Geschäftsmodell „get paid per read“ – die eigenen Leser bezahlen

Klingt wie ein Paradies für den zahlungsresistenten Content-Nutzer: in Indien werden Medienkonsumenten finanzielle Vorteile gewährt, wenn sie Artikel lesen.

Auch wenn es für viele Medienunternehmen hierzulande absurd erscheinen mag, anstatt klassischerweise die hauseigenen Inhalte gegen Geld an den Mann zu bringen, hingegen die Leser dafür zu bezahlen, dass sie Content konsumieren – mit der indischen Smartphone-App GoGo ist genau das möglich. Nutzer, die sich für die App registriert haben, erhalten personalisierten Content aufs Handy, genauer gesagt direkt auf den „Lock-Screen“. Die Personalisierung erfolgt im ersten Schritt über eine Themenauswahl in der App. Wann immer das Smartphone in den Sperrmodus schaltet und entriegelt werden muss, wird dem Nutzer die entsprechende Inhaltsauswahl ausgegeben. Stößt diese auf Interesse, kann nach links „geswiped“ werden, um den Content entsprechend zu konsumieren – oder nach rechts, um die Auswahl zu verwerfen.

„Get paid per read“ – der „Crowdsourcing-Clickbot“

Für jede dieser Aktionen erhalten die Nutzer „Credits“, mit denen Gutschriften im Rahmen des Mobilfunkvertrages verbunden sind. Das können sowohl freie „Sprechzeiten“ als auch Datenkontingente sein. Man wird also für Inhaltekonsum bezahlt, anstatt selbst dafür bezahlen zu müssen. Das Geschäftsmodell von GoGo liegt trotz dieses kuriosen Ansatzes auf der Hand: es geht um Datensammlung und Werbeausspielung. Zumindest kurzfristig – solange Werbekunden sich mit der Funktionsweise der App nicht im Detail auseinandersetzen – generiert man somit aber auch einen menschlichen, „Crowdsourcing“-betriebenen Clickbot, der den Traffic und damit auch den Werbeumsatz bei den kooperierenden Contentanbietern in die Höhe schraubt.

Bisher nur den indischen Markt im Fokus

Bis auf weiteres hat GoGo nur den indischen Markt im Visier, neben Englisch ist die App daher auch in Hindi und Telugu und bald auch in Tamil und Gujarati verfügbar. 7 Mitarbeiter kuratieren etwa 800 Artikel pro Tag. zu Bislang sind knapp 70.000 Downloads zu verzeichnen, als Ziel bis zum Jahresende sind jedoch 10 Mio. Installationen ausgegeben.

 

Hier geht es zum Herstellervideo:


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