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	<title>3D-Druck Archive - Nerdwärts.de</title>
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	<description>Digitaler Wandel &#38; Digitale Bildung</description>
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	<title>3D-Druck Archive - Nerdwärts.de</title>
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		<title>Politische Disruption: wenn Technologie Gesellschaft und politisches System revolutioniert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Oct 2018 09:24:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Begriff der Disruption wurde in der Vergangenheit vor allem auf ökonomische Szenarien bezogen. Insbesondere die Nutzung neuer digitaler Technologien führte dazu, dass neue Geschäftsansätze die Spielregeln auf den Märkten aufbrachen und grundlegend veränderten. Als gesamtgesellschaftliches Phänomen ist die Auswirkungen der Digitalisierung sicherlich breiter zu betrachten. Auch politische und gesellschaftliche Zusammenhänge sind unbestreitbar von den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Begriff der Disruption wurde in der Vergangenheit vor allem auf ökonomische Szenarien bezogen. Insbesondere die Nutzung neuer digitaler Technologien führte dazu, dass neue Geschäftsansätze die Spielregeln auf den Märkten aufbrachen und grundlegend veränderten. Als gesamtgesellschaftliches Phänomen ist die Auswirkungen der Digitalisierung sicherlich breiter zu betrachten. Auch politische und gesellschaftliche Zusammenhänge sind unbestreitbar von den neuen Technologien betroffen. Befinden wir uns in der Phase der Politischen Disruption?</strong><img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/ba155677c96849beac9e5a7e5dd3c36d" alt="" width="1" height="1" /><br />
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<img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/ba155677c96849beac9e5a7e5dd3c36d" alt="" width="1" height="1" />Das Thema der Digitalisierung führt in der deutschen Politik wie auch in der Politikwissenschaft immer noch ein Nischendasein. Darin spiegelt sich jedoch die politische wie auch gesamtgesellschaftliche Realität, die Angela Merkel vor einigen Jahren mit ihrer Aussage „das Internet ist für uns alle Neuland“ auf den Punkt brachte. Von der angeblichen „Digitalen Avantgarde“ dafür viel und auch – nach fast 25 Jahren „World Wide Web“ – völlig zurecht kritisiert, beschreibt dies allerdings recht eindrücklich die Situation der digitalen Entwicklung hierzulande, die in fast allen Bereichen internationalen Standards hinterher hinkt. Dabei wird inzwischen die Veränderungskraft der „digitalen Revolution“ allgemein anerkannt, ein Privat- aber auch ein Geschäftsleben ohne digitale Technik erscheint für die meisten kaum mehr vorstellbar.</p>
<h2>Der Disruptionsbegriff in den Wirtschaftswissenschaften</h2>
<p>In der Wirtschaftswissenschaft findet für die Erklärung digitaler Veränderungsprozesse oft der Begriff der Disruption Verwendung, der in seiner weitverbreiteten und vielzitierten Konkretisierung im Management- und Technologieumfeld auf den Harvard-Professor Clayton Christensen zurückzuführen ist. Damit wurde eigentlich eine Form der unternehmerischen Innovation beschrieben, der es, ermöglicht durch neue Technologien, gelingt, neue Märkte und Marktprinzipien zu etablieren und dadurch bestehende Märkte und ihre konventionellen Regelmuster aufzubrechen. Derartige „disruptive Innovationen“ verbessern grundsätzlich unternehmerisch erbrachte Leistungen in einer von den Märkten unerwarteten Weise und verdrängen damit lange Zeit erfolgreiche und tradierte Geschäftsmodelle und -prinzipien.</p>
<h2>Politische Disruption und gesellschaftliche Veränderungsprozesse</h2>
<p>Inzwischen findet der Begriff jedoch nicht mehr nur allein auf ökonomische Szenarien Anwendung, sondern wird auch auf weitere Sachverhalte, auf den grundsätzlichen Wandel komplexer Systeme bezogen. Auch explizit „Politische Disruption“ wird dabei zunehmend zur Charakterisierung von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen aufgegriffen. Wesentlicher Kern des Begriffs ist der Aspekt der Innovation und die Funktion von Technologie als Haupttreiber.</p>
<h2>Die Digitalisierung der Politik und deren Disruption</h2>
<p>Digitale Technologie – auf die der Disruptionsbegriff heute vornehmlich bezogen wird – ist nicht nur in der Lage, althergebrachte Spielregeln auf Märkten auszuhebeln und durch neue zu ersetzen. Sie führte unzweifelhaft ebenso zu einer Veränderung der politischen Prozesse, der politischen Meinungsbildung sowie der Verhaltensweisen politischer Akteure und auch zu einer Verschiebung des Handlungsrahmens der praktischen Politik. Das zeigt sich in vielfältigster Weise, sei es im Aufkommen von „Fake News“ und „Hatespeech“ verbreitenden Social Bots in Sozialen Netzwerken, in der tatsächlichen oder bloß behaupteten Verwendung von Profildaten als „Big Data“ für die Wählergewinnung im US-Präsidentschaftswahlkampf wie auch in Form direkt ans Staatsvolk twitternder US-Präsidenten. Doch nicht nur derartige, eher auf die Beeinflussung der Meinungsbildung gerichtete, politische Kommunikation kann digital und unter Verwendung innovativster Methoden erfolgen. Auch die eigentlichen politischen Prozesse, gewissermaßen im „Maschinenraum der Politik“, sind potenziell durch die Innovationskraft digitaler Technologien betroffen. Dies gilt sowohl für die politische Entscheidungsfindung als auch die Artikulierung und Aggregierung des Wählerwillens sowie ebenso für die Ausübung politischer Macht. Diese Technologien haben das Potenzial, gegenwärtige politische Systeme „im Kern“ zu disruptieren, indem sie alternative Spielregeln des politischen Miteinanders schaffen.</p>
<h2>Technologietreiber Blockchain, Künstliche Intelligenz, 3D-Druck und Virtual Reality</h2>
<p>Insbesondere die Trendthemen Blockchain und Künstliche Intelligenz, die auch im ökonomischen Umfeld den größten Veränderungsdruck bewirken, dürften auch im Politischen Treiber dieser Entwicklung sein. Politische Entscheidungen können beispielsweise unter Rückgriff auf Algorithmen getroffen werden, die entsprechenden Prozesse lassen sich im Wege von Blockchain-basierten Smart Contracts abbilden. Ähnliches Potenzial kann womöglich auch anderen Technologien wie 3D-Druck und Virtual Reality zugeschrieben werden. Politik und Technik werden in Zukunft deutlich enger miteinander verwoben &#8211; mit allen Vor- und Nachteilen. Wie immer wird es darauf ankommen, wie wir diese Zukunft gestalten. Wegducken und Ignoranz sind dabei nicht gestattet. Es handelt sich dabei um eine gesamtgsellschaftliche und somit zu tiefst politische Aufgabe.</p>
<p>In den kommenden Wochen werden wir an diese Stelle auf das Thema der Politischen Disruption intensiver eingehen und die einzelnen Technologien unter diesem Aspekt näher betrachten. Den Auftakt macht dabei das Blockchain- &amp; Distributed Ledger-Verfahren. (<a href="https://nerdwaerts.de/2018/11/die-blockchain-als-disruptive-innovation-in-der-politik/" target="_blank" rel="noopener">Dazu bitte hier entlang</a>.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Text ist ein Auszug aus:</p>
<p><strong>Wagener, Andreas (2018): Politische Disruption: Die Digitalisierung der Politik und die libertäre Technologie der Blockchain</strong>. In: Liebold, Sebastian / Mannewitz, Tom / Petschke, Madeleine / Thieme, Tom (Hrsg.): Demokratie in unruhigen Zeiten, Baden Baden, 2018, S. 387 &#8211; 398</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:</p>
<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener, Hochschule Hof am 17.10.2018:<br />
&#8222;Willkommen in der Matrix! Wie KI und Blockchain in der Industrie 4.0 zusammenwachsen&#8220;</strong><br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/aAg44C6-oWo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener, Hochschule Hof am 22.10.2016 Industrie 4.0, Datenökonomie und Künstliche </strong><strong>Intelligenz: Wie Daten und Algorithmen Wirtschaft und Gesellschaft verändern:</strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/_kfXmqJevFs" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ad1.adfarm1.adition.com/tagging?type=image&amp;network=196&amp;tag[nerdwaerts.nerdwaerts]=markiert" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Plattformökonomie als Geschäftsmodell</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2018 13:09:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Begriff der „Plattformökonomie“ ist schon seit längerem in aller Munde. Wohl nirgends sonst wird die disruptive Kraft der Digitalisierung augenfälliger. Allerdings könnte die Dominanz der Plattformen bald durch ein andere digitale Errungenschaft abgelöst werden. Die Nutzung und die Relevanz von Daten im Wirtschaftsleben hat nicht nur das operative Marketing verändert, sondern führte auch zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Begriff der „Plattformökonomie“ ist schon seit längerem in aller Munde. Wohl nirgends sonst wird die disruptive Kraft der Digitalisierung augenfälliger. Allerdings könnte die Dominanz der Plattformen bald durch ein andere digitale Errungenschaft abgelöst werden.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/c23cfa42eea44a489d1bdafee01ab4bd" alt="" width="1" height="1" /><br />
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<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/c23cfa42eea44a489d1bdafee01ab4bd" alt="" width="1" height="1" />Die Nutzung und die Relevanz von Daten im Wirtschaftsleben hat nicht nur das operative Marketing verändert, sondern führte auch zu tiefgreifenden Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle im Ganzen. Den sogenannten „Plattformen“ ist es als einer neuen Gattung von Unternehmen gelungen, die bestehenden Strukturen aufzubrechen und sich selbst im Zentrum verschiedenster Branchen einzunisten.</p>
<h2>Das Prinzip der Plattformökonomie</h2>
<p>Oft wird in diesem Zusammenhang der Hinweis auf den US-Taxidienst „Uber“, ins Feld geführt, der als größtes Taxiunternehmen der Welt gilt, aber selbst kein einziges Taxi besitzt. Gleiches gilt für AirBnB oder Booking.com, die weltweit und in großem Maße Unterkünfte und Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, jedoch selbst über keine eigenen Immobilien und Hotels verfügen. Und Google kann als wichtigster und größter Informationsanbieter der Welt gelten, beschäftigt jedoch keine Redakteure und produziert keine eigenen Inhalte. Dennoch haben sich all diese Unternehmen eine dominante Position in ihrem jeweiligen Markt erobert. Sie sind dort der zentrale Anlaufpunkt sowohl für Nachfrager als auch für die eigentlichen Anbieter. Sie haben es geschafft, sich als Zwischen- und Vermittlerstation, als „Intermediäre“, in die oft bereits jahrzehntelang ohne sie bestehenden Geschäftsbeziehungen einzuklinken und sich auf diesen Märkten unverzichtbar zu machen.</p>
<h2>Plattformen als &#8222;Gatekeeper&#8220;</h2>
<p>Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in der Errichtung von Plattformen, die der Vernetzung der Marktteilnehmer auf beiden Seiten dienen. Damit wird die klassische Wirtschaftsbeziehung zwischen Produzenten und Abnehmern aufgebrochen. Die Produzenten als Eigentümer der „Hard Assets“, der „Produktionsmittel“ im klassischen Sinne, werden dabei ihres direkten Zuganges zu den Kunden beraubt. Stattdessen nehmen die Plattformen nun die maßgebliche Rolle als „Gatekeeper“ ein, kontrollieren damit den jeweiligen Markt und partizipieren an dieser Wertschöpfungskette auf Kosten der Produzenten, was sich bei diesen zwangsläufig auch in gesunkenen Margen bemerkbar macht.</p>
<h2>Mehrwert durch Vernetzung</h2>
<p>Diese Regeländerungen beeinflussen die Geschäftsstrategien grundsätzlich. Wettbewerb beruht dann weniger auf der Beschaffenheit der Produkte, eine Differenzierung erfolgt nicht allein anhand der Qualität der Produktmerkmale, sondern verstärkt über komplementäre Leistungen, insbesondere über diejenigen, die aus dem Charakter der Plattform resultieren: Produzenten und Konsumenten werden sich für die Plattform entscheiden, die ihnen die beste Vernetzung liefert. Für die Produzenten erhöhen sich damit ihre Absatzchancen, die Konsumenten erhalten auf diese Weise Zugriff auf ein möglichst großes Angebot, gleichzeitig wird der Markt für sie damit transparenter.</p>
<h2>Netzeffekte: Standards schaffen</h2>
<p>Ein wesentlicher Aspekt der Plattform besteht in der Schaffung von sogenannten „Netzeffekten“. Diese entstehen, wenn sich ein gemeinsamer Standard – wie ein übergreifendes Netz – etabliert und beruhen auf den wechselseitigen Auswirkungen einer Teilnahme an diesem für alle kompatiblen Standard. Am besten lässt sich dies mit der rationalen Wahl einer neu zu erlernenden Sprache erklären: Wer ökonomisch vorgeht, wird sich diejenige Sprache aussuchen, deren Erlernen es ihm gestattet, mit möglichst vielen Menschen zu kommunizieren – etwa Englisch, Arabisch, Spanisch oder Mandarin. Durch das Erlernen dieser Sprache profitiert man allerdings nicht nur selbst, auch alle anderen, die bereits diese Sprache beherrschen, ziehen einen Vorteil daraus, da sie nun mit einer weiteren, zusätzlichen Person kommunizieren können.</p>
<h2>Standards reduzieren Risiko</h2>
<p>Von der Einigung auf einen gemeinsamen Standard profitieren damit letztlich alle. Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass auf diese Weise Marktsicherheit entsteht: Existiert nur ein einziger Standard, so besteht kein Risiko, auf das falsche Pferd zu setzen. In letzter Konsequenz bedeutet das aber auch, dass alle Beteiligten von einer Monopolisierung profitieren. Paradoxerweise haben also – entgegen der klassischen Markttheorie –alle, auch die Nachfrager, ein Interesse an einem eingeschränkten Wettbewerb auf diesen Netzwerkmärkten.</p>
<h2>Plattformökonomie als Größenstrategie</h2>
<p>Google, AirBnB, Uber &amp; Co ist es gelungen, auf ihren Märkten entsprechende Standards zu schaffen, indem sie ihre jeweilige Plattform als die maßgebliche Stelle zur Marktkoordinierung etablieren konnten. Konzentriert sich die gesamte Nachfrage und das gesamte Angebot an einem zentralen Punkt, wird der Markt für alle effizienter. Angebot und Nachfrage können zielgenauer befriedigt werden. Es ist nicht notwendig, andernorts nach Marktpartnern zu suchen, das spart Zeit und senkt die Transaktionskosten. Alle Teilnehmer binden sich damit an die etablierten Plattformen. Für die Plattformbetreiber bedeutet dies, stets auf radikale Wachstumsstrategien zu setzen, um möglichst schnell eine ausreichende Größe zur Errichtung und Aufrechterhaltung eines Standards zu erreichen.</p>
<h2>Die Relevanz von Daten in der Plattformökonomie</h2>
<p>Daten und ihre Nutzbarmachung spielen in diesem Kontext ebenfalls eine entscheidende Rolle. Die Plattformen funktionieren, weil sie die Bedürfnisse der Teilnehmer jeweils gut kennen, daraus ziehen sie ihre Vorteile als Mittler zwischen den Akteuren. Folgerichtig werden die meisten dieser Plattformen als Datensammelpools geführt, die nicht nur die Vernetzung der wechselseitigen Kundenbeziehungen protokollieren, sondern auch das Nutzungsverhalten und die Bedürfnisse sämtlicher Beteiligter detailliert erfassen.</p>
<h2>Die Kraft der Disruption</h2>
<p>Diese Plattformen zerstören tradierte Szenarien und stülpen den Märkten kompromisslos ihr Geschäftsmodell über. Die anderen Marktteilnehmer sind dadurch gezwungen, sich diesem Änderungsprozess zu beugen. Fast in jeder Branche sind derartige Entwicklungen denkbar oder bereits Realität. Neben den bereits genannten Unternehmen lassen sich als weitere prominente Vertreter etwa auch Amazon für den Handel und Facebook im Bereich der Kommunikation und der Sozialen Netzwerke nennen. Es dürfte oft nur eine Frage der Zeit sein, bis sich auch auf anderen Märkten Plattformen entwickeln. Darin liegt einerseits eine Chance für schnelle und zielbewusste Akteure, andererseits aber auch ein beachtliches Bedrohungspotenzial für die traditionellen Anbieter.</p>
<h2>Plattform in der Nische</h2>
<p>Plattformen können jedoch auch in Nischen funktionieren, was wiederum Perspektiven für neue, alternative Geschäftsansätze bietet. Durch die effiziente Zusammenführung von Nachfragen und Anbietern werden auf einmal Geschäftsmodelle möglich, die bislang nicht als wirtschaftlich galten. Zeitliche und örtliche Differenzen lassen sich durch ein digitales und breit distribuiertes Angebot überbrücken, was ebenfalls eine Senkung von Transaktionskosten nach sich zieht – also das Zustandekommen eines Abschlusses wahrscheinlicher macht. Das führt in der Summe dazu, dass auch Nischenprodukte für wenig Nachfrager profitabel angeboten werden können.</p>
<h2>Individualisierung und Mass Customization</h2>
<p>Bezog sich dies ursprünglich allein auf digitale Produkte, wie digitale Musik, Videos, Software oder eBooks, die aufgrund ihrer „immateriellen“ Beschaffenheit kaum Lager- und Vertriebskosten verursachen (der sogenannte „Long Tail“), entstehen heute immer mehr Plattformanbieter, die diesen Gedanken auf „greifbare“ Güter ausweiten und die sogar Personalisierung und Individualisierung von Produkten ermöglichen. Vorreiter in Deutschland wie „myMuesli“ ermöglichten es den Kunden, Produkte – in diesem Fall „Müslimischungen“ – selbst zusammenzustellen oder zu konfigurieren. Die höheren Preise rechtfertigen sich durch den hohen Individualisierungsgrad und die damit einhergehende tieferreichende Befriedigung der Bedürfnisse des einzelnen Nachfragers. Die Geschäftsmodelle haben sich inzwischen in vielen Segmenten bewährt, als Beispiele anführen lassen sich etwa „chocri.de“ für Schokolade, „MyBoshi.net“ für gehäkelte Mützen und „uniquefragrance.de“, bei dem man sich ein personalisiertes Parfum zusammenstellen kann – um nur einige zu nennen.</p>
<h2>Plattformökonomie und 3D-Druck</h2>
<p>Auch neue digitale, datenbasierten Produktionstechniken ermöglichen individuell gestaltete Angebote und Leistungen. Während Designer ursprünglich, um ihre Produkte zu verkaufen, gezwungen waren, in Vorleistung zu gehen, also Muster produzieren lassen und sich um eine Vertriebsorganisation kümmern mussten, ermöglichen die Fortschritte beim 3D-Druck heute potenziell eine individuelle und auftragsbezogene Produktion „on demand“.</p>
<h2>Digitale Güter und Plattformen</h2>
<p>Auch wenn diese Verfahren aktuell zumindest im B2C-Bereich noch in den Kinderschuhen stecken, leiten sich aus der Kombination mit Plattformökonomieansätzen hochinteressante Potenziale ab: Auf Plattformen wie „Shapeways.com“ können fertige Entwürfe – Alltagsgegenstände, Spielzeug, Schmuck – nun direkt durch Designer feilgeboten und von den Kunden gegen Gebühr „heruntergeladen“ werden, um diese dann am heimischen, mit 3D-Drucker ausgestatten Computer selbst auszudrucken. Unter Umständen ließen sich diese Dateien auch noch individuell modifizieren, so dass der Konsument sehr eng in den Produktionsprozess miteingebunden ist. Das vereinfacht es erheblich, derartige Ideen zur Marktreife zu bringen; das unternehmerische Risiko wird reduziert, da keine Vorabinvestitionen in die Produktfertigung oder die Verkaufskanäle notwendig sind.</p>
<h2>Mikromarketing und Diversifizierung</h2>
<p>Dieses, durch die Plattformen ermöglichte „Mikromarketing“ ist eine Errungenschaft der Digitalisierung, wobei hier anders als bei den großen monopolhaften Plattformen auch eine Diversifizierung des Angebotes bewirkt wird. Aber auch hier tragen Internet und Digitalisierung zu einer Koordinierungsleistung maßgeblich bei. Die Art und Weise, wie damit Märkte „gemacht“ werden können, hat tiefgreifende Auswirkungen, und zwar nicht nur hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Absatzkanäle. Das Prinzip der Plattformökonomie verändert damit auch den Kern des wirtschaftlichen Miteinanders von Grund auf.</p>
<h2>Blockchain: Das Ende der Plattformökonomie?</h2>
<p>Allerdings ist jeder technologische Trend stets durch eine weiterführende innovative Entwicklung latent gefährdet. <a href="http://nerdwaerts.de/2017/11/1248/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aktuell wird vor diesem Hintergrund oft auf das Prinzip der „Blockchain“ verwiesen</a>, der Technologie hinter Bitcoin und Ethereum, womit eine dezentrale und autonome Netzwerk- und Marktorganisation möglich ist. Sofern wirklich – wie zumindest in der Theorie bei Bitcoin – kein Gatekeeper den Marktzugang kontrolliert, weil die Netzwerkleistung streng dezentral durch die Netzteilnehmer selbst und gleichberechtigt geschultert wird, könnte dies dazu führen, dass die revolutionäre Entwicklung der zentralistisch geprägten Plattformökonomie bereits selbst der folgenden, „disruptiven“ Revolution zum Opfer fällt. Dann könnten Systeme wie Bitcoin tatsächlich die Netzwerkmacht distribuieren und diese wieder zurück auf die einzelnen Teilnehmer übertragen.<br />
Das zeigt, dass wir uns hier nicht am Ende einer Entwicklung, sondern eher noch ganz an deren Anfang befinden. Im Zeitalter der Digitalisierung wird damit der ständige Wandel zur einzigen Konstante auf den Märkten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag ist ein Exzerpt aus:<br />
<em>Wagener, Andreas (2018): Marketing 4.0 In: Wolff, Dietmar / Göbel, Richard (Hrsg.). Digitalisierung: Segen oder Fluch. Wie die Digitalisierung unsere Lebens- und Arbeitswelt verändert,</em> <a href="http://www.springer.com/de/book/9783662548400" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.springer.com/de/book/9783662548400</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr zum Thema &#8222;Plattformökonomie &amp; Blockchain&#8220; hier:</strong><br />
Vortrag von Prof. Dr. Andreas Wagener nach, gehalten m Rahmen der jährlichen Vortragsreihe zur Digitalisierung der Fakultät Wirtschaft an der Hochschule Hof &#8211; &#8222;Digitale Wirtschaft, Industrie 4.0 und das Internet der Dinge&#8220;:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Blockchain und Industrie 4.0 &#8211; Das Ende der Plattformökonomie?</strong></p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/wMZ3bw4eKeE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><br />
Prof. Dr. Andreas Wagener. Professur für Digitales Marketing: eCommerce &amp; Social Media, Hochschule Hof</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mehr zu Themen wie Industrie 4.0, Big Data, Künstliche Intelligenz, Digital Commerce und Digitaler Ökonomie finden Sie auf unserer <a href="https://www.xing.com/news/pages/nerdwarts-de-316?sc_o=da980_e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsseite auf XING</a> sowie auf <a href="https://www.facebook.com/nerdwaerts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2018/02/1294/">Plattformökonomie als Geschäftsmodell</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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		<title>Wie man sein Smartphone zum 3D-Drucker macht &#8211; für $99,00</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2016/04/wie-man-sein-smartphone-zum-3d-drucker-macht-fuer-9900/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Apr 2016 09:26:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kickstarterkampagne: Das Ziel waren $80.000, jetzt steht man bei über $1,8 Mio: mit einem Aufsatz das Smartphone zum 3D-Drucker umfunktionieren. Mit einem Aufsatz für gängige Mobiltelefontypen wie Apples iPhone oder der Samsung S-Serie soll es in Kürze möglich sein, das Smartphone zum 3D-Drucker umzuwandeln. Dazu wird das Druckmaterial, nur getrennt durch eine Folie auf den Smartphonebildschirm, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2016/04/wie-man-sein-smartphone-zum-3d-drucker-macht-fuer-9900/">Wie man sein Smartphone zum 3D-Drucker macht &#8211; für $99,00</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kickstarterkampagne: Das Ziel waren $80.000, jetzt steht man bei über $1,8 Mio: mit einem Aufsatz das Smartphone zum 3D-Drucker umfunktionieren.</strong><br />
<span id="more-789"></span><br />
Mit einem Aufsatz für gängige Mobiltelefontypen wie Apples iPhone oder der Samsung S-Serie soll es in Kürze möglich sein, das Smartphone zum 3D-Drucker umzuwandeln. Dazu wird das Druckmaterial, nur getrennt durch eine Folie auf den Smartphonebildschirm, aufgebracht und dabei angeblich das Licht des Smartphones genutzt, um das Druckerzeugnis auszuhärten.</p>
<p>Noch etwa zwei Wochen läuft die <a href="https://www.kickstarter.com/projects/olo3d/olo-the-first-ever-smartphone-3d-printer" target="_blank">Kickstarter-Kampagne</a>. Aber bereits jetzt ist das ursprüngliche Ziel, $80.000,00 für die Realisierung des Vorhabens einzuwerben, weit übertroffen. Aktuell haben fast 13.000 Unterstützer mehr als $1,8 Mio. für die Umsetzung des Projektes zugesagt. Zwischen $19,00 und $999,00 haben die Unterstützer dafür jeweils bereitgestellt. Im Endkundenverkauf soll OLO 99,00 kosten.</p>
<p>Zum Video auf Kickstarter:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.kickstarter.com/projects/olo3d/olo-the-first-ever-smartphone-3d-printer/widget/video.html" width="480" height="360" frameborder="0" scrolling="no"> </iframe><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/12081e4922f5464b96c15ae2f3bba1fd" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Fischertechnik 3D-Drucker als Baukasten</title>
		<link>https://nerdwaerts.de/2016/02/fischertechnik-3d-drucker-als-baukasten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Wagener]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2016 09:04:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Daten- & Algorithmusökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie 4.0]]></category>
		<category><![CDATA[Internet of Things]]></category>
		<category><![CDATA[#profwag]]></category>
		<category><![CDATA[3D-Druck]]></category>
		<category><![CDATA[3D-Printing]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Fischertechnik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Plastik aus Plastik: Technikbastler aufgepasst! Fischertechnik wird im Laufe des Jahres einen Baukasten für einen 3D-Drucker auf den Markt bringen. Der 3D-Drucker, der kürzlich auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt wurde, beruht auf dem FDM-Prinzip, bei dem das &#8222;Filament&#8220;, die plastikartige Drucksubstanz, erhitzt durch eine Düse gepresst und das Druckergebnis somit schichtweise aufgebaut wird. Der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nerdwaerts.de/2016/02/fischertechnik-3d-drucker-als-baukasten/">Fischertechnik 3D-Drucker als Baukasten</a> erschien zuerst auf <a href="https://nerdwaerts.de">Nerdwärts.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Plastik aus Plastik: Technikbastler aufgepasst! Fischertechnik wird im Laufe des Jahres einen Baukasten für einen 3D-Drucker auf den Markt bringen.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/8b343640356c49ac83615001d2de476a" alt="" width="1" height="1" /><br />
<span id="more-567"></span>Der 3D-Drucker, der kürzlich auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt wurde, beruht auf dem FDM-Prinzip, bei dem das &#8222;Filament&#8220;, die plastikartige Drucksubstanz, erhitzt durch eine Düse gepresst und das Druckergebnis somit schichtweise aufgebaut wird. Der <a href="http://www.fischertechnik.de/desktopdefault.aspx/tabid-1/61_read-327/usetemplate-1_column_no_pano/" target="_blank">3D-Drucker</a> ist ab Juni 2016 erhältlich und soll um die 700,00 Euro kosten.</p>
<p>Nicht bekannt ist bislang, ob auch Fischertechnik-Bauteile mit dem Drucker erzeugt werden können.</p>
<p>zum Produktvideo:<br />
<iframe loading="lazy" title="fischertechnik 3D Printer - 3D Drucker" width="625" height="352" src="https://www.youtube.com/embed/3_-ztp5Na-k?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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