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	<title>Plattform Archive - Nerdwärts.de</title>
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		<title>Plattformregulierung durch Dateneigentum: den Überwachungskapitalismus umkehren (1/2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2025 09:27:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die großen digitalen Plattformen bestimmen nicht nur die Regeln auf ihren Märkten, sondern wirken zunehmend auch auf die gesellschaftliche Sphäre ein, mit oft als äußerst schädlich empfundenen Resultaten, wie etwa der Schaffung von Filterblasen und „Rabbit Holes“ oder der unkontrollierten Verbreitung von Fake News. Immer stärker werden daher die Rufe nach einer Beschränkung der Plattformmacht, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die großen digitalen Plattformen bestimmen nicht nur die Regeln auf ihren Märkten, sondern wirken zunehmend auch auf die gesellschaftliche Sphäre ein, mit oft als äußerst schädlich empfundenen Resultaten, wie etwa der Schaffung von Filterblasen und „Rabbit Holes“ oder der unkontrollierten  Verbreitung von Fake News. Immer stärker werden daher die Rufe nach einer Beschränkung der Plattformmacht, nach Plattformregulierung oder sogar Zerschlagung der dahinterstehenden Konzerne laut. Dabei stellt sich die Frage, ob entsprechende Maßnahmen nicht an anderer Stelle ansetzen sollten – etwa beim „Treibstoff“ der Plattformökonomie, den Daten.</strong></p>



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<p>Betrachtet man die herkömmlichen regulatorischen Instrumente der Kartellwächter, so drängt sich der Eindruck auf, dass diese offenbar nur bedingt geeignet sind, der Plattformproblematik zu begegnen. Es scheint so, als versuche man die Probleme des 21. Jahrhunderts mit den Mitteln des 20. Jahrhunderts zu lösen. Schließlich liegen doch die Gefahren nicht allein im klassischen Marktversagen oder in einem rechtlich leicht sanktionierbaren situativen Fehlverhalten des Managements. Vielmehr ist es die grundsätzliche technologische Beschaffenheit der Plattformen, die Staaten – ökonomisch wie gesellschaftlich – vor Herausforderungen stellen. Das legt den Schluss nahe, dass Ansätze der Plattformregulierung womöglich auf anderer Ebene als der herkömmlichen Kartellrechtsgrundlage gefunden werden müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das etwas schal gewordene Mantra von den Daten als dem neuen Gold</h2>



<p>Das vor nicht allzu langer Zeit inflationär vorgetragene Mantra von den Daten als dem „neuen Gold“ oder dem „Öl des 21. Jahrhunderts“, dürfte uns allen noch gut in den Ohren klingen. Schon damals fragte man sich, warum daraus dann nicht entsprechende Verhaltensweisen folgten. Stattdessen räumen wir den großen Techplattformen in aller Regel bis heute weiterhin unentgeltlich die Verwertungsrechte an den Daten ein. Im Kontext der <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Generative+KI">generativen KI</a> und ihrem Hunger nach Trainingsdaten – und der Frage nach einer entsprechenden Vergütung der Urheber, gewinnt dieser Gedanke wieder an Bedeutung. Aber sofern die Plattformen ihre Macht tatsächlich aus ihren Daten, den Vernetzungen und den algorithmischen Verarbeitungsfähigkeiten beziehen, sollte dann Regulierung nicht eben genau hier ansetzen? Statt sich also regulatorisch eher an den Auswirkungen zu orientieren, wäre es dann nicht vielversprechender, sich hingegen den Ursachen der Plattformmonopole zuzuwenden?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Überwachungskapitalismus als Ausgangspunkt der Plattformregulierung</h2>



<p>Analog zu den Entflechtungsbestrebungen geraten damit erneut die Eigentumsrechte in den Fokus, wenngleich auch nicht am Kapital im herkömmlichen Sinne: Der von Shoshana Zuboff geprägte <a href="https://netzpolitik.org/2019/im-zeitalter-des-ueberwachungskapitalismus/">Begriff des Überwachungskapitalismus</a> („<a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1057/jit.2015.5">Surveillance Capitalism</a>“) beschreibt die Vorgehensweise der Plattformen, aus den permanent gesammelten Nutzerdaten automatisiert marktoptimale Strategien abzuleiten und diese, indem sie das Verhalten des Einzelnen manipulieren, zur Gewinnmaximierung zu nutzen. Dies führt zu einer tendenziellen Entmündigung der Nutzer und trägt im Kern, wenn man dieser Ansicht folgt, demokratiefeindliche, totalitäre Züge. Die zu Daten gewordenen „menschlichen Erfahrungen“ geraten damit zum kostenlosen Rohstoff für Produktion und Verkauf, die wiederum das Treibmittel zur Funktionsweise der Plattformen und die Grundlage ihres Geschäftsmodells bilden. Die Plattformen versuchen ihren Zugang zu den Produktionsmitteln stetig zu optimieren und greifen dabei tief in die persönliche Sphäre der Nutzer ein, indem Verhaltenswahrscheinlichkeiten nicht nur kalkuliert werden, sondern auch für entsprechende Beeinflussung <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1057/jit.2015.5">im Sinne der Plattforminteressen – durch Nudging – genutzt werden</a>. Ein Ausscheren aus dieser Logik ist nicht möglich, zu groß sind die „Lock-In-Effekte“ und geschaffenen Abhängigkeiten. Die für die Funktionsweise eines demokratischen und pluralistischen Gemeinwesens zentralen Prozesse individueller Autonomie <a href="https://netzpolitik.org/2019/im-zeitalter-des-ueberwachungskapitalismus/">werden damit ausgehebelt</a>. In der Summe verschafft dies den Plattformen eine Macht innerhalb der digitalen Gesellschaften, die nicht demokratisch legitimiert, nicht transparent und der gesellschaftlichen Kontrolle entzogen ist.</p>



<p>Wenn aber die Logik des Überwachungskapitalismus zutrifft und die Macht der Plattformen auf die Auswertung der Nutzerprofile und Nutzerbeziehungen zurückzuführen ist, sollte dann nicht statt der gegenwärtigen Fokussierung auf Marktanteile vielmehr das Eigentum an den Daten konsequenterweise in den Fokus der Betrachtung rücken, wenn wir über Plattformregulierung sprechen? Im Moment tauschen wir diese als digitale Naturalien gegen die Nutzungs- und Partizipationsrechte an den Plattformen. Ob wir nun damit noch Kunden oder hingegen bereits Teil des Produktes der Plattformen sind oder schlicht die <a href="https://netzpolitik.org/2019/im-zeitalter-des-ueberwachungskapitalismus/">kostenlose Quelle für den Rohstoff</a> der <a href="https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/">Plattformökonomie</a>, entscheidet sich damit auch aus unserem datenbezogenen Selbstwertgefühl heraus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Rolle der Daten bei der Plattformregulierung</h2>



<p>Ohne Zweifel lässt sich aber eine enorme Diskrepanz zwischen der Profitabilität der Plattformunternehmen und dem Wert, den wir selbst unseren Daten beimessen, ausmachen. Das faktische Monopol vieler Plattformen auf ihren Märkten bezeichnet damit nur ein nachgelagertes Problem. Ermöglicht wurde dies durch die vorausgehende sukzessiv und weitgehend unkontrolliert errichtete Marktmacht bei der Informations- und Datenverarbeitung. Während Karl Marx in der klassischen Ökonomie noch von Arbeit als maßgeblichem Produktionsfaktor sprach, sind in der <a href="https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/">Plattformökonomie</a> Daten und Algorithmen an diese Stelle getreten. Daraus leitet sich ab, dass Regulierung dann eben auch nicht bei operativen Marktpraktiken oder der regulativen Entflechtung der Plattformunternehmen ansetzen müsste, sondern beim Marktzugang zu den Nutzerdaten.</p>



<p>Dies setzt einerseits voraus, dass persönliche Daten auch konsequent als Wirtschaftsgut begriffen und ebenso behandelt werden. Zum anderen müssen die Rechte an Ihnen auch durchsetzbar sein. Als problematisch erweist sich dabei die spezifische Beschaffenheit von Daten: Sie können als „geistiges Asset“ der <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Daten%C3%B6konomie+">Algorithmusökonomie</a> begriffen werden, sie sind „digitale Güter“ und damit „immateriell“ und potenziell unendlich vervielfältigbar. Sie unterscheiden sich daher von herkömmlichen Rohstoffen oder „Produktionsfaktoren“, da sie im Konsum nicht rivalisierend sind, also mehrfach verwendet werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dateneigentum und Plattformregulierung</h2>



<p>Nicht abschließend geklärt zu sein scheint die Frage, wie „Dateneigentum“ eigentlich entsteht und welche ökonomischen Verfügungsrechte daraus abzuleiten sind. In den Rechtssystemen hat dies bislang meist keine entsprechende Berücksichtigung gefunden – in Deutschland etwa wurde ein transaktionsorientiertes Konzept eines Eigentums an Daten im Kontext des Verfassungsgerichtsurteils von 1983 zur Volkszählung gezielt ausgespart und stattdessen das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung">Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung</a> postuliert, welches sich ausschließlich an den Persönlichkeitsrechten orientiert. So ist immer noch unklar, ob das „Eigentum“ an Daten wie auch deren „Rendite“ ihrem „Erheber“, dem „Aufbereiter“ oder der eigentlichen Quelle zusteht. Die gelebte Praxis der Datenschutzgrundverordnung sieht zwar grundsätzlich ein Zustimmungsrecht der Nutzer vor, wenn Dritte „deren“ Daten nutzbar machen wollen, etwa als „Gegenleistung“ für die Teilnahme an einem Internet-Dienst. In der Regel handelt es sich hier aus Nutzersicht aber um eine binäre Entscheidung: zwischen der Verweigerung, welche oft mit dem Nutzungsausschluss durch den Dienstbetreiber als Konsequenz einhergeht, oder einer vollständigen Rechteübertragung, die zumindest de facto dann auch einer kostenfreien Eigentumsübertragung gleichkommt. Ein graduelles Wertschöpfungssystem, das auch eine Beteiligung an den Wertzuwächsen vorsehen würde, existiert für Daten, anders als für andere „geistige“ Güter (Literatur, Musik, Kunst) derzeit nicht. Unklar bleibt ferner auch, wie in diesem Kontext mit „Objektdaten“, etwa im Internet der Dinge, zu verfahren ist. Bislang hat die Rechtsetzung in den Europäischen Staaten dies weitgehend der privatrechtlichen vertraglichen Vereinbarung überlassen, regulatorische Eingriffe sind bislang nicht zu verzeichnen.</p>



<p>Und doch gibt es bereits diskutierte Ansätze, wie man auf Datenbasis diese Märkte regulieren könnte. Dies ist Gegenstand des <a href="https://nerdwaerts.de/2025/02/plattformregulierung-durch-dateneigentum-huerden-und-ansaetze/">zweiten Teils dieses Artikels (Plattformregulierung durch Dateneigentum: Hürden und Ansätze)</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"></h2>



<p>Dieser Text ist ein Auszug aus dem Artikel „Algorithmic Regulation“ und Dateneigentum: ökonomische und gesellschaftliche Handlungsoptionen der Plattformregulierung, aus dem Sammelband „<a href="https://www.amazon.de/Die-Digitalisierung-Politischen-Herausforderungen-Sozialwissenschaften/dp/3658382678?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=32JXVGQ32A7RN&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Z8Haw4_Qh3tHiK5x0a9uTy7R-4EhNQMfDvt5YHyT3Ly5a-F4U25GBUT6BhsvfSIMbdnNMNsN8ybXJq-BuR7igRPGJpG94VX1DRiv17LsOHvhHPaCAumjUnb1rOnA_EUBQ3ikGepgm_uZL_Q72OqnS5Ei4_oTVp75nhie8eVl7GlEmFGJS5WlsQpBPbdNIfGl8fNoil8w8DlQOORXzdWv1BPx_sf4QJZl49jnChhVJt0.cO-zRX3ifimw5F-HsRv9lPLCSZSYMiGed5w-KNBFgDY&amp;dib_tag=se&amp;keywords=digitalisierung+des+politschen+wagner&amp;nsdOptOutParam=true&amp;qid=1732531270&amp;sprefix=digitalisierung+des+politschen+wagener%2Caps%2C81&amp;sr=8-14&amp;linkCode=ll1&amp;tag=nerdwaerts-21&amp;linkId=980940e5f3cd674bb5b8f3b73ae5d508&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl">Die Digitalisierung des Politischen. Theoretische und praktische Herausforderungen für die Demokratie</a>“, herausgegeben von Andreas Wagener und Carsten Stark, Springer VS, 2023</p>



<h2 class="wp-block-heading"></h2>



<p><strong>Literatur:</strong></p>



<p>van Alstyne, M., Parker, G. G. &amp; Choudary, S. P. (2016). Pipelines, Platforms, and the New Rules of Strategy. <em>Harvard Business Review</em>. Vol. 94. 4, 54-62.</p>



<p>Brin, S. &amp; Page, L. (1998). The anatomy of a large-scale hypertextual Web search engine, <em>Computer Networks and ISDN Systems</em>, Volume 30, Issues 1–7, 1998, 107-117, <a href="https://doi.org/10.1016/S0169-7552(98)00110-X">https://doi.org/10.1016/S0169-7552(98)00110-X</a>.</p>



<p>Gallwas, H. (1992). Der allgemeine Konflikt zwischen dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und der Informationsfreiheit. Neue Juristische Wochenschrift. S. 2785–2848.</p>



<p>Krempl, S. (2021). Digital Markets Act: EU-Abgeordnete stimmen für interoperable Messenger (9.12.2021). <em>Heise</em>. <a href="https://www.heise.de/news/Digital-Markets-Act-EU-Abgeordnete-stimmen-fuer-interoperable-Messenger-6274593.html">https://www.heise.de/news/Digital-Markets-Act-EU-Abgeordnete-stimmen-fuer-interoperable-Messenger-6274593.html</a>.</p>



<p>Lobe, A. (2021). Sollte man Google und Facebook verstaatlichen? (16.11.2021).<em> Spektrum</em>. <a href="https://www.spektrum.de/kolumne/lobes-digitalfabrik-sind-google-und-facebook-ein-oeffentliches-gut/1949629">https://www.spektrum.de/kolumne/lobes-digitalfabrik-sind-google-und-facebook-ein-oeffentliches-gut/1949629</a>.</p>



<p>Lobo, S. (2021). Die neue Weltmacht der Bio-Plattformen (27.01.2021). <em>Spiegel</em>. <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/mrna-technologie-die-neue-weltmacht-der-bio-plattformen-a-c87fa211-1897-47cf-8a1b-cd9ded973e6f">https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/mrna-technologie-die-neue-weltmacht-der-bio-plattformen-a-c87fa211-1897-47cf-8a1b-cd9ded973e6f</a>.</p>



<p>Piétron, D. &amp; Wiggerthale, M. (2019). Neue Wettbewerbsregeln für die Plattformökonomie (06.12.2019). <em>Netzpolitik</em>.org. https://netzpolitik.org/2019/neue-wettbewerbsregeln-fuer-die-plattformoekonomie/.</p>



<p>Saurwein, F., Just, N. &amp; Latzer, M. (2015). Governance of algorithms: options and limitations. <em>Info</em>, 17(6), 35–49. <a href="https://10.1108/info-05-2015-0025">https://10.1108/info-05-2015-0025</a>.</p>



<p>Scholz, T. (2019). A Portfolio of Platform Cooperativism, in Progress. <em>Ökologisches Wirtschaften,</em> 33(4), 16–19.</p>



<p>Vöpel, H. (2018). Daten als Kapital des Digitalkapitalismus: Wie der Wert von Daten entsteht, wem er gehört und welchen Preis wir zahlen.&nbsp; <a href="https://www.xing.com/news/insiders/articles/daten-als-kapital-des-digitalkapitalismus-wie-der-wert-von-daten-entsteht-wem-er-gehort-und-welchen-preis-wir-zahlen-1337039">https://www.xing.com/news/insiders/articles/daten-als-kapital-des-digitalkapitalismus-wie-der-wert-von-daten-entsteht-wem-er-gehort-und-welchen-preis-wir-zahlen-1337039</a>.</p>



<p>Vöpel, H. (2021). Die digitale Revolution: Der große Übergang in die Datenökonomie. In T. Straubhaar (Hrsg.) <em>Neuvermessung der Datenökonomie</em> (S. 29 – 40). Hamburg University Press.</p>



<p>Vosoughi, S., Roy, D. &amp; Aral, S. (2018). The spread of true and false news online (09.03.2018). <em>Science</em>, 359(6380), 1146-1151. <a href="https://doi.org/10.1126/science.aap9559">DOI: 10.1126/science.aap9559</a></p>



<p>Wagener, A. (2018). Politische Disruption: Die Digitalisierung der Politik und die libertäre Technologie der Blockchain. In S. Liebold, T. Mannewitz, M. Petschke, T. Thieme. (Hrsg.). <em>Demokratie in unruhigen Zeiten (S. </em>387–396). Nomos.</p>



<p>Wagener, A. (2023). <em>Künstliche Intelligenz im Marketing</em>. 2. Aufl. Haufe.</p>



<p>Wagener, A. (2021). KI als Staatsprinzip: Leitlinien demokratischer Legitimation von AI Governance. SWS-Rundschau, (61. Jg.) Heft 4/2021, 369-390.</p>



<p>Zuboff, S. (2015).&nbsp;Big other: surveillance capitalism and the prospects of an information civilization. <em>Journal of Information Technology</em>, 30(1), 75-89.&nbsp; <a href="https://doi.org/10.1057/jit.2015.5">https://doi.org/10.1057/jit.2015.5</a>.</p>



<p>Zuboff, S. (2019). Im Zeitalter des Überwachungskapitalismus (12.06.2019). &nbsp;<em>Netzpolitik.org</em>. <a href="https://netzpolitik.org/2019/im-zeitalter-des-ueberwachungskapitalismus/">https://netzpolitik.org/2019/im-zeitalter-des-ueberwachungskapitalismus/</a>.</p>



<p></p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading"></h2>



<p></p>



<p><strong>Mehr zum Thema: Vortrag/Keynote von Prof. Dr. Andreas Wagener: &#8222;Von Cyborgs und Digitalen Lebewesen: Wie generative KI&amp;VR menschliches Leben (und Sterben) verändern&#8220;:    </strong></p>



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<p><em>
Mehr Informationen zum Thema KI im Marketing finden Sie im Buch von <a href="https://nerdwaerts.de/keynotes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wagener</a> <a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;crid=3LEYA68C1IHK9&#038;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&#038;dib_tag=se&#038;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&#038;qid=1728994048&#038;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&#038;sr=8-1&#038;linkCode=ll1&#038;tag=nerdwaerts-21&#038;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&#038;language=de_DE&#038;ref_=as_li_ss_tl">Künstliche Intelligenz im Marketing</a>, Haufe, Freiburg, 2023</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://www.amazon.de/K%C3%BCnstliche-Intelligenz-Marketing-verbirgt-profitieren/dp/3648169572?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3LEYA68C1IHK9&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.F0DFVjJXx3RDUq5AFGWmW72IYdQUzCcPngROcCJNE8MrT5C61IF2XaAkWPd_le2b5NPhi5td5gIJMn6bRqSJciSKGXyMa6Rl2rf8dzSbVR6sTRH9Exy9GurFiPKH0yYGAZsFgvQG6NeyubdeZNaRWEVcjwmhJmc_nJl4oafIWLlMbBn9e6hu_Jy3DVmk4iAv3Lg4OEXfVaJm88L9Q4G9iDM7nArvced8A0fx9Qj9qe0.nP-dKqYU-gE_d5W1Xtmrr8y7DR5pgrkPbPFkThWYiuY&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Wagener+KI+im+Marketing&amp;qid=1728994048&amp;sprefix=wagener+ki+im+marketing%2Caps%2C94&amp;sr=8-1&amp;linkCode=ll1&amp;tag=nerdwaerts-21&amp;linkId=e5074a981472dec11b04d62f77503207&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="345" height="466" src="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2024/10/Kuenstliche-Intelligenz-im-Marketing-2023.jpg" alt="" class="wp-image-2211" style="width:248px;height:auto" srcset="https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2024/10/Kuenstliche-Intelligenz-im-Marketing-2023.jpg 345w, https://nerdwaerts.de/wp-content/uploads/2024/10/Kuenstliche-Intelligenz-im-Marketing-2023-222x300.jpg 222w" sizes="(max-width: 345px) 100vw, 345px" /></a></figure>



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		<title>Plattformgenossenschaften: Muss dem Plattformkapitalismus ein Plattformsozialismus entgegengestellt werden?</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2021/09/plattformgenossenschaften-muss-dem-plattformkapitalismus-ein-plattformsozialismus-entgegengestellt-werden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2021 10:25:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum ein Aspekt der digitalen Transformation wird bis heute so intensiv diskutiert, wie das Phänomen der „Plattformökonomie“, der Wirkungsweise der Geschäftsmodelle der großen Tech-Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon. Die daraus erwachsenen Konsequenzen greifen tief in die wirtschaftlichen Ökosphären ein, Plattformmechanismen haben sich inzwischen aber auch als gesellschaftspolitischer Faktor etabliert, insbesondere bei der Nachrichtenverbreitung und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2021/09/plattformgenossenschaften-muss-dem-plattformkapitalismus-ein-plattformsozialismus-entgegengestellt-werden/">Plattformgenossenschaften: Muss dem Plattformkapitalismus ein Plattformsozialismus entgegengestellt werden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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<p id="block-6715efdf-d9a7-4ea6-83a9-df01137c4163"><strong>Kaum ein Aspekt der digitalen Transformation wird bis heute so intensiv diskutiert, wie das Phänomen der „<a href="https://nerdwaerts.de/?s=Plattform%C3%B6konomie&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Plattformökonomie</a>“, der Wirkungsweise der Geschäftsmodelle der großen Tech-Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon. Die daraus erwachsenen Konsequenzen greifen tief in die wirtschaftlichen Ökosphären ein, Plattformmechanismen haben sich inzwischen aber auch als gesellschaftspolitischer Faktor etabliert, insbesondere bei der Nachrichtenverbreitung und der politischen Meinungsbildung. Plattformen sorgen für mehr Effizienz in der Distribution, auf den Produktmärkten wie auch bei der Informationsbereitstellung, aber gleichzeitig eben auch für mehr Konzentration und weniger Ausgewogenheit. Sie haben die Eigenschaft, den Wettbewerb in einem Angebots-Monopol zu absorbieren. Ihr Handlungsprinzip lässt sich dabei durchaus als parasitär beschreiben, mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.</strong></p>



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<p id="block-eced9ed9-0f4f-4236-9909-c6a526e56dfa">Wie sollten wir also umgehen mit diesen prägenden Institutionen des Digitalzeitalters? Wäre nicht endlich eine starke Regulierung, ja womöglich deren Zerschlagung angebracht? <a href="https://netzpolitik.org/2020/eu-rechnungshof-kartellbehoerden-sollen-tech-konzerne-haerter-anfassen/">In der EU und in Deutschland tun wir uns seit jeher schwer mit solch radikalen Markteingriffen</a>. Ausgerechnet in den USA jedoch, hierzulande oft fälschlicherweise als Hort ungezügelter Marktkräfte betrachtet, zeigt man sich in dieser Hinsicht weit weniger zimperlich. Schließlich gibt es in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte eindrucksvolle Vorbilder, etwa AT&amp;T, DuPont oder die Entflechtung des Rockefeller-Imperiums. Schon seit geraumer Zeit werden derartige Maßnahmen auch für die marktbeherrschenden Tech-Unternehmen intensiv diskutiert. <a href="https://futurezone.at/netzpolitik/eu-wettbewerbskommissarin-vestager-keine-zerschlagung-von-internetriesen-angedacht/401083611">Im Gegensatz zu Europa besteht</a> der lagerübergreifende <a href="https://www.chip.de/news/Auch-WhatsApp-und-Instagram-betroffen-Facebook-soll-komplett-zerschlagen-werden_183176006.html">Konsens</a>, dass auch hier Marktwirtschaft nur funktionieren kann, wenn ein Marktversagen durch zentrale Eingriffe verhindert oder zumindest nachträglich behoben wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann ist eine Plattform ein Monopol?</h2>



<p id="block-5bc475c5-e557-4191-9df9-e9adf8129104">Gleichwohl scheiterten bislang die ersten Versuche, dieses Anliegen auch in die rechtswirksame Praxis zu überführen. Das liegt vor allem daran, dass Monopolstellungen für <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Plattform&amp;submit=Search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Plattformen</a> weitaus schwerer zu begründen sind. Marktmacht lässt sich in diesem Fall nicht einfach in Produktions- und Absatzmengen messen. Insbesondere für die Erfassung der über das ökonomische Ufer hinausgetretenen Machtfülle der Plattformen sind herkömmliche Kriterien nur schwer anwendbar. Ihre Basis liegt tiefer, in der Vermittlung von Markt-, aber auch anderen Informationen, in der Aufmerksamkeit, die ihnen entgegengebracht wird, in ihrer Relevanz, die sich im „Share of Buzz“, dem Marktanteil in der Ökonomie der Aufmerksamkeit abbildet, und letztlich damit eng verknüpft ist mit den Fundamenten von pluralistischer Gesellschaft und diskursiver Demokratie.</p>



<p id="block-2455f592-d29e-451f-b4c5-0280a33855f7">Erfolgreiche Plattformen, jene, die sich als maßgeblicher Koordinator auf ihren Märkten etablieren sind immer auf Größenvorteile und Zentralisierung von Marktmacht angelegt. Sie setzen Standards. Ökonomisch spricht man dabei von der Generierung sogenannter Netzeffekte: Je weiter ein Standard verbreitet und genutzt, je größer also das Netz wird, umso mehr profitiert der Netzbetreiber, die Plattform – bis hin zur absoluten Macht auf dem jeweiligen Markt, die es dem „Gatekeeper“ erlaubt, die Spielregeln nach seinem Willen zu diktieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-8ee0b722-4f7b-4eff-9aff-97b75d5a7209">Vom Plattformkapitalismus zum Plattformsozialismus</h2>



<p id="block-8f57505b-1f77-4ae2-8a05-48764519a8a5">Das Perfide hierbei ist, dass wir Nachfrager, anders als auf herkömmlichen Märkten, selbst auch ein Interesse an einem solchen Monopol haben. Denn für uns ist es eben sehr angenehm, nur an einer zentralen Stelle nach einem Hotel (booking.com) oder nach Informationen (Google) suchen zu müssen und nicht mit viel Aufwand an vielen verschiedenen Orten. Selbst die eigentlichen Anbieter und Produzenten scheinen zunächst von diesem Mechanismus zu profitieren, denn nun ist es sinnvoll, sich auf einen Kanal zu konzentrieren. Das reduziert den Aufwand und spart Kosten. Allerdings stärkt man damit immer mehr den Plattformbetreiber, sich selbst degradiert man zu dessen bloßem Zulieferer. All das erinnert an einen Suchtkranken, der sich aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit von dieser Bequemlichkeits-Droge kaum mehr befreien kann.</p>



<p id="block-bfd1f42d-32b2-42d5-82cc-60f8c5932843">Die eigentliche Errungenschaft der Plattformen besteht nicht wie bei herkömmlichen Unternehmen in der Produktinnovation. Sie haben in aller Regel auch nicht das ihnen oft verliehene Prädikat „<a href="https://hbr.org/2015/12/what-is-disruptive-innovation">disruptiv</a>“ verdient – selbst der Begründer der Disruptionstheorie, der 2020 verstorbene Harvard-Professor Clayton Christensen, sprach dies unter anderem <a href="https://www.haufe.de/personal/hr-management/innovationsmanagement-christensen-ueber-disruptive-innovation_80_388494.html">explizit der Taxi-Plattform Uber</a> ab. Denn in aller Regel sind die Angebote der Plattformen an sich meist weder neu oder originell, noch lösen sie damit bestehende Probleme auf gänzlich andere Art und Weise. Sie haben es lediglich geschafft, sich auf bestehenden Märkten als neue Gatekeeper zu etablieren oder arrivierte Intermediäre dort zu ersetzen. Ihre tatsächliche Leistung besteht in ihrer Funktion als Effizienzversorger, als optimierender Koordinator und allwissender Lotse in den jeweiligen Ökosystemen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Daten als Produktionsmittel</h2>



<p id="block-7a5cec6a-318e-4098-a710-1a9a031a514e">Die Ursache für die Effizienz der Plattformen liegt in der Sammlung und Auswertung der Daten, die aus den Marktaktivitäten gewonnen werden. Die Algorithmus-basierte Zuspielung von Informationen, anhand von eigenen sowie von ermittelten Interessen vergleichbarer Nutzer, erlaubt eine personalisierte Kommunikation. Der Begriff des <a href="https://netzpolitik.org/2019/im-zeitalter-des-ueberwachungskapitalismus/">Überwachungskapitalismus</a> beschreibt die Vorgehensweise der Plattformen, aus den permanent gesammelten Nutzerdaten automatisiert marktoptimale Strategien abzuleiten und diese, indem sie das Verhalten des Einzelnen manipulieren, zur Gewinnmaximierung zu nutzen. Dies führt zu einer Entmündigung der Nutzer und trägt im Kern, nach Ansicht der Kritiker, totalitäre Züge.</p>



<p id="block-011ecbd3-648e-4443-80f9-34517e1fcd37">Die Auswirkungen der Plattformökonomie sind damit nicht auf ökonomische Zusammenhänge beschränkt. Auch die politische Willensbildung ist der Gefahr der Manipulation ausgesetzt, und zwar entweder direkt, weil das System gezielt für eine Beeinflussung genutzt wird, oder indirekt, weil dessen Beschaffenheit politische Monokulturen fördert. Was in der Vermarktung eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit der Werbebotschaften zum Ziel hat, führe – so ein gängiger Vorwurf – &nbsp;in der Nachrichtenvermittlung, bei den Social-Media-Plattformen, schnell zu den berüchtigten Filterblasen und Echokammern, in denen nur vermeintliche „passgenaue“, gefällige Informationen bereitgestellt und von ideologischen Look-a-Likes diskutiert würden, wohingegen von dieser Norm abweichendes keine Chance habe, wahrgenommen zu werden. Bisher galt stets der breite öffentliche Diskurs, im Sinne einer Beteiligung der Öffentlichkeit bei der politischen Willensbildung, als maßgeblich für die Legitimation in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deliberative_Demokratie">deliberativen Demokratie</a>. Wenn diese Diskussionen nun in abgespaltenen und undurchlässigen Teilwelten stattfinden, die kein Diffundieren anderer Perspektiven zulassen, führt dies zu einer Bestärkung in der Ablehnung äußerer Einflüsse. Eine derartige Selbstreferenzialität in der Meinungsbildung muss dann zwangsläufig im Aufweichen bisher geltender gesellschaftlicher Normen und damit in einer stetigen Radikalisierung münden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Plattformgenossenschaften: Demokratisierung der Produktionsmittel</h2>



<p id="block-bdd9e24c-7553-4bc2-9e25-54971b318983">All dies spräche in der Tat für ein weitreichendes regulatives Eingreifen, durchaus auch – es geht schließlich um nichts weniger als den Kern unserer westlichen liberalen Gesellschaftsprinzipien – in einer eigentumsrechtlichen Entflechtung der Plattformunternehmen. Tatsächlich gibt es bereits einige Ansätze, die Produktionsmittel des Plattformkapitalismus zu demokratisieren: Plattformgenossenschaften wie <a href="https://www.fairmondo.de/ueber_uns">fairmondo</a>, oder <a href="https://arcade.city/">Arcade City</a> positionieren sich als Alternative zu den herkömmlichen Plattformen und werben für sich damit, dass sie vollständig im Eigentum der Nutzer oder Anbieter liegen. Doch ist fraglich, ob solche Initiativen ausreichen, um das Problem zu lösen. Zum einen besteht die Frage, wie der Größennachteil neuer Plattformen gegenüber den etablierten Marktführern ausgeglichen werden kann. Die Netzeffekte werden stets dafür sorgen, dass sich neue Nutzer überwiegend für die größeren Plattformen entscheiden. Zum anderen schützen kollektive Organisationsformen nicht per se vor Machtmissbrauch. Schließlich macht es kaum einen Unterschied, ob ein Gatekeeper aus einem kapitalistisch motivierten oder einem genossenschaftlichen Selbstverständnis heraus agiert. Für den an der Macht nicht beteiligten Nutzer spielt es allenfalls eine nachgelagerte Rolle, warum ihm ein bestimmtes Recht verwehrt bleibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Plattformgenossenschaften als Antwort auf Überwachungskapitalismus</h2>



<p id="block-39cb8c6e-321f-44c1-a649-fb70409e5fb2">Dennoch könnte eine Regulierung zunächst bei den Eigentumsrechten ansetzen. Die Frage ist allerdings, ob dies das Kapitaleigentum im herkömmlichen Sinne sein muss. Wenn die Logik des Überwachungskapitalismus zutrifft und die Macht der Plattformen auf die Auswertung der Nutzerprofile zurückzuführen ist, sollte konsequenterweise stattdessen das Eigentum an den Daten in den Fokus der Betrachtung rücken. Im Moment tauschen wir diese – die ja nach allgemeiner Auffassung „das neue Gold“ oder das „Öl des 21. Jahrhunderts“ sind – als digitale Naturalien gegen die Nutzungs- und Partizipationsrechte an den Plattformen. Ob wir nun damit noch Kunden oder bereits Teil des Produktes der Plattformen sind, entscheidet sich damit auch aus unserem datenbezogenen Selbstwertgefühl heraus. Ohne Zweifel lässt sich aber eine enorme Diskrepanz zwischen der Profitabilität der Plattformunternehmen und dem Wert, den wir selbst unseren Daten beimessen, ausmachen. Das faktische Monopol vieler Plattformen auf ihren Märkten bezeichnet damit nur ein nachgelagertes Problem. Ermöglicht wurde dies durch die vorausgehende sukzessiv und weitgehend unkontrolliert errichtete Marktmacht bei der Informations- und Datenverarbeitung. Während Karl Marx in der klassischen Ökonomie noch von Arbeit als maßgeblichem Produktionsfaktor sprach, sind in der Plattformökonomie Daten und Algorithmen an diese Stelle getreten. Daraus leitet sich ab, dass Regulierung dann auch gar nicht bei der Zerschlagung der Plattformunternehmen ansetzen müsste, sondern beim Schutz der Nutzer vor sich selbst, da sie den eigentlichen Wert ihrer Daten entweder nicht ermessen können oder nicht in der Lage sind, diesen preislich durchzusetzen. Wir haben einen Mindestlohn für den Faktor Arbeit – bräuchten wir dann nicht auch ein Mindestentgelt für unsere Daten?</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-64ed9c1b-4b58-4e40-af68-4cf9eca518ae">Plattformgenossenschaften und Digitale Güter</h2>



<p id="block-f19f01c6-ebfe-44bf-b56d-a502da6decce">Voraussetzungen dafür sind Transparenz und ein unabhängiges Marktsystem. Nur dann ist eine Etablierung von Daten als echtem Wirtschaftsgut möglich, nur dies garantiert, dass deren Verwendung und Verarbeitung zurückverfolgt, dokumentiert und auf Legitimität überprüft werden kann. Umsetzbar wäre dies mittels der Technologie der <a href="https://nerdwaerts.de/?s=Blockchain&amp;submit=Search">Blockchain</a>, die hinter dem Bitcoin-System steht und gerade in jüngster Zeit beim Handel immaterieller Werte als „non-fungible Tokens“ (NFT) großflächig zum Einsatz kommt. <a href="https://nerdwaerts.de/2018/12/der-weg-zur-roboterautonomie-wie-ki-und-blockchain-die-maschinengesellschaft-erschaffen-koennten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Digitale Güter, zu denen auch Daten gehören, werden damit trotz ihrer Duplizierbarkeit und Immaterialität übertragbar</a>, da der Zugriff auf sie und jede ihrer Transaktionen durch ein dezentrales Netzwerk (anstelle eines zentralen Gatekeepers) unveränderbar dokumentiert wird. Ungezügeltes und manipulatives Verwenden ließe sich damit öffentlich und transparent nachvollziehen. Diese Verfahren werden bereits etwa bei der Übertragung von Nutzungsrechten in der Musikwirtschaft oder auch in der programmatischen Onlinewerbung erprobt. Es könnte auch für eine Restitution des Dateneigentums Verwendung finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="block-aad99211-a3ec-43ac-87b7-f5b0a93344e2">Die Wirkungsmacht der Daten: &#8222;Take the Power back!&#8220;</h2>



<p id="block-82b9f337-7f48-47af-8831-96c9cdfcf48a">Ungeachtet aber der detaillierten technischen Umsetzung bedarf es eines Umdenkens, das den veränderten Stellenwert von Daten als den heute maßgeblichen Treiber von wirtschaftlichen wie auch gesellschaftlichen Entwicklungen reflektiert. Zu oft verharren wir noch in bloßen Lippenbekenntnissen und der Ignoranz gegenüber der heute faktischen Wirkungsmacht der Datenverarbeitung, die sich in der dominierenden Stellung der Plattformen und ihrer latenten Bedrohung ökonomischer und demokratischer Errungenschaften widerspiegelt.</p>



<p id="block-be092ffa-fdf5-4b82-af63-4b8beb3a57bb">Die Mittel, diesen Weg zu beschreiten, sind vorhanden. Es liegt allein an uns, sie auch zu nutzen.</p>



<p id="block-ca28c798-fe22-430a-a7d7-beebde82a1ca">﻿</p>



<p id="block-53416dae-637a-4c79-a078-17db8f2bed75"><strong>Mehr zum Thema hier:</strong></p>



<p id="block-baaf4f3c-d0c3-463e-88ce-ac32bc85cd02">﻿</p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2021/09/plattformgenossenschaften-muss-dem-plattformkapitalismus-ein-plattformsozialismus-entgegengestellt-werden/">Plattformgenossenschaften: Muss dem Plattformkapitalismus ein Plattformsozialismus entgegengestellt werden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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