sie ist als ein Paradebeispiel einer zweidimensionalen, also am herkömmlichen Bildschirm erlebbare, in sich geschlossene Welt zu betrachten und ermöglichte bereits damals Alltagstätigkeiten – kommunikativer Austausch, Events, Spiele, Shopping – im digitalen Raum. Dieses Konzept findet heute seine Fortsetzung etwa auf der Plattform Decentraland, welche sich ebenfalls am 2D-Bildschirm erfahren lässt, die aber auch ermöglicht, das Erlebnis durch den Einsatz von VR-Brillen dreidimensional zu erweitern (s.u.). Auch der Multiplayer-Shooter Fortnite wird als Entwurf eines eigenen Metaversums verstanden. Neben dem eigentlichen Spielmodus führt Fortnite regelmäßig Events, insbesondere Live-Konzerte und -Performances durch. Mittels einer eigenen Währung, den „V-Bucks“, kann die Modifizierung der Erscheinung des eigenen Avatars bezahlt werden. Ohnehin dürften Spiele unter den bereits realisierten Anwendungen derzeit der Idealvorstellung eines Metaverses am nächsten kommen. Die Gaming-Plattform Roblox ermöglicht nicht nur ihren Nutzern, selbst eigene Spiele zu entwickeln und mittels der virtuellen Währung Robux zu monetarisieren, sondern bietet zudem Unternehmen Rahmenbedingungen, sich und ihre Marke zu präsentieren, etwa durch den Aufbau eigener Teilwelten und die Bereitstellung einschlägiger Inhalte und Angebote – wie das <a href="https://www.reuters.com/technology/into-metaverse-nike-creates-nikeland-roblox-2021-11-18/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beispiel „Nikeland“</a> zeigt (Reuters, 2021). Doch im Prinzip schließt der Aspekt der digitalen Umgebung als Erfassungsmerkmal für das Metaverse auch weitere virtuelle Plattformen und Dienstleistungen mit ein, die ein entsprechend hohes Maß an Immersion aufweisen. So können ebenso <a href="https://www.govtech.com/education/higher-ed/universities-partner-with-bodyswaps-to-study-uses-for-vr" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in sich geschlossene Bildungsangebote</a> hier angeführt werden). Selbst Zoom, als digital-autarkes Instrument der Wissensvermittlung und virtuelles Eventtool, ließe sich damit dem Metaverse-Kosmos zurechnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Digitale Realitäten in 3D als Zielvorstellung des Metaverse</h2>



<p>Der Einsatz von VR-Endgeräten, um „echte“ virtuelle Erlebnisse zu ermöglichen, ist schon seit längerem im Gamingumfeld erprobt. Unzweifelhaft verstärkt Dreidimensionalität die realitätsnahe Wahrnehmung in der digitalen Sphäre und erhöht die Immersion. Verschiedenste kommerzielle Anbieter &#8211; nicht zuletzt die von Meta vor einigen Jahren erworbene Firma Oculus Rift &#8211; stehen aktuell im Wettbewerb um diesen als <a href="https://www.emerald.com/insight/content/doi/10.1108/IJEBR-12-2021-0984/full/html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vielversprechend empfundenen Zukunftsmarkt</a>. Wie erwähnt, setzen auch verschiedene Metaverse-<a href="https://nerdwaerts.de/?s=Plattform&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Plattformen</a>, wie Decentraland, darauf, ihre Inhalte mit diesen Endgeräten erlebbar zu machen. Die dreidimensionale Teilhabe mag einen wichtigen Schritt hin zur Entwicklung eines „echten“ Metaverses markieren, aber erscheint – zumindest heute –&nbsp; noch nicht zwingend als ein konstituierendes Merkmal. Die bereits erwähnten zweidimensionalen Umgebungen eröffnen ebenfalls immersives Potenzial. Aber ebenso kann der Mix aus virtueller und physischer Realität als „Augmented Reality“ (AR) zu einer Anreicherung medialer Erfahrungen führen. Indem der Blick durch ein digitales Display – etwa durch eine Smartphone-Kamera – ein Bild aus der analogen Realität um ein virtuelles Element erweitert, kann ebenfalls bereits von einer Verschmelzung beider Sphären gesprochen werden. Anwendungsfälle hierfür finden sich etwa bei der Verwendung virtueller Güter, wenn rein virtuell existierende Kleidungstücke oder Schmuck auf ein „reales“ Foto projizierbar werden und das physische Tragen dieser Utensilien sich damit digital simulieren lässt.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Virtuelle Güter und NFTs im Metaverse</h2>



<p>Der Gamingsektor ist auch hinsichtlich virtueller Güter als prägend zu betrachten. Schon seit geraumer Zeit ist es möglich, die Ausstattung von Avataren, deren Erscheinungsbild oder bestimmte virtuelle Gegenstände, die im Spiel einen Vorteil verschaffen, in Spielen gegen Geld zu erwerben. Die Geschäftsmodelle der Branche basieren immer öfter auf diesem Aspekt – entweder als Haupteinnahmequelle bei einer ansonsten frei nutzbaren Software (z.B. bei Fortnite) oder als Zusatzverdienst zu einem zu entrichtenden Grundentgelt (als „Paidmium“). In einer virtuellen Welt, die versucht, physische Bedingungen nachzubilden, kommt dem Aspekt der Handelbarkeit von „virtuellen Sachgütern“ und Dienstleistungen eine besondere Bedeutung zu. Die Motivation der Nutzer, diese zu erwerben, besteht nicht zuletzt darin, eine „Online-Identität“ zu schaffen, mit der man sich gegenüber anderen abgrenzt. Aber auch für Unternehmen kann es interessant sein, Anknüpfungspunkte in den entstehenden virtuellen Welten zu errichten – <a href="https://arxiv.org/abs/2110.05352" target="_blank" rel="noreferrer noopener">etwa indem man „Immobilien“ erwirbt oder „mietet“, die zur Kundenkommunikation oder als Verkaufsfläche genutzt werden</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">NFTs vs. Virtuelle Güter</h2>



<p>In diesem Kontext fällt häufig &#8211; der allerdings nicht immer trennscharf verwendete – Begriff „NFT“ („non fungible token“). „Nicht-fungibel“ bedeutet „nicht austauschbar“ und bezieht sich auf den Umstand, dass digitale Güter, im Gegensatz zu physischen Gütern, eigentlich nicht rivalisierend im Konsum sind, weil sie sich unendlich vervielfältigen lassen und eine Übertragbarkeit nicht an den Verzicht des Gutes durch den „Abgebenden“ gebunden ist. In einer virtuellen Welt, in der es „unique“ virtuelle Sach- und Investitionsgüter gibt – wie etwa eine virtuelle Veranstaltungslocation in einer Premiumlage – besteht jedoch die Notwendigkeit, genau diesen originär physischen Übertragungsprozess auch in der virtuellen Welt sicherzustellen, also zu gewährleisten, dass bestimmte Güter nur einmal verkauft werden. Dieses Problem ist bereits von digitalen Zahlungsmitteln wie Bitcoin bekannt, und auch wird entsprechend versucht, dieses durch den Rückgriff auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT, „<a href="https://nerdwaerts.de/?s=Blockchain&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blockchain</a>“) zu lösen. Indem die Transaktion auf der anschließend dezentral verteilten Blockchain fixiert wird und grundsätzlich für jeden Marktteilnehmer einsehbar ist, wird sichergestellt, dass es keine „doppelte“ Übertragung gibt. Ferner kann damit die Einzigartigkeit des virtuellen Gutes dokumentiert werden. Greifen die Betreiber verschiedener Welten auf das selbe DLT-Verfahren zurück, ließe sich damit eine Interoperabilität zwischen den Plattformen schaffen, d.h. digitale Güter, die in einer virtuellen Umgebung erworben würden, könnten grundsätzlich ebenso in einer anderen genutzt werden. Auf diese Weise käme man der Zielvision eines umspannenden, allgemeinen, ubiquitären Metaverses deutlich näher. Allerdings zeichnet sich eine solche Entwicklung bestenfalls nur in Ansätzen ab, nicht zuletzt aufgrund von Kompatibilitätsproblemen und den kollidierenden Interessen der verschiedenen Betreiber der aktuellen virtuellen Plattformen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Grenzen von NFTs: wie sie wirklich funktionieren</h2>



<p>NFTs sind Gegenstand intensiver Berichterstattung in den Medien, nicht zuletzt weil für digitale Kunst – z.B. Cryptopunks, <a href="https://www.nft-stats.com/collection/boredapeyachtclub" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bored Aped Yacht Club</a> &#8211; oder virtuelle Immobilien – z.B. <a href="https://nonfungible.com/market-tracker/decentraland" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf Decentraland.com oder Sandbox</a> &#8211; teilweise schwindelerregende Preise bezahlt werden. Neben ihrer Eigenschaft als Anlage- oder Spekulationsobjekt lassen sich NFTs aber auch in der Live-Kommunikation einsetzen, etwa zur <a href="https://www.forbes.com/sites/cathyhackl/2021/11/23/value-creation-in-the-metaverse-a-utility-framework-for-nfts/?sh=301f8c651233" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kundenbindung und zur „Emotionalisierung“ von Event-Teilnahmen, o.ä</a>. Zu beachten ist allerdings: In der Regel enthält ein NFT nur einen Link auf einen digitalen Inhalt, der auf einem Server gespeichert ist, nicht das „Gut“ selbst. Insofern werden nur bestimmte Rechte, nicht aber das eigentliche Eigentum transferiert. Ebenso ist wichtig zu verstehen, dass diese Rechte immer nur auf ein Protokoll-System beschränkt sind. Theoretisch ließe sich ein digitales Kunstwerk auf verschiedenen Blockchains mehrfach vertreiben (und dort jeweils als „einzigartig“). Auch Plagiarismus ist damit nicht aus der Welt geschafft, denn die Urheberschaft wird beim „Minten“ (dem „Upload“ des NFTs auf die Blockchain) in aller Regel <a href="https://www.wired.com/story/nfts-dont-work-the-way-you-think-they-do/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nicht geprüft</a>. Und schließlich bedarf es für den Handel mit virtuellen Gütern auch grundsätzlich nicht eines aufwändigen und derzeit immer noch wenig nachhaltigen DLT-Systems. Die Verwaltung kann alternativ zentral, durch die jeweilige Plattform erfolgen, die dann für die Rechtmäßigkeit der Transaktionen verantwortlich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Metaverse als Web3?</h2>



<p>Im Kontext des Metaverses wird immer wieder auf die Entstehung des „Web3“ <a href="https://www.bennettinstitute.cam.ac.uk/wp-content/uploads/2022/03/Policy-brief-Crypto-web3-and-the-metaverse.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">verwiesen</a>. Darunter wird allgemein eine Gegenbewegung zur Zentralisierung der aktuellen Netzorganisation, insbesondere der Bündelung der Markt- und Gestaltungsmacht bei den großen Plattformen erfasst. Die Diskussion um das Metaverse gibt dieser schon länger geführten <a href="https://nerdwaerts.de/2017/11/1248/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Diskussion</a> einen zusätzlichen Schub. Denn natürlich stellt sich die Frage, nach welchen Regeln ein derart tiefgreifender Neustart, wie es die Errichtung eines allgegenwärtigen Metaverses erfordern würde, erfolgen soll. Wäre es dann überhaupt legitim, dass ein einzelnes, marktwirtschaftlich agierendes Unternehmen als alleiniger Betreiber auftritt? Oder würden damit die heute bereits von den großen Plattformen verursachten Probleme, potenziert &#8211; bis hin zu dystopischen Ausprägungen? Die Idee des Web3 setzt diesen potenziellen, negativen Entwicklungen eine Dezentralisierung der Verfügungsrechte auf der Nutzerebene, basierend auf dem Einsatz von DLT-Verfahren, entgegen. Die Idee eines dezentralisierten Web3 ist aktuell noch weit von einer operativen Umsetzung entfernt &#8211;&nbsp; und zudem ebenfalls in ihren möglichen Auswirkungen nicht unumstritten. Auch wenn in Bezug auf die Ausgestaltung des Metaversums dieser Diskussion potenziell eine wichtige Bedeutung zukommt, spielt dieser Aspekt in der Marketing-Praxis aktuell noch keine große Rolle. Daher soll in diesem Beitrag das Thema nicht weiter vertieft werden.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p></p>



<p><strong>Mehr zum Thema: Vortrag/Keynote von Prof. Dr. Andreas Wagener: &#8222;Künstliche Intelligenz im Marketing: Künstliche Kreativität, VR &amp; DNA-Targeting.&#8220;:    </strong></p>



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<p><em>
Mehr Informationen zum Thema KI im Marketing finden Sie im Buch von <a href="https://nerdwaerts.de/keynotes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wagener</a> <a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;crid=3LEYA68C1IHK9&#038;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&#038;dib_tag=se&#038;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&#038;qid=1728994048&#038;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&#038;sr=8-1&#038;linkCode=ll1&#038;tag=nerdwaerts-21&#038;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&#038;language=de_DE&#038;ref_=as_li_ss_tl">Künstliche Intelligenz im Marketing</a>, Haufe, Freiburg, 2023</em></p>



<p>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>.</p>
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		<title>Zum fünften Mal: Vortragsreihe zur Digitalisierung der Hochschule Hof</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2019/08/vortragsreihe-zur-digitalisierung-der-hochschule-hof/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2019 10:33:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die hochschulöffentliche &#8211; also für alle Interessierten offene und kostenfreie &#8211; Veranstaltungsreihe &#8222;Digitalisierung, Industrie 4.0 und das Internet der Dinge&#8220; der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Hof geht in eine neue Runde. Ab 16. Oktober werden im Audimax der Hochschule wieder Themen aus dem Umfeld von Datenökonomie und Industrie 4.0 behandelt. Erneut stehen dabei Themen wie [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die hochschulöffentliche &#8211; also für alle Interessierten offene und kostenfreie &#8211; Veranstaltungsreihe &#8222;Digitalisierung, Industrie 4.0 und das Internet der Dinge&#8220; der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Hof geht in eine neue Runde. Ab 16. Oktober werden im Audimax der Hochschule wieder Themen aus dem Umfeld von Datenökonomie und Industrie 4.0 behandelt. Erneut stehen dabei Themen wie Künstliche Intelligenz und Digitaler Vertrieb im Mittelpunkt, aber auch der Frage nach der Nachhaltigkeit der digitalen Transformation widmet sich die Vortragsreihe.</strong><br><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/c025b1dbce944f50bacc88de77e9571b" alt="" width="1" height="1"><br><span id="more-1540"></span></p>
<div id="attachment_1545" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2019/08/Plakat-Vortragsreihe-Digitalisierung-Hochschule-Hof-2019.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1545" class=" wp-image-1545" src="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2019/08/Plakat-Vortragsreihe-Digitalisierung-Hochschule-Hof-2019.jpg" alt="" width="290" height="354" srcset="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2019/08/Plakat-Vortragsreihe-Digitalisierung-Hochschule-Hof-2019.jpg 814w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2019/08/Plakat-Vortragsreihe-Digitalisierung-Hochschule-Hof-2019-246x300.jpg 246w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2019/08/Plakat-Vortragsreihe-Digitalisierung-Hochschule-Hof-2019-768x938.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px" /></a><p id="caption-attachment-1545" class="wp-caption-text">Plakat Programm Vortragsreihe Digitalisierung der Hochschule Hof 2019</p></div>


<p>Seit 2015 findet die alljährliche Vortragsreihe im Audimax der Hochschule Hof statt. Auch in diesem Wintersemester geht es ab Oktober um Digitalisierung, um Daten und die Erprobung dieser Themen in der Praxis. Am 16.10. lädt die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.hof-university.de/ueber-uns/fakultaeten/wirtschaftswissenschaften.html" target="_blank">Fakultät Wirtschaft</a> der <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.hof-university.de/" target="_blank">Hochschule Hof</a>,  unterstützt durch den <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.hof-university.de/studieninteressierte/studienangebot/wirtschaftsrecht-llb/alumni.html" target="_blank">Alumniverein der Hochschule</a> sowie dem Hofer&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.iisys.de/" target="_blank">&#8222;Institut für Informationssysteme&#8220; (iisys)</a> und dem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.einstein1.net/" target="_blank">Digitalen Gründerzentrum EINSTEIN1</a>&nbsp;zum Auftakt, wo es um die neuesten Trends im digitalen Marketing gehen wird. Es folgen meist im wöchentlichen Abstand weitere Vorträge zum Themenkreis. </p>



<p></p>



<p>Es ist geplant, alle Vorträge aufzuzeichnen, diese sollen dann anschließend über den Youtube-Kanal der Hochschule und diese Website zugänglich gemacht werden.</p>



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<p><strong>Zu den Vorträgen im Einzelnen:</strong></p></p>



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<p><strong>16.10. 2019<br>Prof. Dr. Andreas Wagener&nbsp;</strong><br><strong>Ein neues Zeitalter im Marketing: Künstliche Intelligenz, maschinelle Kreativität, virtuelle Realitäten &amp; DNA-Targeting</strong></p>
<p><strong>Beschreibung: </strong><br>Während wir hierzulande noch über die Sinnhaftigkeit der Digitalisierung an Schulen und Hochschulen nachdenken und über Fakenews, Filterblasen und die gesellschaftliche Wirkungsmacht von Influencern sinnieren, dreht sich die digitale Welt um uns herum immer schneller. Kaum ein Managementbereich entwickelt sich dabei so rasant wie Marketing und Vertrieb. „Erweiterte“ und echte „virtuelle“ Realitäten schaffen völlig neue Betätigungsfelder, Künstliche Intelligenz übernimmt kreative und gestalterische Aufgaben ebenso wie das eigenständige Management kompletter Businesseinheiten. Und Marketingmaßnahmen lassen sich mithilfe von KI anhand von DNS und des menschlichen Genoms perfekt auf den Einzelnen zuschneiden. Die Gegenwart hat die Zukunft längst eingeholt: ein neues Zeitalter im Marketing hat begonnen.</p>
<p></p>
<strong>Hier geht&#8217;s zur Aufzeichnung des Vortrages auf Youtube:</strong>
<iframe loading="lazy" width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/SSeDo6Lt85c" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
<h2></h2>
<p><strong>23.10.2019<br>Prof. Dr. iur. Martin Wachovius <br>Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Widerspruch oder Wechselwirkung?<br></strong><br><strong>Beschreibung:</strong><br>Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die beiden Megatrends unserer Zeit. Am Beispiel der seltenen Erden, die in vielen Bereichen der Digitalisierung in immer größerem Umfang Verwendung finden, wird deutlich, dass die Ziele der Digitalisierung nur unter Beachtung einer nachhaltigen Entwicklung erreicht werden können. Auch die mit der zunehmenden Digitalisierung verbundene Erhöhung des Energiebedarfs unterstreicht diese These. Die Digitalisierung kann aber gleichzeitig auch zur Erreichung nachhaltiger Ziele beitragen, z.B. durch Smart Farming oder autonomes Fahren. Ziel muss sein, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit nicht gegeneinander, sondern miteinander die Zukunft gestalten.</p>
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<p><strong>30.10.2019 <br>Prof. Dr. Michael Seidel &amp; Herrmann Hohenberger (Geschäftsführung Einstein1)<br>Einstein1: das Startup-Ökosystem am Campus der Hochschule Hof Herausforderungen, Erfolge, Vision</strong></p>
<p><strong>Beschreibung:</strong><br>Einstein1 ist seit Anfang 2017 als Digitales Gründerzentrum am Campus der Hochschule Hof die Anlaufstelle für Gründer/-innen und Startups aus Hochfranken und dem Vogtlandkreis. Mit einem kleinen, hochmotivierten Team unterstützt es regionale Gründer/-innen bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee, hilft bei Finanzierungsfragen und sorgt proaktiv durch Events und Netzwerk-Aktivitäten für eine Vernetzung mit wichtigen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Lehre und Politik.Das diesjährige Highlight wird die Eröffnung des eigenen Gebäudes mit Coworking-Space, Büros, Event-Space und Konferenzräumen für Gründer, Startups, Techies und Freelancer am Campus der Hochschule Hof sein.Im Rahmen eines kurzen Sneek Peeks geben Geschäftsführer Hermann Hohenberger und Prof. Dr. Michael Seidel in ihrem Kurzvortrag Einblicke in die digitale Startup-Szene Hochfrankens und des Vogtlandkreises und stellen das wachsende Startup-Ökosystem am Campus der Hochschule Hof vor. Im Anschluss werden regionale Tech-Startups mit kurzen Pitches ihre Geschäftsidee vorstellen: ahearo bietet mit seiner Audiostreaming-App eine einzigartige Audioplattform mit einem verlagsübergreifenden Journalismus-Angebot an Hörmagazinen und hörbaren Inhalten. Flowdust bietet mit seiner Feedback-Plattform Website- und Online-Shop-Betreibern die Möglichkeit, schnell und ohne Programmierkenntnisse wertvolles Feedback von Usern zu sammeln.</p>
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<p><strong>06.11.2019</strong><br><strong>Prof. Dr. Stefan Wengler</strong><br><strong>Von der Market Intelligence zur erfolgreichen Lead-Generierung</strong></p>
<p><strong>Beschreibung:</strong><br>Aufgrund des intensiven Wettbewerbs gestaltet sich die Gewinnung von Neukunden für viele Unternehmen immer schwieriger und kostenintensiver. Abhilfe können integrierte Market-Intelligence-Systeme schaffen, die die Unternehmen nicht nur dabei unterstützen, näher an ihre potenziellen Kunden heranzurücken, sondern zukünftig auch mehr über diese zu wissen. Wie diese integrierten Market-Intelligence-Systeme gestaltet sein müssen und wie die zusätzlichen Informationen genutzt werden können, um erfolgreich neue Leads bzw. Neukunden zu generieren, erläutert Prof. Dr. Wengler im Rahmen seines Vortrags.</p>
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<p><strong>13.11.2019</strong><br><strong>Prof. Dr. René Peinl</strong><br><strong>Computer lernen Bildverstehen – Praxisbeispiele und iisys Projekte</strong></p>
<p><strong>Beschreibung:</strong><br>Seit die Digitalfotografie den Kinderschuhen entwachsen ist, lassen wir den Computer Bilder verarbeiten. Er kann sie drehen, beschneiden, Farbe und Kontraste anpassen oder den Menschen dabei unterstützen Bildverfremdungen oder künstlerische Ergänzungen vorzunehmen. Was er bisher nicht konnte ist den Bildinhalt verstehen. Dank Deep Learning ändert sich das gerade und erschließt dem Computer durch die Masse an verfügbaren Bildern im Internet ganz neue Einsatzbereiche. In dem Vortrag erfahren sie, was die Formula Student, ein Parkplatzleitsystem für die Hochschule und die Steuerung des Avatars in Virtual Reality Anwendungen miteinander gemein haben und wo die Möglichkeiten und Grenzen aktueller maschineller Lernverfahren für Bilderkennung liegen.</p>
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<h2></h2>
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<p><strong>20.11.2019</strong><br><strong>Prof. Dr. Henning Schröder</strong><br><strong>Machine Learning und KI in der Absatzplanung</strong></p>
<p><strong>Beschreibung:</strong><br>Was hat die Bratwurst mit künstlicher Intelligenz zu tun?<br>Dass man auch an einem schönen Sommerabend zum Grillen nicht leer ausgegangen ist, kann gut auf den Einsatz von Machine Learning Verfahren zurückzuführen sein. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, auch bei stark schwankender Nachfrage Produktion und Vertrieb zu planen. Moderne datenbasierte Prognoseverfahren bieten hierbei häufig eine hohe Präzision, stellen die Unternehmen aber vor neue Herausforderungen wie z.B. die Datenverfügbarkeit.<br>Prof. Dr. Henning Schröder wird in seinem Vortrag einen Überblick geben, welche Möglichkeiten Machine Learning und KI in der Absatzplanung bieten, welche Methoden zum Einsatz kommen und mit welchen Herausforderungen der Einsatz der Prognoseverfahren verbunden ist.</p>
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<h2></h2>
<p>Die aufgezeichneten Vorträge des vergangenen Jahres finden Sie <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLnicm0B4V5vAMymtc7xhicMV5OEsbPT6n">an dieser Stelle</a>, so wie auch diesen hier:</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/HCrHE-fSLx0?start=4" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>.</p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2019/08/vortragsreihe-zur-digitalisierung-der-hochschule-hof/">Zum fünften Mal: Vortragsreihe zur Digitalisierung der Hochschule Hof</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>Brauchen wir eine Sharing Economy für Daten? Raus aus den Silos – Gebt den Daten die Freiheit zurück!</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2019/05/brauchen-wir-eine-sharing-economy-fuer-daten-raus-aus-den-silos-gebt-den-daten-die-freiheit-zurueck/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2019 13:46:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Daten- & Algorithmusökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Plattformökonomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Digitalisierung sind Geschäftsmodelle in der Regel Daten getrieben. Der Erfolg der vielzitierten „Plattformökonomie“ beruht zu einem erheblichen Anteil auf der Sammlung und Auswertung von Informationen. Der Bedarf an Datenvielzahl und Datenvielfalt von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Blockchain und Virtual Reality ist ebenfalls enorm. Aber wie kann diese Masse an Daten und Informationen bereitgestellt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2019/05/brauchen-wir-eine-sharing-economy-fuer-daten-raus-aus-den-silos-gebt-den-daten-die-freiheit-zurueck/">Brauchen wir eine Sharing Economy für Daten? Raus aus den Silos – Gebt den Daten die Freiheit zurück!</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Digitalisierung sind Geschäftsmodelle in der Regel Daten getrieben. Der Erfolg der vielzitierten „Plattformökonomie“ beruht zu einem erheblichen Anteil auf der Sammlung und Auswertung von Informationen. Der Bedarf an Datenvielzahl und Datenvielfalt von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Blockchain und Virtual Reality ist ebenfalls enorm. Aber wie kann diese Masse an Daten und Informationen bereitgestellt und verarbeitet werden? Vielleicht ist ein Umdenken in den Unternehmen notwendig: Tradierte Verhaltensmuster und Strategien gehören auf den Prüfstand.</strong><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/2297cf5dce454f1ea09387a85b72a70a" alt="" width="1" height="1" /><br />
<span id="more-1422"></span><br />
„Sharing Economy“, „<a href="https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platform Economy</a>“ und natürlich die nicht totzukriegende Phrase von den Daten als dem „neuen Gold“, respektive dem „<a href="https://nerdwaerts.de/2016/01/wenn-daten-das-n…nn-nicht-auch-so/ ‎" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Öl des 21. Jahrhunderts</a>“ prägen schon seit langem die Diskussion um die digitale Transformation. Dabei zeigt sich jedoch, dass es – gerade hierzulande &#8211; offensichtlich schwierig ist, diese Themen von einer rein theoretischen Betrachtung auf eine praktische Ebene zu hieven. In der Theorie mag das alles nachvollziehbar und vernünftig klingen, aber warum hapert es dann sooft an der Umsetzung in der Unternehmensrealität?</p>
<h2>Daten als Kern der Plattformökonomie</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/2297cf5dce454f1ea09387a85b72a70a" alt="" width="1" height="1" /><br />
In der <a href="https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattformökonomie </a>geht es um die Etablierung von Standards, um die Schaffung von Netzwerkeffekten durch die Errichtung einer zentralen Plattform, die die Zugänge auf einem bestimmten Markt herstellt und damit kontrolliert – wir alle kennen die vielzitierten einschlägigen Beispiele von Uber („das weltgrößte Taxisunternehmen besitzt selbst kein einziges Taxi…“), Booking.com, Facebook, Amazon oder Google. Daten spielen hierbei eine ganz entscheidende Rolle. Nur durch deren Auswertung und durch den zielgerichteten Einsatz der daraus gewonnenen Erkenntnisse lassen sich die Kundenbeziehungen organisieren und das System insgesamt mit Leben füllen. Daten sind damit gleichzeitig DNA und zentrales Nervensystem der Plattformen.</p>
<h2>Plattformökonomie: Gatekeeper mittels Daten</h2>
<p>Der <a href="https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattformökonomie </a>wird attestiert, dass sie tradierte Märkte aushebelt: Erfolgreiche Plattformen zwängen sich als Gatekeeper zwischen Endkunde und ursprünglichem Anbieter. Letztere verfügen zwar eigentlich über die notwendigen „Hard Assets“ – die Taxis, Hotels oder Content – werden somit aber gewissermaßen zum bloßen Zulieferer „degradiert“, mit entsprechenden Folgen für Autonomie und Ertragskraft. Wer diesem Schicksal enteilen will, hat nur die Chance, entweder eigene Plattformen zu gründen oder sich selbst mit entsprechenden Netzeffekten und datenökonomischen Instrumenten zu wappnen.</p>
<h2>Skaleneffekte in der Datenökonomie</h2>
<p>Die zentrale Frage lautet dabei stets: Wie lässt sich das eigene Leistungsversprechen durch die Verknüpfung mit Daten aufwerten? Entscheidend in diesem Kontext ist, dass nur der Zugang zu massenhaften Daten echte Wertschöpfung ermöglicht. Ein einzelner Datensatz ist stets wertlos. Werte entstehen in der Datenökonomie erst, wenn Verknüpfungen hergestellt und Muster identifiziert werden, wenn es gelingt, daraus die „Soft Assets“ zu schaffen, die das ursprüngliche Leistungsversprechen auf diese Weise entscheidend anreichern.<br />
Schiere Größe ist in der <a href="https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattformökonomie </a>wie überhaupt in der Digitalen Wirtschaft meist ein entscheidender Vorteil. Alle Technologieunternehmen, die heute die digitalen Märkte dominieren, haben ab einem bestimmten Zeitpunkt auf die Generierung von Skaleneffekten gesetzt. Für den hiesigen Mittelständler, selbst auch für die großen, global tätigen Unternehmen hierzulande, etwa aus dem Automobil- und Maschinenbau, stellt sich dann natürlich die Frage, wie es möglich ist, da mitzuhalten – auf den ersten Blick ein unmöglich erscheinendes Unterfangen. Im eigenen Verfügungsbereich sind meistens nur beschränkte Datenressourcen vorhanden. Wertzuwächse hängen gleichwohl aber sehr wesentlich von der Menge der verarbeitbaren Daten ab.</p>
<h2>Synergieeffekte entstehen nur, wenn Daten aus ihren Silos befreit werden</h2>
<p>Die Antwort darauf kann nur in der Erzeugung von Synergieeffekten liegen. Diese entstehen jedoch nur, wenn es gelingt, Daten aus ihren Silos zu befreien und für die Vernetzung freizugeben. In vielen Unternehmen werden Daten streng getrennt von einander vorgehalten. Das hat einerseits natürlich technische Gründe – die Hürden bei der Zusammenführung – Systeminkompatibilitäten, unterschiedliche Datenstrukturen und Dopplungen – erscheinen nicht selten beträchtlich. Andererseits stehen allzu oft auch Revierstreitigkeiten und Befindlichkeiten von „Provinzfürsten“ im Unternehmen einer Zusammenführung im Weg.</p>
<h2>Jenseits des eigenen Horizonts</h2>
<p>Natürlich muss es gelingen, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen, entweder durch gute Führungsleistung oder technisch, mittels ausgefeilteren technologischen Ansätzen zur Datenstrukturierung, etwa auch aus dem Bereich des maschinellen Lernens. Allein das wird in den meisten Fällen nicht reichen. Selbst wenn es gelingt, diese internen Erschwernisse zu beseitigen, ist der Bedarf an Daten und die Anforderungen an die Anzahl und Detaillierung von Datensätzen kaum von einem Unternehmen allein zu bewerkstelligen. Zukunftstechnologien wie <a href="https://nerdwaerts.de/?s=K%C3%BCnstliche+Intelligenz&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Künstliche Intelligenz</a> und Virtual Reality sind in großem Maße Daten getrieben. Wenn die einzige Quelle zu deren Erzeugung und Sammlung das eigene Unternehmen ist, dürfte das kaum ausreichen, um hier Erfolge zu erzielen.</p>
<h2>Hoher Datenbedarf: Künstliche Intelligenz, Blockchain &amp; Co</h2>
<p>Insbesondere das Training von <a href="https://nerdwaerts.de/2016/11/industrie-4-0-da…chaft-veraendern/ ‎" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KI</a>, im Wege von Deep Learning und mittels Künstlicher Neuronaler Netzwerke, erfordert riesige Mengen von Datensätzen. Nur wenn diese Vielfalt gewährleistet ist, kann es dem System gelingen, Muster zu identifizieren und „Erlerntes“ eigenständig auf neue oder wenigstens „verwandte“ Sachverhalte zu projizieren.</p>
<h2>Sharing Economy für Daten</h2>
<p>Daher gilt es, den Blick auch über den Tellerrand hinaus kreisen zu lassen und die notwendigen Synergien auch außerhalb des eigenen exklusiven Zugriffsbereich zu suchen. Vielleicht ist es notwendig, hier neue Formen der Kooperationen zwischen einzelnen, unter Umständen sogar konkurrierende Marktteilnehmern zu etablieren: eine Art „Sharing Economy“ für den Datenaustausch und den Betrieb gemeinsamer Datenplattformen. Denkbar wären beispielsweise Cloud basierte Lösungen, die Skalierungen und die Einbindung von Drittdaten sowie auch den Rückgriff auf externe Rechnerkapazitäten ermöglichen. Das Zusammentreffen von Machine- und Deep-Learning und nahezu unlimitierter, kostengünstiger Rechenleistung aus der Cloud könnte vielen Unternehmen einen &#8222;barrierefreien&#8220; Einstieg in die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz ermöglichen.</p>
<h2>Kooperationen in der Cloud?</h2>
<p>Tatsächlich gibt es bereits erste derartige Kooperationen und Plattformen, die den gegenseitigen Austausch von Daten sowie auch kompletter Lern- und Trainingsmodelle für <a href="https://nerdwaerts.de/2016/11/industrie-4-0-da…chaft-veraendern/ ‎" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KI</a> ermöglichen. <a href="https://www.nvidia.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NVIDIA</a>, als Hersteller von Grafikkarten ursprünglich bekannt und groß geworden, betreibt etwa eine eigene Cloud basierte <a href="https://www.nvidia.com/de-de/self-driving-cars/drive-platform/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattform </a>zum Simulieren und Testen des Fahrbetriebs autonomer Fahrzeuge. Zu den teilnehmenden Unternehmen gehören die großen Automobilhersteller, wie Daimler, Toyota, Audi und VW oder Tesla. Die „offene“ Plattform ermöglicht es, so NVIDIA, „selbstfahrende Autos, Lkws und Shuttles zu entwickeln und einzusetzen, die funktionssicher sind und nach internationalen Sicherheitsnormen zertifiziert werden können.“</p>
<h2>Blockchain &amp; KI</h2>
<p>Auch aus der <a href="https://nerdwaerts.de/2018/10/der-weg-zur-robo…chaffen-koennten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kombination von Blockchain und KI </a>ergeben sich Anwendungsszenarien. Das Berliner Start-Up <a href="https://xain.io/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">XAIN </a>arbeitet unter anderem mit <a href="https://www.infineon.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infineon </a><a href="https://www.btc-echo.de/infineon-und-xain-entwickeln-blockchain-loesungen-fuer-vernetzte-fahrzeuge/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zusammen</a>, um Zugriffsrechte auf Fahrzeugfunktionen durch KI-Algorithmen zu regeln, ohne dass dabei private Daten der Automobilnutzer zentral gespeichert werden müssen. Über das so geschaffene Netzwerk können lokale KI-Algorithmen voneinander lernen, ohne Datenhoheit und die Privatsphäre der beteiligten Anwender zu tangieren.</p>
<h2>Blockchain für Datentransaktionen</h2>
<p>Das finnisch-schweizerische Unternehmen <a href="https://www.streamr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streamr </a>bietet den <a href="https://nerdwaerts.de/2018/10/blockchain-ohne-…g-verkompliziert/ ‎" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blockchain </a>basierten Zugang zu einer „Open-Source-Plattform für den freien und fairen Austausch der Echtzeitdaten weltweit“ an und will Datenströme auf diese Weise dezentral zwischen vielen möglichen Beteiligten handelbar machen. Auf diese Weise wäre ein breiter Austausch und der Zugriff auf eine Vielzahl von Daten insbesondere auch für Trainingszwecke möglich, der zudem auch einen finanziellen Anreiz für die Teilnehmer bereithält, ihre Daten zur Verfügung zu stellen. <a href="https://www.techemergence.com/ai-in-blockchain/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ähnliche Ansätze</a> existieren zu Hauf im Silicon Valley. Der dezentrale, „distribuierte“ Handel mit Daten ist von einer Reihe von Unternehmen bereits zum Geschäftsmodell erkoren worden. <a href="https://singularitynet.io/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SingularityNET</a> etwa bietet eine Plattform, auf der Entwickler ihre Leistungen im Austausch für andere KI-Dienste oder auch Krypto-Entgelte anbieten können.</p>
<h2>Neues Denken erforderlich</h2>
<p>Der Rückgriff auf solche Angebote und Verfahren setzt jedoch ein Umdenken, ein grundsätzlich anderes „Mindset“ voraus als vermutlich in den meisten Unternehmen derzeit vorherrscht. Natürlich auch bedingt durch gesetzliche Vorgaben wie DSGVO und ePrivacy-Verordnung, aber eben auch durch eine grundsätzlich restriktive Denkweise, tendieren viele Entscheider dazu, Daten als „exklusiv“ zu betrachten. Das freie und freigiebige Teilen des „Datengoldes“ erscheint vielen schlichtweg abwegig.</p>
<h2>&#8222;Nur zusammen sind wir stark&#8220;</h2>
<p>Doch wenn gleichwohl Daten immer ein exklusiver Vorteil innewohnt: in der digitalen Ökonomie lässt sich echter Wert nur durch Größe und vielfältige Anreicherung erzielen. Wenn – was die Regel ist – ein Einzelner dazu nicht in der Lage ist, bleibt nur, das Heil in der Kooperation und im intensiven gegenseitigen Austausch, auch gerade mit vermeintlichen Konkurrenten, zu suchen. Nur so könnte langfristig die Chance gewahrt wären, gegen die Technologie-Riesen aus USA und zunehmend auch aus China zu bestehen.</p>
<p>Daher gilt: <strong>Free Your Data &#8211; Gebt den Daten ihre Freiheit zurück!</strong></p>
<p>Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch <em>von <a href="https://nerdwaerts.de/keynotes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wagener</a> <a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3LEYA68C1IHK9&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&amp;qid=1728994048&amp;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=nerdwaerts-21&amp;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Künstliche Intelligenz im Marketing</a>, Haufe, Freiburg, 2023</em></p>
<p>Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:</p>
<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener, Hochschule Hof am 17.10.2018:<br />
&#8222;Willkommen in der Matrix! Wie KI und Blockchain in der Industrie 4.0 zusammenwachsen&#8220;</strong><br />
<iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/aAg44C6-oWo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2019/05/brauchen-wir-eine-sharing-economy-fuer-daten-raus-aus-den-silos-gebt-den-daten-die-freiheit-zurueck/">Brauchen wir eine Sharing Economy für Daten? Raus aus den Silos – Gebt den Daten die Freiheit zurück!</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>Der Weg zur Roboterautonomie: wie KI und Blockchain die Maschinengesellschaft erschaffen könnten</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2018/12/der-weg-zur-roboterautonomie-wie-ki-und-blockchain-die-maschinengesellschaft-erschaffen-koennten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2018 10:11:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>KI und Blockchain sind derzeit vielleicht die am meisten diskutierten Themen der digitalen Transformation. Wäre eine Kombinationen dieser Schlüsselthemen sinnvoll? Anwendungsgebiete ergeben sich insbesondere in der autonomen Organisation des &#8222;Internet der Dinge&#8220;. Sind wir damit auf dem Weg zu einer weiteren industriellen Revolution? Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain sind derzeit womöglich die am intensivsten diskutierten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2018/12/der-weg-zur-roboterautonomie-wie-ki-und-blockchain-die-maschinengesellschaft-erschaffen-koennten/">Der Weg zur Roboterautonomie: wie KI und Blockchain die Maschinengesellschaft erschaffen könnten</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>KI und Blockchain sind derzeit vielleicht die am meisten diskutierten Themen der digitalen Transformation. Wäre eine Kombinationen dieser Schlüsselthemen sinnvoll? Anwendungsgebiete ergeben sich insbesondere in der autonomen Organisation des &#8222;Internet der Dinge&#8220;. Sind wir damit auf dem Weg zu einer weiteren industriellen Revolution?</strong><br />
<span id="more-1416"></span></p>
<p>Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain sind derzeit womöglich die am intensivsten diskutierten Themen im Bereich der digitalen Transformation. Beiden wird immer wieder erhebliches Potenzial zugeschrieben, die Spielregeln auf den Märkten aufzubrechen und zu „disruptieren“. Unweigerlich stellt sich dann die Frage – jenseits allen „Buzz-Word-Bingos“ –, ob sich hierbei dann nicht Szenarien ergeben, die einen kombinierten Einsatz nahelegen. Diese finden sich vor allem im Bereich des (Industrial) Internet of Things sowie der dezentralen Koordinierung autonomer intelligenter Systeme.</p>
<h2>KI und Blockchain: ein Traumpaar?</h2>
<p>Tatsächlich stehen beide Technologien immer noch ziemlich am Anfang, wenngleich Künstliche Intelligenz in der Anwendung schon deutlich fortgeschrittener zu sein scheint als der Einsatz von Blockchain- bzw. besser: &#8211; „Distributed Ledger“-Verfahren. Das mag auch damit zusammenhängen, dass viele mit Blockchain vor allem immer noch Kryptowährungen sowie insbesondere die nervenaufreibende Achterbahnfahrt des Bitcoin-Kurses verbinden und die technischen Hintergründe hier oft noch weitaus komplexer und abstrakter erscheinen als dies (vermeintlich) beim maschinellen Lernen intelligenter Systeme der Fall ist. <a href="https://nerdwaerts.de/2018/11/blockchain-ohne-mining-wie-der-blick-auf-bitcoin-blockchain-unnoetig-verkompliziert/" target="_blank" rel="noopener">Dabei muss es gar nicht so kompliziert sein, wenn man sich auf den Kern der Blockchain-Wirkungsweise konzentriert und das Ganze isoliert von den „Zusatztechnologien“, die Bitcoin zugrunde liegen – wie etwa das Miningverfahren und die Anonymisierungsaufwendungen – betrachtet.</a> Die Herausforderung besteht darin, die ursprünglich zentralen Funktionen bei der Transaktionsabwicklung nun auf die breite Masse der Netzteilnehmer zu übertragen, also zu „dezentralisieren“. Das muss längst nicht immer auf so komplizierte Weise funktionieren wie bei Bitcoin. Man braucht etwa kein zeitaufwändiges und Ressourcen verschwendendes Mining-Verfahren, das bei Bitcoin ja einerseits der „Geldschöpfung“ andererseits der Motivation der Nutzer, am System mitzuwirken, dient.</p>
<h2>NASA will Blockchain-Raumschiffe mit KI</h2>
<p>Natürlich gilt es, in diesem Kontext skeptisch und vorsichtig zu sein. Die Gefahr, einem Marketing-orientierten Bullshit-Bingo dabei auf den Leim zu gehen, ist nicht gerade gering. Entsprechend ist wohl in diesem frühen Stadium selbst die Ankündigung der NASA einzuordnen, für die im Jahre 2069 geplante Erforschung von Alpha Centauri „Blockchain-Raumschiffe“ einsetzen zu wollen. Einleuchtend erscheint zunächst, dass für die Navigation der unbemannten Sonde, wie eben auch im selbstfahrenden Auto, KI zum Einsatz kommt. Da unterscheiden sich die Anforderungen zwischen Straße und All vermutlich zumindest grundsätzlich nicht. Blockchain-Technologie wie etwa von Ethereum könne für die „massive Menge an hoch-dimensionalen Daten“, die dabei verarbeitet werden müssen, zum Einsatz kommen, wie uns die NASA wissen lässt. Ein Datenstrang, der resilient, manipulationssicher, schnell lesbar ist und das Ausführen von dezentralen Programmen erlaubt, wäre dabei angeblich hilfreich. Technische Details, wie das konkret funktionieren soll, gibt uns die US-Weltraumbehörde dazu jedoch vorerst nicht.</p>
<h2>Dezentrale Marktplätze: Blockhain und KI</h2>
<p>Erste „tatsächliche“ Ansätze KI und Blockchain zusammenführen, gab es im Bereich des Datenaustausches. Zumindest in der Theorie oder der frühen Praxisphase existieren bereits einige „dezentrale Marktplätze“ über die Daten, beispielsweise zu KI-Trainingszwecken, gehandelt werden können. Dabei handelt es sich grundsätzlich um ein spannendes Anwendungsgebiet von Blockchain, wäre damit doch in Zukunft eine „echte“ Datenidentität und eine dezentrale Verfügungsmacht Einzelner über ihre Daten denkbar – etwa könnten wir dann individuell die Bedingungen in Form eines Smart Contracts hinterlegen, wer zu welchem Preis und zu welchem Zweck auf unsere persönlichen Daten zugreifen darf.</p>
<h2>KI-Trainingsdaten dezentral vermarkten</h2>
<p>Analog dazu könnte man Fahrzeugdaten – in Echtzeit – einsammeln und anderen zugänglich machen, Systeme mit diesen Daten „füttern“ und auf diese Weise eine ausreichende Menge an Daten für das maschinelle Lernen beschaffen. Vor allem in den USA existieren bereits eine Menge solcher Geschäftsansätze. Viele der dahinterstehenden Unternehmen sind jedoch noch sehr jung, und weisen oft eine gewisse Schieflage hinsichtlich der personellen Verteilung zwischen dem „Executive Board“ und den Mitarbeitern, die diesen gegenüber in der Regel deutlich in der Unterzahl sind, auf. Als einer der vermutlich bekanntesten Vertreter kann hier SingularityNet als Beispiel angeführt werden.</p>
<h2>Von der Blockchain 1.0 zu DAG – Directed Acyclic Graph</h2>
<p>Eine andere Sicht ergibt sich durch die Weiterentwicklungen der Blockchain-Technologie. Während man von der Bitcoin-Blockchain manchmal als „Blockchain 1.0“ und von Ethereum, aufgrund des zugrundeliegenden, jedwede Art von Smart Contracts ermöglichenden „General Purpose“-Ansatzes, von „Blockchain 2.0“ spricht, hat sich mit der DAG-Technologie („Directed Acyclic Graph“) eine neue Entwicklungsstufe ergeben, gewissermaßen die „Blockchain 3.0“. Weniger formal streng als die vorangegangenen Ansätze, ermöglichen die „Gerichteten Azyklischen Graphen“, eine Blockchain-ähnliche Struktur, in der weiterhin die Transaktionen transparent, chronologisch und unveränderbar in einem Netzwerk gespeichert werden. Statt eines komplexen Mining-Verfahrens wird die Validierung der Transaktionen aber durch andere Maßnahmen incentiviert, etwa indem Teilnehmer nur dann auf Transaktionen selbst durchführen können, wenn sie zuvor selbst mehrere Transaktionen anderer Teilnehmer überprüft und freigegeben haben. Gleichzeitig eliminiert man damit typische Probleme der Distributed-Ledger-Technologie, wie etwa den hohen Verbrauch an Energie- und Zeitressourcen beim Mining sowie potenziell auch die Vermeidung des „51%-Problems“, wonach, sobald ein einzelner Akteur mehr als die Hälfte der „Mining-Macht“ im System erreicht hat, er dieses dominieren kann und damit die Dezentralität letztlich „aushebelt“.</p>
<h2>Blockchain im Internet der Dinge</h2>
<p>Derartige Ansätze, wie sie beispielsweise in unterschiedlicher Ausprägung von IOTA, IOTChain, Byteball oder DAGCOIN vertreten werden, zielen vor allem auf das „Internet der Dinge“, wo Transaktionen zwischen einzelnen Maschinen und Geräten dezentral abgebildet werden sollen. Für diese Vorgänge ist weder Zeit noch die notwendige Energie für ein aufwändiges Mining- und Validierungsverfahren vorhanden. Zudem sind die Anforderungen an die Manipulationssicherheit hier weit weniger kritisch als das bei einem digitalen Geldsystem wie Bitcoin der Fall ist. Damit kann es grundsätzlich gelingen, einige der Kinderkrankheiten der vorangegangenen Blockchain-Protokolle über Bord zu werfen.</p>
<h2>Smart Contracts und Micropayment in der Sharing-Industrie</h2>
<p>Auch wenn gleichwohl diese Ansätze derzeit ebenfalls noch mit einigen Problemen zu kämpfen haben, wäre sie perspektivisch jedoch durchaus geeignet, die Distributed-Ledger-Verfahren auf eine neue Ebene zu heben. Denkbar wäre eine Art „Micropayment“ für die Sharing-Industrie, indem man die „Dinge“ eigenständig miteinander kommunizieren und Verträge erfüllen lässt. Im Wege eines Smart Contracts könnte dann z.B. das eigene Smartphone einen „Hotspot“ erstellen, der anderen Geräten es automatisiert ermöglicht, diesen für WLAN-Zugriff zu nutzen. Dafür fiele dann eine Gebühr an, die dem Smartphone gutgeschrieben und dem zugreifenden Gerät belastet würde. Dies könnte dann dezentral und autonom auf Gerätebene erfolgen, ohne dass deren Besitzer hierzu eingreifen müssten.</p>
<h2>Eine autonome „Maschinenwirtschaft“?</h2>
<p>Das Szenario lässt sich auch auf die industrielle Produktion übertragen. Wenn Maschinen eigenständig miteinander kommunizieren und in der Lage sind dabei unabhängig vom menschlichen Eingriff Transaktionen untereinander auszuführen, führte dies zu erheblichen Veränderungspotenzial. Eine Maschine, welche zunächst für die angelieferten Rohstoffe autonom „belastet“ wird und im Anschluss daran dann das erstellte Produkt zur Weiterverarbeitung übergibt und dafür wiederum eine „Entgeltung“ erhält – alles entsprechend transparent vermerkt auf einem „Distributed Ledger“ – ermöglichte nicht nur eine Revolution in Buchführung und Controlling mit eigenen maschinenspezifischen Kosten- und Leistungsträgern sowie eigenen Profitcentern je Einheit. In letzter Konsequenz ergäbe sich daraus sogar eine autonome „Maschinenwirtschaft“, in der intelligente Industriesysteme untereinander Prozesse und Güterströme eigenständig organisieren und abwickeln.</p>
<h2>KI könnte Blockchain zur intelligenten Arbeitsteilung nutzen</h2>
<p>Die Systematik ließe sich auch insbesondere auf die Organisation und die Zusammenarbeit zwischen einzelnen intelligenten Systemen beziehen. Im Moment wird oft davon ausgegangen, dass wir eine „generelle Künstliche Intelligenz“, die dem Menschen auch seiner Vielfältigkeit gleichkommt, nur schwer erzeugen können. Die meisten Künstlichen Intelligenzen sind auf sehr spezifische Probleme trainiert und daher auch entsprechend in ihrer Leistungsfähigkeit darauf beschränkt. Der Rückgriff auf Blockchain als Element Prozessorganisation könnte dann jedoch die Grundlagen für eine arbeitsteilige Ökonomie der Künstlichen Intelligenzen liefern. Stellt eine KI ihren spezifischen Arbeitsschritt fertig, so wäre es dann möglich, die Übergabe der jeweiligen Teilleistung zur Weiterarbeitung in einem Distributed Ledger zu vermerken und über einen Smart Contract an die nächste zuständige Einheit zu übergeben. Indem die entsprechenden Arbeitsprozesse lückenlos abgebildet und übergeben würden, ließe sich auf diese Weise eine intelligente Arbeitsteilung zwischen autonomen Dienstleistungen und Maschinen/Geräten organisieren.</p>
<h2>Eine dezentrale Version von Uber, mit selbstfahrenden Autos, geleitet von KI?</h2>
<p>Im Zusammenhang mit Smart Contracts wir oft die Frage diskutiert, ob sich aus diesen rigorosen „wenn-dann“-Verknüpfungen auch ganze Organisationen sogenannte DAOs („Decentralized Autonomus Organizations“) errichten lassen. Diesen würden dann verbindliche Regeln verordnet, was bei Eintritt bestimmter Ereignisse zwingend „zu tun“ ist. Diese Regeln müssen jedoch bislang von Menschen vorgegeben werden. Kombiniert man dies nun mit den Entscheidungsverfahren Künstlicher Intelligenz, zum Beispiel über Mustererkennung oder auch über „Reinforcement Learning“, bei dem die KI entlang definierter Erfolgsmerkmale &#8211; zum Beispiel Gewinnmaximierung &#8211; trainiert wird und darauf aufbauend letztlich eigenständige Entscheidung trifft, könnten irgendwann tatsächlich komplett autonome Unternehmen entstehen, die unabhängig vom menschlichen Eingriff am allgemeinen Wirtschaftsgeschehen teilnehmen. An ersten entsprechenden Anwendungen arbeiten bereits Anbieter wie etwa Fetch. Gibt es also vielleicht irgendwann eine dezentrale Version vom Taxi-Dienst Uber, der dann womöglich ausschließlich auf selbstfahrende Autos setzt, dessen Prozesse über Blockchain-Technologie organisiert werden und der auf Grundlage von Entscheidungen durch KI geführt wird?</p>
<h2>Blockchain &amp; KI als „Framework“ der Maschinenautonomie</h2>
<p>Natürlich ist vieles davon jetzt noch „Science Fiction“. Aber wenn man bedenkt, welche Energie derzeit in fragwürdige Projekte zur Abbildung der Supply-Chain auf der Blockchain oder in „private Blockchain“ investiert wird, ist es vielleicht schon angebracht, darüber nachzudenken, wie das große Potenzial dieser Technologie wirklich sinnstiftend gehoben werden kann. Smart Contracts und Blockchain könnten das Fundament das „Framework“ einer Roboter-Autonomie bilden: KI sorgte dann für die Findung von Entscheidungen, die „Distributed Ledger“-Technologie für die Koordination der daraus resultierenden Handlungen.</p>
<h2>Schaffung eines eigenen Wirtschaftssektors autonomer Maschinen: die Industrie 5.0</h2>
<p>Intelligente maschinelle Systeme wären auf diese Weise in der Lage, ein Einkommen zu erzielen, sich ins „Krankenhaus“ (Werkstatt) einzuweisen und Rechnungen mit dem „verdienten“ Geld zu bezahlen. Aufgaben, für die eine KI oder Maschine nicht ausgelegt ist, können von dieser an andere „intelligente Organismen“ in dem Blockchain-Netzwerk abgegeben werden – und zwar selbstständig, ohne dass sie ein Mensch dazu anhält. In letzter Konsequenz würde dies zu einem „arbeitsteiligen autonomen Maschinensystem“ führen, einem neuen autonomen Wirtschaftssektor. Die Ideen, die man mit dem Begriff der „Industrie 4.0“ bislang verband – der digitalen Automatisierung – würden übertroffen und womöglich in eine neue, fünfte industrielle Revolution münden – der digitalen Autonomisierung.</p>
<h2>Neue Aktualität für alte Ideen: Maschinensteuer &amp; Co.</h2>
<p>Die damit verbundenen Auswirkungen wären sehr weitreichend. Unabhängig von ihrer Bewertung gewännen viele in der Vergangenheit diskutierte – und oft verworfene – Konzepte und Ideenansätze eine neue Relevanz. Denn auf einmal würden Themen wie die „Besteuerung von Maschinen“ und auch das „Bedingungslose Grundeinkommen“ eine ganz andere Aktualität und womöglich auch Plausibilität besitzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:</p>
<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener, Hochschule Hof am 17.10.2018:<br />
&#8222;Willkommen in der Matrix! Wie KI und Blockchain in der Industrie 4.0 zusammenwachsen&#8220;</strong><br />
<iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/aAg44C6-oWo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener, Hochschule Hof am 22.10.2016 Industrie 4.0, Datenökonomie und Künstliche Intelligenz: Wie Daten und Algorithmen Wirtschaft und Gesellschaft verändern:</strong></p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/_kfXmqJevFs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ad1.adfarm1.adition.com/tagging?type=image&amp;network=196&amp;tag[nerdwaerts.nerdwaerts]=markiert" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><strong>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener">Facebook</a>.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2018/12/der-weg-zur-roboterautonomie-wie-ki-und-blockchain-die-maschinengesellschaft-erschaffen-koennten/">Der Weg zur Roboterautonomie: wie KI und Blockchain die Maschinengesellschaft erschaffen könnten</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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		<title>Blockchain ohne Mining. Wie der Blick auf Bitcoin Blockchain unnötig verkompliziert</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2018/11/blockchain-ohne-mining-wie-der-blick-auf-bitcoin-blockchain-unnoetig-verkompliziert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Nov 2018 08:04:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Distributd Ledger]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Contract]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Contracts]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diskussionen über Blockchain kreisen vorwiegend um Kryptowährungen, die damit verbundenen Risiken und Nachteile, wie der hohe Energieverbrauch beim &#8222;Mining&#8220;. Andere Anwendungsfälle werden &#8211; fragwürdigerweise &#8211; vor allem im Supply-Chain-Bereich gesehen. Für viele Anwendungen wäre eine klassische &#8222;Client-Server&#8220;-Architektur hingegen besser geeignet. Die oft konfuse Diskussion engt den Blick auf die Technologie ein und verkompliziert die Auseinandersetzung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2018/11/blockchain-ohne-mining-wie-der-blick-auf-bitcoin-blockchain-unnoetig-verkompliziert/">Blockchain ohne Mining. Wie der Blick auf Bitcoin Blockchain unnötig verkompliziert</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diskussionen über Blockchain kreisen vorwiegend um Kryptowährungen, die damit verbundenen Risiken und Nachteile, wie der hohe Energieverbrauch beim &#8222;Mining&#8220;. Andere Anwendungsfälle werden &#8211; fragwürdigerweise &#8211; vor allem im Supply-Chain-Bereich gesehen. Für viele Anwendungen wäre eine klassische &#8222;Client-Server&#8220;-Architektur hingegen besser geeignet. Die oft konfuse Diskussion engt den Blick auf die Technologie ein und verkompliziert die Auseinandersetzung mit dem Thema unnötig. Es geht auch einfacher.</strong><br />
<span id="more-1411"></span></p>
<p>Blockchain ist derzeit in aller Munde. Die Technologie, die oft auch präziser als „Distributed Ledger“-Verfahren bezeichnet wird, soll großes „Disruptionspotenzial“ besitzen. Immer noch sprechen wir jedoch in diesem Kontext vorwiegend über Kryptowährungen, wie Bitcoin, die auf diese Ansätze maßgeblich zurückgreifen und deren Probleme und davon ausgehende Gefahren. Dazu zählen insbesondere die teils erheblichen Kursschwankungen an den Märkten, die zahlreichen Betrugsversuche sowie der extrem hohe Energieverbrauch, der mit dem „Mining-Prozess“, welcher der Verifizierung der Transaktionen und der „Geldschöpfung“ dient, in diesen Systemen oft einhergeht.</p>
<h2>Blockchain ist nicht so kompliziert, wie wir es mit der Betrachtung von Bitcoin machen</h2>
<p>Dabei schränkt die konzentrierte Betrachtung der Bitcoin-Blockchain den Blick auf die Potenziale der Distributed-Ledger-Ansätze erheblich ein und verkompliziert die Darstellung der Wirkungsweisen und Potenziale. Bitcoin funktioniert eigentlich über eine Kombination verschiedener, jeweils für sich bereits hoch komplexer Einzeltechnologien. Neben der eigentlichen „Blockchain“, in die die Transaktionsdaten gespeichert werden und deren „distribuierter Verteilung“, umfasst dies verschiedene kryptographische Ansätze sowie die Bestrebungen, den Teilnehmern einen möglichst hohen Grad an Anonymität zu gewährleisten und zusätzlich das komplizierte „Mining“-Verfahren, das einerseits der „Geldschöpfung“ dient, andererseits aber auch die Netzwerkteilnehmer motivieren soll, überhaupt zur Funktionsfähigkeit des Systems aktiv beizutragen. Darunter sind jedoch viele Elemente, die zwar unentbehrlich zur Errichtung eines dezentralen Geldsystems sein mögen, allerdings für andere Anwendungen, die sich mittels „Distributed Ledger“ realisieren lassen, unter Umständen weitgehend irrelevant sind. Mit anderen Worten: Blockchain muss nicht so kompliziert sein, wie wir es mit der Betrachtung von Bitcoin oft machen.</p>
<h2>Vorteile zentraler Speicherung</h2>
<p>Bei Blockchain-Ansätzen geht es fast immer um die Verbuchung von Transaktionen und die Speicherung der entsprechenden Daten. Dies erfolgt in einem „Distributed Ledger“, einem „dezentralen“, genauer einem „verteilten“ oder „verbreiteten Kontobuch“. Nun gibt es eigentlich zunächst mal gute Gründe, Daten stets an zentraler Stelle zu speichern. Denn damit schafft man einen eindeutigen, einheitlichen und für alle sichtbaren Zugang, der einen schnellen Zugriff ermöglicht. Wir kennen dies von vielen Anwendungen im Alltag – sei es der Katalog einer Bibliothek oder ein zentrales Katasteramt, in dem alle Grundstückseigentumsverhältnisse zusammengeführt werden – sowie auch von der klassischen Client-Server-Struktur aus der IT. Änderungen und Neuanlagen werden stets an einer zentralen Stelle vorgenommen. Dies sorgt für eine hohe Effizienz.</p>
<h2>Blockchain: dezentral und distribuiert anstatt eines Gatekeepers</h2>
<p>Eine dezentrale oder distribuierte Speicherung von Daten bedeutet hingegen, dass diese eben nicht nur an einer Stelle abgelegt, sondern an mehrere oder alle Teilnehmer eines Netzwerkes „verteilt“ werden. Jeder Teilnehmer erhält (meistens) also ein komplettes und identisches Abbild der Daten. Wird hier eine Ergänzung vorgenommen, so muss diese dann über das gesamte Netzwerk ausgebreitet werden, damit im Anschluss wieder alle auf dem gleichen Stand sind. Die Vorteile dieses Verfahrens liegen darin, dass einerseits somit ein höherer Schutz gegen Datenverlust errichtet wird. Denn wenn einer der Netzwerkteilnehmer ausfällt und die Daten verliert, können diese ja immer noch über die übrigen Teilnehmer wiederhergestellt werden. Dies ist ein Vorteil gegenüber der Zentralisierung: Fällt hier die zentrale Stelle aus – etwa aufgrund einer Naturkatastrophe – sind die Daten unwiederbringlich vernichtet, sofern nicht zuvor ein sicheres „Update“ erstellt wurde.</p>
<h2>Keine Machtkonzentration durch Disintermediation</h2>
<p>Andererseits bedeutet eine derartige Netzstruktur auch, dass die Verfügungsgewalt verschoben wird. Die zentrale Stelle hat nicht mehr die alleinige Macht im System, sie wird als „Gatekeeper“ sogar eliminiert. Stattdessen können nun die einzelnen Netzteilnehmer gleichberechtigt den Zugang verwalten. Bei der Errichtung des Bitcoin-Systems ging es vor allem um dieses Aufbrechen der Konzentration von Macht an nur einer Stelle. Unter der Einwirkung der Finanzkrise 2008 wollte man sich nicht mehr dem als „Macht missbrauchend“ empfundenem zentralen Bankensystem unterwerfen, sondern dessen Aufgaben „demokratisieren“, diesem Verständnis nach also „dezentralisieren“. Wenn wir heute vom „disruptiven Charakter“ der Blockchain-Technologie sprechen, so ist damit vor allem gemeint, auf diese Weise die Verhältnisse auf den Märkten zu sprengen und „von unten“ neu zu ordnen.</p>
<h2>Problem: wie kann man zentrale Aufgaben effizient dezentral abarbeiten?</h2>
<p>Will man zentrale Institutionen durch eine dezentrale Organisation ersetzen, so stellt sich die Frage, wie dann deren ursprüngliche Aufgaben in Zukunft bewältigt werden sollen. Da es bei Blockchain immer um die Abwicklung von Transaktionen geht, steht man dann vor dem Problem, wie die Rechtmäßigkeit und Validität der Transaktionen gewährleistet werden soll und wie sicherzustellen ist, dass ein einzigartiges Gut nicht zweimal übertragen beziehungsweise bezahlt wird. Wer soll dabei die Funktion der „Clearing-Stelle“ übernehmen, wenn es keinen zentralen Akteur mehr gibt, dem man diese Aufgaben „vertrauensvoll“ übertragen kann?</p>
<h2>Anreize für das Netzwerk</h2>
<p>Die Lösung liegt eben in einer konsequenten dezentralisierten Übertragung und Verpflichtung der Netzwerkteilnehmer, eigenständig diese Leistung für das Netzwerk zu erbringen. Damit ist es nun deren Aufgabe, die einzelnen Transaktionen zu überprüfen sowie sicherzustellen, dass die Vertragsbedingungen erfüllt und die Vorgänge „formal“ korrekt und lückenlos verbucht wurden.<br />
Damit stellt sich die Frage, warum die einzelnen dezentral Beteiligten diese Aufgabe übernehmen sollten bzw. wie man diese dazu motivieren könnte. Bei Bitcoin wird dies mit der Geldschöpfung verknüpft. Alle, die an der Verifizierung der Transaktionen teilnehmen, habe die Chance dadurch Bitcoins zu gewinnen. Dazu muss die entsprechende Überprüfungsaufgabe vollumfänglich erledigt sein, im Anschluss daran beginnt der Rechenprozess für das Mining. Dazu muss ein kryptografisches Rätsel gelöst werden, was nur mittels hoher Computerrechenleistung erfolgen kann. Nur derjenige „Miner“, dem dies als erstes gelingt, erhält seine „Belohnung“ in Form von neuen Bitcoins.</p>
<h2>Blockchain geht auch ohne „Mining“</h2>
<p>Dieses – doch sehr abstrakte Verfahren – muss aber nicht grundsätzlich Bestandteil einer Blockchain-Lösung sein, insbesondere dann, wenn es, im Gegensatz zu Bitcoin, nicht auch zum Ziel hat, neues „Geld“ in Umlauf zu bringen. Sofern es nur um die Überprüfung der Validität einer Transaktion geht, etwa für die sogenannten „Smart Contracts“, kann hierfür auch ein deutlich vereinfachtes Vorgehen genügen. Letztlich geht es ja dann nur um die Motivation der Teilnehmer, an der Verifizierung mitzuwirken. Theoretisch denkbar wäre etwa auch, Belohnungen an alle gleichmäßig zu verteilen oder, wenn dies nicht Anreiz genug ist, zufällig einen am Verifizierungsprozess beteiligten auszuwählen, also einen Preis gewissermaßen zu „verlosen“. Die Aussicht auf einen möglichen Gewinn würde dann unter Umständen bereits genügen, um genügend Interessenten zu finden.</p>
<h2>Motivation durch Teilnahmerechte statt Kryptogeld</h2>
<p>Tatsächlich gibt es heute bereits Ansätze, die völlig auf das, in dieser Form ja sehr energieintensive und letztlich damit Ressourcen verschwendende, Mining komplett verzichten. Anreize, sich an der Funktionsweise des Systems zu beteiligen, könnten auch schlichtweg dadurch gegeben werden, dass eine eigene Partizipation nur dann möglich ist, wenn man sich zuvor an der Verifizierung vorangegangener Transaktionen beteiligt hat. Es geht also auch durchaus ohne herkömmliches „Mining“, das letztlich nur eine Besonderheit der existierenden Blockchain-basierten Kryptowährungen ist.</p>
<h2>Blockchain: wie ein Reisverschluss</h2>
<p>Sind die Transaktionen verifiziert, werden sie schließlich in die Blockchain geschrieben. Diese muss man sich dabei wie einen Reisverschluss vorstellen: Ist ein Zahn beschädigt, lässt sich dieser nicht mehr öffnen oder schließen. Genauso ist es mit den Transaktionen, die in Blöcke zusammengefasst in die Kette „geschrieben“ werden, dabei muss jedes Glied exakt an das vorangegangene Glied „passen“. Die erweiterte Blockchain wird dann im System an das Netzwerk verteilt. Eine Änderung oder Manipulation ist dann nicht mehr möglich. Im Gegensatz zur zentralen Speicherung reicht es nicht, nur eine Datenquelle zu „hacken“, eine Änderung muss auf jeder verteilten Version der Blockchain gleichzeitig erfolgen. Somit sind die Transaktionen weitgehend geschützt vor nachträglichen Anpassungen sicher und verlässlich dokumentiert.</p>
<h2>Blockchain &amp; Smart Contracts</h2>
<p>Anwendungsgebiete jenseits von Bitcoin &amp; Co ergeben sich vor allem bei den „Smart Contracts“. Darunter versteht man technische Transaktionsprotokolle, welche die Einhaltung zuvor definierter Vertragsbestimmungen überwachen sowie autonom und mechanisiert die vereinbarten Konsequenzen ausführen. Menschliches Eingreifen etwa bei Verletzungen der Vertragsrechte durch eine Partei ist damit nicht mehr notwendig. Mit der Verwendung der Blockchain-Technologie wird gewährleistet, dass Smart Contracts auf dezentral verifizierte Daten zugreifen können, um den Eintritt von Vertragsereignissen zu überprüfen und auf dieser Grundlage dann die festgeschriebenen Handlungen zu exekutieren. Anwendung findet dieses Konzept bereits heute im Bereich der Finanztransaktionen und bei der Abbildung von Copyright-Lizenzen. Ein typisches Einsatzszenario könnte auch ein dezentralisierter Energiemarkt sein, bei dem einzelne Haushalte ihre überschüssige Energie, beispielsweise produziert durch die eigene Solaranlage auf dem Dach, in einem dezentral organisierten Netzwerk anböten. Andere Teilnehmer könnten bei Bedarf diesen Strom direkt und ohne Vermittler einkaufen, die Transaktionsbedingungen sowie dann auch die Transaktion selbst würde auf einem dezentralen Distributed Ledger vermerkt und wäre damit unveränderbar und transparent verbucht. Die Lieferung des Stroms und die entsprechende Bezahlung erfolgen dann komplett automatisiert.</p>
<h2>Blockchain &amp; Distributed Ledger – keine Neuerfindung der Digitalisierung</h2>
<p>Wichtig ist es, um das Potenzial der Technologie einzuschätzen zu können, zu erkennen, dass Blockchain und Distributed Ledger keine bahnbrechende Neuerfindung der Digitalisierung sind. „Distribuiert“ ist nicht per se „besser“ als zentral, sondern nur in bestimmten Anwendungsfällen eine geeignete Option. Grundsätzlich muss man immer die Frage stellen: Wieso brauche ich zur Lösung eines bestimmten Problems eine Blockchain, und warum kann man dieses Ziel nicht über eine herkömmliche zentrale Datenbanklösung erreichen?</p>
<h2>Fragwürdige Sinnhaftigkeit von dezentralisierten Supply-Chain-Projekten und Private Blockchains</h2>
<p>Viele der derzeitigen Blockchainanwendungen zielen auf den Supply-Chain-Bereich und versuchen die Lieferkette und die jeweiligen Übergabepunkte von Produkten abzubilden. Wer schon Mal eine Sendungsnachverfolgung eines Logistikunternehmens online genutzt hat, weiß, dass dies auch sehr gut ohne Blockchain auf dem zentralen Portal des Spediteurs erfolgen kann. Ist das Misstrauen diesem gegenüber wirklich so hoch, dass es dafür einer stets deutlich aufwändigeren Blockchain-Lösung bedarf? Auch bei sogenannten „private Blockchains“, die meist durch einen wiederum zentralen Anbieter bereitgestellt und dominiert werden, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit, war doch ein entscheidendes Ziel der Entwicklung, gerade Machtkonzentration zu verhindern. Selbst wenn eine vermeintlich dezentrale Softwarelösung zum Einsatz kommt, bedeutet das dann eben gerade nicht, dass in diesem Fall auch der Gatekeeper ausgeschaltet wird.</p>
<h2>Die meisten Blockchain-Projekte sind vermutlich völlig überflüssig und unsinnig</h2>
<p>Es ist bezeichnend, dass gerade diese beiden Ansätze, oft in Kombination, vermutlich an die 90% der aktuellen Blockchain-Projekte ausmachen. Vielleicht ist es aber auch ein Hinweis darauf, dass wir einen unverstellten Blick auf die Technologie benötigen, der die Notwendigkeit einzelner technischer Bestandteile kritisch beäugt und sich nicht hinter Wortblasen und Digitalisierungs-Blabla versteckt. Erst dann erscheint es möglich, das wirkliche Potenzial von Blockchain und Distributed Ledger richtig zu erfassen. Eine Reduzierung überflüssiger technischer Komplexität in der Diskussion kann dabei nur helfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weitere Informationen zu Blockchain finden Sie hier:</p>
<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener, Hochschule Hof am 17.10.2018:</strong><br />
<strong>&#8222;Willkommen in der Matrix! Wie KI und Blockchain in der Industrie 4.0 zusammenwachsen&#8220;</strong><br />
<iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/aAg44C6-oWo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener, Hochschule Hof am 22.10.2016 Industrie 4.0, Datenökonomie und Künstliche Intelligenz: Wie Daten und Algorithmen Wirtschaft und Gesellschaft verändern:</strong></p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/_kfXmqJevFs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener">Facebook</a>.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2018/11/blockchain-ohne-mining-wie-der-blick-auf-bitcoin-blockchain-unnoetig-verkompliziert/">Blockchain ohne Mining. Wie der Blick auf Bitcoin Blockchain unnötig verkompliziert</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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